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«Das Bildungswesen muss sich grundlegend ändern»

Die Reaktionen der Leser.

«Zwei Fremdsprachen ab der 5. Klasse bringen für die meisten Kinder eine klare Überforderung.»
«Zwei Fremdsprachen ab der 5. Klasse bringen für die meisten Kinder eine klare Überforderung.»
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Jeder dritte Schüler leidet an Burn-out-SymptomenSonntagsZeitung vom 19.8.2018

«Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Stress», sagt der Direktor der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz. Offenbar so sehr, dass seine Stiftung acht Millionen Franken in eine Kampagne zur psychischen Gesundheit stecken will! Einzelne Kantone bieten Angebote für Schüler mit Prüfungsangst an. Angesichts dieser absurden Pflästerlipolitik fragt man sich: Wie lange dauert es noch, bis den verantwortlichen Bildungspolitikern klar wird, dass das Bildungswesen sich grundlegend ändern und bewegen muss? Weg von einem starren Einheitsschulsystem, «in dem der Schüler hochgradig fremdbestimmt ist» (Largo), hin zu Schulautonomie, Schulvielfalt und freier Schulwahl im öffentlichen Bildungswesen. Nur so kann man den sehr unterschiedlichen Bildungsbedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gerecht werden.Erwin Ogg, Jona SG / Vorstand Elternlobby Schweiz

Der eindrucksvolle Bericht überrascht nicht. Es waren stets genug Stimmen zu hören, welche bei verschiedenen Schulreformen warnten, aber die Erziehungsdirektorenkonferenz bzw. die verantwortlichen Bildungsfachleute wollten nicht hören. Chefredaktor Rutishauser hat recht: Zwei Fremdsprachen ab der 5. Klasse bringen für die meisten Kinder eine klare Überforderung. Ebenso ungünstig wirken sich ferner mehrere Bezugspersonen aus, und das mit dem Lehrplan 21 verlangte «selbstorganisierte Lernen» übersteigt wohl bei vielen Schülerinnen und Schülern die Fähigkeiten bei weitem. Es wäre deshalb zu begrüssen, wenn auch die Eltern und die breite Lehrerschaft energischer und mutiger gegen das zu viel und gegen verfehlte Reformen Stellung nehmen würden. Sie legen ihre Macht viel zu wenig in die Waagschale, denn manchenorts ist die Basis unzufrieden, wagt es aber trotz latentem Lehrermangel nicht, gegenüber Behörden und Schulleitungen aufzumucksen.Hans-Peter Köhli, Zürich

Angeblich leitet jeder dritte Schüler an Burn-out-Symptomen! So sicher wie das Amen in der Kirche ist, dass sämtliche Verantwortungsträger offenbar auch kein Gespür und Einfühlungsvermögen hierüber aufweisen! Derweil die leidtragenden Schüler wegen zu vieler Aktivitäten und Drucks statt Förderung vermutlich sogar lebenslang im Stau stehen bleiben. Es ist absolut zweckmässig, dass auch Politiker Verantwortung übernehmen müssten. Allerdings dürfte es eine ganze Ewigkeit dauern, bis diese den Schlüssel aus dem Chaos heraus finden!Armin Arnold, Köniz BE

Von der Integration aller Kinder in Regelklassen und der durch den Ausbau von Förderunterricht entstandenen Unruhe im Klassenzimmer, der Einführung der 11-jährigen obligatorischen Schulpflicht und damit der eigentlichen Abschaffung des Kindergartens, der Einführung eines Stundenplanes von vier Morgenlektionen schon für Vierjährige, der Aufblähung der Bürokratie durch Schulleitende und Sozialarbeitende, der in unserem Kanton Bern einmaligen Subventionierung von Tagesschulplätzen auch für Eltern mit 160'000 Franken steuerbarem Einkommen, der Einführung des untauglichen Frühfranzösischlehrmittels bis zum kompetenzorientierten Lehrplan 21 ohne Jahresstoffziele und der Änderung der Ausbildung von Lehrpersonen zu Lernbegleiterinnen und -begleitern wurde in den letzten Jahren unsere Schule zum Experimentierfeld von einigen selbst ernannten Bildungsexperten und insbesondere der Wirtschaft (Economiesuisse). Erst langsam manifestieren sich die Folgen dieser Reformitis an unseren Schulen, wie zum Beispiel mit Burn-out-Symptomen. Die Umwälzung in unserer Bildungslandschaft (nach Pestalozzi bedeutet Bildung Schulangebote für Kopf, Herz und Hand) ist eine Gefahr für unsere guten obligatorischen Schulen und für das Wohl unserer Kinder.Sabina Geissbühler-Strupler, Lehrerin, Herrenschwanden BE

