«Mir muss doch niemand sagen, dass Schwaller nichts gewusst ­hat»

Die Reaktionen der Leser.

«Wieso gilt nicht Gleiches für den kompletten Verwaltungsrat der Post – inklusiv Herrn Schwaller», fragt Leser Ruedy Baarfuss aus Mülligen AG. Bild: Keystone/Peter Schneider

«Wieso gilt nicht Gleiches für den kompletten Verwaltungsrat der Post – inklusiv Herrn Schwaller», fragt Leser Ruedy Baarfuss aus Mülligen AG. Bild: Keystone/Peter Schneider

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Postskandal: Neue Vorwürfe
SonntagsZeitung vom 17. Juni 2018

Immer wieder frage ich mich, was die Leute an der Postspitze und jene im Verwaltungsrat fühlen, die ganz systematisch, mit viel Aufwand solch ein Verbrechen begehen. Gibt es keine ­Moral und keinen Anstand mehr? Ich könnte mich nicht mehr im Spiegel ansehen!
Katharina Schilt-Bärtschi, Lützelflüh BE

Glosse: P. S. Verkehrte Welt
SonntagsZeitung vom 17. Juni 2018

Was, wenn keine Waffen mehr hergestellt und alle bestehenden vernichtet würden? Keine Kriege mehr. Die Folge davon: Aufbau und Arbeit in den zerstörten Ländern, etwa im Umweltschutz oder der Wasserversorgung. Aufbau der Landwirtschaft. Keine Flüchtlinge und Migranten mehr, welche die zerstörten Länder verlassen. Das Geld, das bis dato für die Rüstung gebraucht wird, wäre besser eingesetzt für den Frieden auf der Welt.
Marcel Waibel, Reinach BL

Religionsstreit bei den Sozialdemokraten
SonntagsZeitung vom 17. Juni 2018

Gut so, dass die genau hinschauende und analysierende SonntagsZeitung die peinlichen Anerkennungsrufe der SP für einen schweizerischen Islam hervorragend ausleuchtet. SP-Präsident Christian Levrat fordert einen «Swissmade-Islam» und greift damit unsere christlich-europäische Geschichte und die entsprechenden Werte an. Es spricht für die SP, dass sich parteiinterner Widerstand gegen Levrats unsägliche Alleingänge formiert. Man stelle sich vor, was abliefe, wenn gewisse Kreise in islamischen Staaten ein entsprechend massgeschneidertes integrierendes Christentum forderten. Der Islam mit seiner Kultur und seinen Traditionen wird hierzulande nie identitätsstiftend und kulturprägend sein. Die Schweiz ist christlich-abendländisch geprägt, mit humanistischen und jüdischen Wurzeln. Hingegen sind die gut integrierten Landsleute muslimischen Glaubens, die sich zu unseren Werten und zu unserer Kultur bekennen, Teil unserer Gesellschaft. Das gilt für alle Immigranten. Der Präsident der sozialdemokratischen Partei hat noch grosse Defizite in nationalen und internationalen soziokulturellen Themen, die mit den Problemen der Islamisierung Europas verbunden sind. Wenigstens hat man die kommunis­tische Maxime «Religion ist Gift für das Volk» nicht mehr im Programm. Oder will Levrat damit neue SP-Parteimitglieder werben?
Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

Der SP-Chef hat vom Islam wenig Ahnung. Das islamische Recht ist mit dem hiesigen, abendländischen absolut unverträglich und schlimmer noch: es gilt vorrangig. Wer ist mehr verletzt? Wir ungläubigen wegen dieser unverschämten Frechheit oder die hereingelassenen Moslems wegen dem Minarettverbot? Und jetzt die Nagelprobe: Gleichberechtigung der Frau. Müssten die genannten Präsidenten sie anerkennen, würden sie wegen Apostasie abgesetzt. Der Islam ist pure Nie-Integration. Der Asylchefin kanns egal sein. Denn nächsten hiesigen Religionskrieg muss sie ja nicht mehr erleben.
David Courvoisier, Basel

