«Korruptionsgeld gehört nicht in unsere Bundeskasse»

Die Reaktionen der Leser.

«Ja, ich schäme mich, Schweizerin zu sein»: Eine Leserreaktion zum Korruptionsgeld-Fall. Bild: Keystone

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Ueli Maurers Bundeskasse profitiert von Korruptionsgeldern
SonntagsZeitung vom 25. Februar 2018

Schon wieder wird eine Bundes-Transaktion publik. Es wird mich künftig nichts mehr überraschen können. Nachdem Bundesrat Maurer zwei Milliarden einfach so vom Resultat 2017 abzweigen konnte, verwundert mich nicht, dass bei der Post (und ich sage ausdrücklich «Post» und nicht Postauto AG), Mauscheleien in grossem Stil Praxis sind. Und nun kommt der Hammer: Die für mich einzige neutrale Instanz, nämlich die Bundesanwaltschaft, hält sich für nicht zuständig. Der VR der Post kann es sicher nicht sein. Ebenso das BAV nicht. Vielleicht findet sich eine unabhängige Revisionsfirma, welche bei der Post aufräumen kann. Aufgrund deren Resultat könnte man anschliessend bei weiteren Departementen Buchprüfungen ins Auge fassen. Nicht ganz zu vergessen ist auch die «Umbuchung» von 690 Millionen bei den SBB in deren Pensionskasse.
Peter Meier, Oberwil BL

Warum muss die Schweiz von Korruptionsgeldern profitieren, welches für die Völker von Brasilien, Malaysia und Nigeria bestimmt sind? Wie soll ich mich als gebürtige Schweizerin gegenüber all diesen armen Ländern fühlen? Ja, ich schäme mich, Schweizerin zu sein, und fühle mich von unseren Politikern hintergangen. Wie soll ich bloss weiterhin Vertrauen in unsere Politiker haben können, wenn diese die Menschenrechte, für welche wir Schweizer uns ja immer starkmachen, mit Füssen treten? Für mich muss die ganze Summe an die jeweiligen Länder überwiesen werden, es gibt dort genügend Menschen, die das Geld dringend benötigen. Unsere Politiker haben kein Recht, ausländisches Korruptionsgeld in unsere Bundeskasse einfliessen zu lassen.
Susanna Geser, Biel BE

Cassis kehrt der SVP den Rücken
SonntagsZeitung vom 25. Februar 2018

Seit Fulvio Pelli hat sich die FDP zur konsequenten SVP-Hasserin und zu einer Mitte-links-/linken Partei entwickelt. Von bürgerlich-­liberal keine Spur mehr. Mit Didier Burkhalter hatte die SP einen dritten Bundesrat. Bei den Vorgesprächen zur Bundesratswahl hatte Ignazio Cassis der SVP etwas vorgeflötet, und diese ist darauf hereingefallen. Denn das einzige, worauf man sich bei der FDP verlassen kann, ist: dass man sich nicht auf sie verlassen kann.
Walter F. Steinböck, Gondiswil BE

«Zweifel an der Legalität»
SonntagsZeitung vom 25. Februar 2018

Seit Jahren verkünden politisch Rechte, dass das Schweizervolk seinen Reichtum und Wohlstand hart und redlich erarbeitet habe. Nun zeigt Finanzminister Maurer auf, was er und viele seiner Mitdenker darunter verstehen: Das durch Korruption «erwirtschaftete» Geld den rechtmässigen Eigentümern vorenthalten und in die «eigene» Tasche stecken. Gleiches gilt auch für die zwei Milliarden, die er falsch verbuchen und so dem Schweizer Volk vorenthalten will, um weitere Sparprogramme initiieren und in der Folge weitere Steuersenkungen vornehmen zu können. Wenn Herr Maurer seine Kritiker auf die Migros-Klubschule verweist, ist ihm ein Buchhaltungskurs dort dringend zu empfehlen. Leider sind in dieser Branche «wahre Pioniere» im Erfinden von Buchhaltungstricks am Werk.
Heinrich Schneebeli, Affoltern am Albis ZH

Die Kritik der Finanzkontrolle an den Verrechnungssteuer-Rückstellungen des Finanzministers ist rein sachlich betrachtet nicht gerechtfertigt. Hauptzweck der Verrechnungssteuer ist die Eindämmung der Steuerhinterziehung. Via Steuererklärung oder Rückerstattungsantrag können die an der Quelle erhobenen Verrechnungssteuern innert dreier Jahre zurückgefordert werden. Bis zu diesem Verfalldatum sind die Verrechnungssteuer-Einnahmen somit effektive Schulden. Eine Verbuchung dieser Erträge in der Erfolgsrechnung führt zu Scheingewinnen und verstösst auch gegen die gemäss OR einzuhaltenden Regeln der kaufmännischen Buchführung. Die vom EFD gebildeten Rückstellungen sind somit nur Ausdruck des kaufmännischen Vorsichtsprinzips. Und mit einem vorsichtigen Finanzminister fährt unser Land allemal besser als mit Geld verschwendenden Schuldenmachern.
Willy Gerber, Balgach SG

Linke Kreise und nun auch die Finanzkontrolle werfen Ueli Maurer vor, in der Jahresrechnung 2017 Buchhaltungstricks angewendet zu haben. Dies ist nicht der Fall, da er lediglich eine realistische Darstellung der Finanzlage aufzeichnete. Solange in Bern lediglich eine Milchbüchleinrechnung geführt wird, ist die vorgenommene Buchung die einzige Möglichkeit, die Realität aufzuzeigen. Alle, die etwas von Buchhaltung verstehen, würden die vereinnahmten Verrechnungssteuern auf das Konto Transitorische Passiven verbuchen und die zurückgeforderten Beträge darauf belasten. Der verbleibende Restbetrag darf erst als Einnahme verbucht werden, wenn die Frist für die Rückforderung der Verrechnungssteuern abgelaufen ist. Die Kritik, dass er die Gelder aus den Korruptionsfällen als Einnahmen verbucht hat, dürfte damit zusammenhängen, dass eben das Konto Transitorische Passiven in der Milchbüchleinrechnung fehlt. Dort hätte man diese Summen parkieren können, bis die rechtmässigen Begünstigten ausgemacht sind.
Bruno Schönenberger, Wil SG

Zielscheibe des Regimes
SonntagsZeitung vom 25. Februar 2018

Beeindruckend wie die SonntagsZeitung mit dem Artikel von Simon Widmer die unsäglichen Entwicklungen des zerfallenden Rechtsstaates Türkei am Beispiel der Autorin Asli Erdogan beschreibt und damit den Weg in die politische Gewalt durch den Staat, geprägt von Erdogan, geht. Mutige Haltung – und es ist zu hoffen, dass der türkische Botschafter, ein ausgefuchster Medienprofi, dieses Interview wie auch andere Beobachtungen über Erdogan-kritische türkische Mitbürger nach Ankara ins Innen- und Aussenministerium meldet. Bleiben Sie am Thema dran, die Medien tragen eine grosse Verantwortung.
Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

«No Billag, No Schweiz – was für ein Unsinn!»
SonntagsZeitung vom 25. Februar 2018

Ich empfinde Tito Tettamanti, trotz Oligarchen-Image, als recht sympathischen Zeitgenossen. Und er hat recht, wenn er sagt, dass die No-Billag-Initiative abgeschmettert werden wird. Doch die grosse Frage ist: Wird das Schweizer Fernsehen auf ein Nein endlich reagieren und tatsächlich positive Änderungen vornehmen?
Hanspeter Schmutz, Basel

Der Au-Tomatent-Renner
SonntagsZeitung vom 25. Februar 2018

Herzlichen Dank, Herr Schibler, für die wöchentlichen Schmunzeleien. Für mich jeden Sonntag ein Muss – und Genuss!
André Braun, Bad Zurzach AG

Fernbusse: SBB kontern mit Kampfpreisen
SonntagsZeitung vom 25. Februar 2018

Domo Reisen darf neu Schweizer Städte mit Fernbussen bedienen und bringt damit die mit Steuergeldern unterstützten SBB in Zugzwang, weil die Fahrpreise etwa halb so hoch angesetzt sind. Gegen einen gesunden Wettbewerb ist nichts einzuwenden. Damit kann verhindert werden, dass die SBB die Preise ungehindert weiter erhöhen können. Schade finde ich jedoch, dass Domo Reisen keine Vorgaben gemacht werden bezüglich Umweltschutz. Es ist nicht sinnvoll, dass immer mehr Busunternehmen mit, wie wir seit dem Dieselskandal wissen, umweltschädigenden Grossfahrzeugen in die Innenstädte fahren. Sinnvoller wäre, wenn man von den Busunternehmen verlangen würde, Wasserstoff- oder Elektrobusse einzusetzen. Damit könnten neue umweltfreundliche Technologien und die dazu benötigte Infrastruktur ohne Zusatzkosten für den Steuerzahler ausführlich getestet und aufgebaut werden.
Christian Baumann, Rüti ZH