Abgesehen davon, dass es sich über Religion nicht streiten lässt, geht es hier um politische und gesellschaftliche Integration. Darüber lässt sich sehr wohl streiten. Wollen wir unsere diesbezüglichen Errungenschaften, die über Jahrhunderte erkämpft und erarbeitet wurden, so mir nichts dir nichts zum Fenster hinauswerfen, oder wollen wir diese erhalten und weitergeben. Wer hier geboren wird, kann jederzeit gehen, wenn es ihm/ihr nicht passt. Wer hingegen hierher kommen will, hat sich unseren gängigen Sitten, Gebräuchen und vor allem Gesetzen, anzupassen. Eigentlich normal und damit ganz einfach.
Mark Gasche, Kirchberg BE

E-Voting: Fragiles Stimmengeheimnis
SonntagsZeitung vom 17. Juni 2018

Der Bericht und Kommentar von Barnaby Skinner (endlich sehen wir ein Bild von ihm!) sind einleuchtend. Politiker in der Schweiz verstehen viel zu wenig von der digitalen Welt. Das sieht man auch an den gescheiterten Informatikprojekten. Aber nicht nur bei den Politikern, sondern auch ganz allgemein wird die Sicherheit in der Informatik zu wenig ernst genommen. Es gibt regelmässig Datenpannen, neu entdeckte Sicherheitslücken usw. Es ist Zeit, in unserer vernetzten Welt die Sicherheit grosszuschreiben.
Stephen Lander, Riehen BS

Katzen in der Falle SonntagsZeitung vom 17. Juni 2018

Es ist höchste Zeit, dass die Kastrationspflicht auch in der Schweiz eingeführt wird. In Gärten jagen Katzen Zaun- und Mauereidechsen und Blindschleichen. Oder man sieht sie mit einem Gartenrotschwanz oder Rotkehlchen in der Schnauze herum­spazieren. Und wie heisst es dann jeweils? Das Vögelchen sei sicher krank gewesen, sonst hätte es die Katze nicht erwischt. Katzen trifft man auch in ­Naturschutzgebieten. Das ist nicht ­tolerierbar. Wer rettet die Reptilien, Vögel und jungen Hasen vor ihnen?
Ludwig Altenburger, Buchs SG

Der passive Präsident
SonntagsZeitung vom 17. Juni 2018

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Eine sehr oft gestellte Frage bei Bewerbungsgesprächen. Diese sollte sich auch die Politik in Bezug auf die Zukunft der Post stellen. Staatlich oder privat: Die aktuelle Zwischenlösung mit «sowohl als auch» wird mehr und mehr zum Problem für das Unternehmen. Die Digitalisierung erfordert einen stetigen und immer schnelleren Wandel. In diesem Kontext soll die Post sich einerseits im Wettbewerb ­behaupten und andererseits einen ­qualitativ hochstehenden Service pub­lic betreiben. Ein Spagat, der immer schwieriger wird zu betreiben. Dies zeigen die Entwicklungen bei Post­finance wie auch bei Postauto. Das Fehlverhalten innerhalb der Postauto-Division ist durch nichts zu rechtfertigen, und trotzdem scheint mir die ­Affäre rund um die überhöhten Subventionen ein Sinnbild für das aktuelle Dilemma zu sein. Hinzu kommt der CVP-Filz mit der für die Post ver­antwortlichen Bundesrätin und dem aktuellen Verwaltungsratspräsidenten, was zumindest aufhorchen lässt. Und wo war eigentlich das Bundesamt für Verkehr als Aufsichtsbehörde? Wie konnte das Fehlverhalten der Postauto-Geschäftsführung so lange unerkannt bleiben? Die Kernfrage aber lautet: Wie soll die Post im digitalen Wandel als Unternehmen positioniert werden? Eigentlich gibt es nur den Weg der Privatisierung.
Pascal Merz, Sursee LU

Pierin Vincenz musste über 100 Tage in U-Haft schmoren. Wieso gilt nicht Gleiches für den kompletten Verwaltungsrat der Post (inkl. Herrn Schwaller) und den ehemaligen Finanzchef? Die alle wussten Bescheid, keiner hat etwas unternommen. Bei Vincenz stand das Thema Verdunklungsgefahr im Vordergrund. Warum gilt das nicht auch für die Postchefs? Auch muss man sich Gedanken machen, was mit der Revisionsstelle der Post schiefgelaufen ist. Wieso hat man diese Machenschaften dort nicht erkannt? Fragen über Fragen – und keine Antworten.
Ruedy Baarfuss, Mülligen AG

Haben wir in diesem Land noch Menschen, denen wir echt vertrauen können und denen wir diese Jobs anvertrauen dürfen? Was soll denn dieses blöde Spiel? Legt offen, was ihr wisst, hört auf mit dem Schönreden! Besten Dank an die SonntagsZeitung: Dranbleiben ist die Devise.
Peter Vogt, Aeschau BE

Urs Schwaller spielt das Unschuldslamm. Und dabei merkt man, dass er den falschen Beruf hat, denn er wäre besser Schauspieler geworden. Man hätte es ihm fast abgenommen. Mir muss doch niemand sagen, dass er von all dem nichts gewusst hat. Er müsste in meinen Augen auch gehen. Nur was mich im Allgemeinen wundernehmen würde: Wie hoch sind eigentlich die Abgangsentschädigungen bei all denen, die gehen mussten oder noch gehen müssen?
Daniel Zollinger, Uster ZH

So trickste Postauto in Liechtenstein
SonntagsZeitung vom 17. Juni 2018

Postauto Schweiz setzt ungerechtfertigt kassierte Subventionen ein, um in Liechtenstein wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Liechtensteinischen Kraftwerke LKW sind auf dem Schweizer Strommarkt wettbewerbsfähig, eine betrachtungswürdige Parallele. Von Vaduz aus sind auf Schweizer Seite Lichter zu sehen, die mit billigerem LKW-Strom gespeist werden. Die ­Inlandpreise für Klein- und Gewerbekunden folgten in den letzten Jahren nicht dem Markt und blieben hoch. Graustrom wird von den LKW in Liechtenstein teurer verkauft als sauberer Strom aus Wasserkraft an Kunden in der Schweiz. So kommen auch Millionen zur anderweitigen Verfügung zusammen, zwar nicht aus erschlichenen Subventionen, aber ebenfalls aus den Taschen der Bevölkerung.
Mario Nescher, Ruggell FL

Postauto Schweiz setzt ungerechtfertigt kassierte Subventionen ein, um in Liechtenstein wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Liechtensteinischen Kraftwerke LKW sind auf dem Schweizer Strommarkt wettbewerbsfähig, eine betrachtungswürdige Parallele. Von Vaduz aus sind auf Schweizer Seite Lichter zu sehen, die mit billigerem LKW-Strom gespeist werden. Die Inland-Preise für Klein- und Gewerbekunden folgten in den letzten Jahren nicht dem Markt und blieben hoch. Graustrom wird von den LKWs in Liechtenstein teurer verkauft, als sauberer Strom aus Wasserkraft an Kunden in der Schweiz. So kommen auch Millionen zur anderweitigen Verfügung zusammen, zwar nicht aus erschlichenen Subventionen, aber ebenfalls aus den Taschen der Bevölkerung. Geschätzte Nachbarn, wer Kompensation für die Geldflüsse nach Liechtenstein sucht, kann eine Postautofahrt durchs Land geniessen - oder er gehört vielleicht sowieso schon zu denjenigen, die von den Liechtensteinischen Kraftwerken mit günstigerem und gleichzeitig sauberem Strom beliefert werden.
Mario Nescher, Ruggell FL