Ich als GA-Besitzer bin gar nicht für diesen Bus. Bei einer weiteren Strecke wie zum Beispiel Zürich München wäre es sicher zu überlegen, schon vom Preis her gesehen. Aber da gibt es ja schon den Flixbus. Ich fahre grundsätzlich lieber mit der SBB. Schon rein vom Komfort her. Ich kann sowieso nicht verstehen, warum ich mich als GA-Besitzer, da die Benützung des Domo-Buses ja gratis wäre, so einer Strapaze unterziehen sollte, wenn ich erstens mal schneller am Ziel bin in der komfortabeln SBB und zweitens mehr Privatsphäre habe. Da muss ich kein Bus benutzen, der an jeder Ecke hält.
Daniel Zollinger, Uster ZH

Pro und kontra SRG: Das Gewitter auf Twitter
SoZ vom 25.02.2018

Ich hätte gerne eine SRG, die sich auf einen Service Public im engeren Sinn konzentriert, und nicht lauter Dinge tut, die man auch bei unzähligen werbefinanzierten Sendern findet. Ausserdem hätte ich gern SRG-Programme völlig frei von Werbung, auch von sich bis zum Erbrechen wiederholender Werbung für eigene Sendungen, insbesondere aber von der meist debilen kommerziellen Werbung, wofür ich sogar bereit wäre, mehr zu bezahlen. Nur eine solche Leistung rechtfertigt überhaupt eine Steuer, fälschlicherweise meistens als Gebühr bezeichnet. Leider tragen dem sowohl die No Billag Initianten als auch deren Gegner in keiner Weise Rechnung. Bei der bevorstehenden Abstimmung hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Ernst Lebsanft, Gunten BE

Maduro setzt auf den Krypto-Hype
SonntagsZeitung vom 25. Februar 2018

Im Fakten-Check lese ich, dass Präsident Maduro auf den Krypto-Hype setzt. Ein Dank der SonntagsZeitung, dass sie über solche unsäglichen Missstände berichtet. Dieser bankrotte Staat versucht sich nun auch noch mit Krypto. Wie tief muss Maduros Verstand gesunken sein, dass er noch mit wertlosen Kryptos sein Volk tiefer in das Verderben bringen will. Für mich heisst die Devise: Adios Venezuela.
Hans-Ulrich Wanzenried, Zürich

Wenn perfekt noch nicht gut genug ist
SonntagsZeitung vom 25. Februar 2018

Mag sein, dass die Selbstoptimierung zum Trend geworden ist und ganz klar kein neues Phänomen ist. In Zeiten, wo man per Mausklick jeden Wunsch zu jeder Tageszeit befriedigen kann, fehlt dem Mensch die Sehnsucht nach Dies und Das zu erreichen. Denn erreichbare Ziele bringen auch ökonomisch keinen Erfolg. Wenn das Ziel erreicht ist, endet das Geschäft. So kommt die «neue» Optimierung gerade als Ersatz für die «alte» verlorene Sehnsüchte. Und man strebt wieder nach etwas, was doch so schwer zu erreichen ist. Und wie der König Salomo gesagt hat: «Nichts neues unter der Sonne!»
Ivelina Antonova, Aesch BL

Die Kehrseite des Hemdes
SonntagsZeitung vom 25. Februar 2018

In der Titelzeile zu obigen Artikel steht fett, dass die Kleiderabfälle in der Schweiz bis 2030 um 60 Prozent auf total 148 Tonnen zunehmen würden. Da müssen aber einige Nullen fehlen! Wenn nämlich, wie Sie schreiben, heute pro Kopf 15 kg Kleider im Jahr verbraucht werden, ergibt dies mehr als 100'000 Tonnen! Allein Texaid sammelt über 40'000 Tonnen pro Jahr.
Franz Amonn, Bern

Flüchtlinge und die Sache mit dem Sex
SonntagsZeitung vom 25. Februar 2018

Die Schweiz schickt sich zunehmend an, für die Flüchtlinge weit mehr anzubieten als das blosse Gebot vom «Schutz von Leib und Seele» des Asylrechtes. Es scheint nicht zu interessieren, dass viele benachteiligte Einheimische beileibe nicht in den Genuss von so vieler engagierter Anteilnahme und Fürsorge kommen. Mit diesen Sexualkurse bereitet man darüber hinaus diese fremden Männer auf den schweizerischen «Singlemarkt» vor, ohne zu fragen, wie sich die hiesige, männliche Jugend mit dieser neuen Konkurrenz, die zudem das Gleichgewicht der Geschlechter völlig aus den Fugen bringt, eigentlich fühlt. Wenn schon so selbstverständlich von Integration gesprochen, und Kurse umsonst geboten werden, sollte der Begriff «Repatriierung» bitte genauso landesweit zum Thema werden, wonach die vielen, vor allem junge Männer, nach dem Krieg wieder einmal in ihre Heimat zurückkehren und es, möglicherweise mit Schweizer Hilfe, wiederaufbauen könnten oder sollten.
Stefan Baumann, Zürich

Erstellt: 03.03.2018, 17:17 Uhr

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