«Ja, die Milch wird teurer»
SonntagsZeitung vom 17. Juni 2018

Die Tierwohl-Standards bei der Milchproduktion zu verbessern – wie der Coop-Chef im Interview ankündigt – ist gut. Aber gerade Milch ist ein Produkt, das so oder so nur mit sehr viel Tierleid hergestellt werden kann. Keine Kuh gibt bekanntlich «einfach so Milch». Sie muss dazu jährlich künstlich geschwängert, mehr oder weniger schnell von ihrem Kind getrennt und nach fünf bis sechs Jahren wegen Erschöpfung geschlachtet werden – bei einer Lebenserwartung von 25 Jahren. Der Coop-Chef hätte es in der Hand, wirklich ein Zeichen für die Tiere zu setzen und auf Pflanzenmilch umzustellen.
Renato Werndli, Eichberg SG

Mit der Rechtfertigung des Milchaufschlags wird zugegeben, dass unsere Kühe halt trotz traumhaft idyllischer Werbung auf den Milchverpackungen nicht artgerecht gehalten werden. Aber das wissen wir ohnehin schon lange!
Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

Fouls lassen die Kassen der Verbände klingeln
SonntagsZeitung vom 17. Juni 2018

Jetzt ist wieder Fussballzeit, und man sieht die Stars, wie sie den sterbenden Schwan markieren. Dieses Verhalten färbt auf die Amateurkicker ab, die ­diese Verhaltensmuster übernehmen. Nehmen wir den Eishockeysport, der doch viel härter ist als der Fussball. Da wird kein Schiedsrichter berührt oder in Diskussionen verwickelt; selbst von den Stars nicht. Solche Regeln müssten auch im Fussball eingeführt werden. Es würde eine ganz andere Kultur auf dem Platz herrschen. Und es würden sich wieder mehr Leute als Schiedsrichter melden. Heute sind sie Freiwild, und das ist nicht tolerierbar.
Willi von Dach, Buchs ZH

Höhere Löhne dank Robotern
SonntagsZeitung vom 17. Juni 2018

Prof. Dr. Reiner Eichenberger hat Recht. Die Vision vom «bedingungslosen Grundeinkommen» ist unzureichend um das ökologische Problem (Mangel an Arbeit und Perspektiven durch Automatisierung) zu lösen. Aber auch seine Vision «Höhere Löhne dank Robotern» ist dafür ungenügend. Trotzdem bieten beide Visionen brauchbare Ideen. Der technische Fortschritt fördert das Prinzip „The Winner Takes ist All“, vergrössert also den Graben zwischen Arm und Reich (Nord und Süd), was Aktionen ähnlich dem «Grundeinkommen» nötig macht. Andererseits ist besagter Fortschritt nötig, um die wachsende Zahl an Menschen zu versorgen. Doch dabei ist ein weiterer Graben zu berücksichtigen. Die Menschheit vervierfachte ihre Zahl im letzten Jahrhundert bei Stagnation dieses Wachstums im Norden und bei dementsprechend umso höherem Anstieg etwa in Afrika und im Nahen Osten. Besagter Transfer und weiterer technischer Fortschritt sind ungeeignet, um besagten «demographischen Graben» zu begrenzen. Nötig ist eine Vision vom Teilen der Verantwortung für eine gute Zukunft, wobei Konzepte betreffend Bildung, Emanzipation und verantwortungsvoller Elternschaft unerlässlich sind.
Gernot Gwehenberger, Dornach SO

Barometer
SonntagsZeitung vom 17. Juni 2018

Was soll eigentlich diese Hysterie betreffend Verbot von Q-Tipps? Es gibt schon seit mehreren Jahren vollwertigen Ersatz durch Wattestäbchen mit Karton-Stängelchen. Diese sind nicht nur genau so stabil in der Anwendung, sondern auch voll abbaubar. Die Abgebildeten wurden zwar in den USA gekauft, sind aber Made in Turkey! Es kann also nicht so schwer sein, sie auch bei uns auf den Markt zu bringen.
Ursula Rychen, Arlesheim BL

Erstellt: 23.06.2018, 20:12 Uhr

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