Es stellen sich für mich drei Fragen: Sind zwei (Früh-)Fremdsprachen in der Primarschule nicht für die Mehrheit der Kinder schon eine Überforderung? Werden heutzutage Kinder von den Eltern noch zu einer vernünftigen Zeit ins Bett geschickt, damit sie am Morgen auch ausgeschlafen sind? Angeblich ist der Leistungsdruck gestiegen. Warum aber ist dann aus Sicht der Lehrbetriebe der schulische Rucksack oft zu gering oder nicht vorhanden, um in einer Lehre bestehen zu können?Paul Vogt, Witterswil SO

Ihr Artikel über die Belastung der Schulkinder hat mich sehr bewegt. Mitschuldig an der Misere ist neben der Wirtschaft und überängstlichen Eltern auch die Schule und zwar in besonderem Masse. Denn nach meiner Meinung hat unser Schulsystem grundlegende Mängel: Die alles durchdringende Selektion, das untaugliche Notensystem und die Jahrgangsklassen. Schon vor vielen Jahren habe ich darauf aufmerksam gemacht mit meinem Buch «Schafft die Hauptfächer ab!», und erst kürzlich mit dem Essay «Lustvolle Schule, ohne Selektions- und Notenstress».Ernst W. Weber, Muri BE

Noch nie wurden so viele negative Schlagzeilen über unser Schulwesen verbreitet, wie derzeit, warum wohl? Seit unser einst so erfolgreiches Vorzeige-Bildungssystem förmlich überrannt wurde durch immer neue Versuchsballons, kränkelt es an allen Ecken und Enden. Neben der Pflege der verursachten Wunden geht es offensichtlich heute hauptsächlich darum, die Nebenwirkungen dieser Experimente und die damit verbundenen Leiden von Schülern und Lehrpersonal zu kurieren.Erwin Müri, Feldmeilen ZH

Die Wurzel der Not wird im Nationalrat gelegt.Die Wirtschaft braucht die Frauen: Mami adeEs braucht genug Kitas: Zuhause adeEs braucht Tagesschule, Hort: Nirgends mehr Ruhe, PrivatraumEinschulung mit 4 Jahren: Ade Jugendzeit, Stress angesagtNie wurde ein Kind je gefragt, Intellektuelle denken fürs Kind.Renate Flückiger, Thal SG

Ein Drittel unserer Schüler leidet offenbar an Burnout-Symptomen. Es wird über den angeblich sehr hohen Leistungsdruck geklagt. Stress entsteht aus einem Ungleichgewicht zwischen Auslösern (Stressoren) und Belastbarkeit des Individuums (Resilienz). Im Artikel sucht man vergeblich nach Angaben über die (verminderte?) Belastungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft unserer Schüler. Könnte es sein, dass diese durch die Verwöhnung unserer Jugend in der Wohlstandsgesellschaft bedingt sind?Walter Lang, Uetikon am See ZH

Sind da wirklich einfach nur die Eltern schuld? SonntagsZeitung vom 19.8.2018

Gratulation zu Herrn Rutishau­sers mutigem Editorial zu diesem Thema. Vor allem gefällt mir, dass er es wagt, die These aufzustellen, ob es nicht besser wäre, die «Mamis würden mehr zu Hause am Herd stehen». Ich bin der Ansicht, der Staat sollte jenen Müttern, die ihre Mutteraufgabe wirklich erfüllen möchten, eine finanzielle Entschädigung zahlen. Nach 6 bis 8 Jahren, wenn die Kinder dies besser verkraften und verstehen, würde diese Entschädigung wegfallen und die Mütter könnten wieder einer Erwerbsarbeit nachgehen. Dieser finanzielle Aufwand des Staates wäre wahrscheinlich kleiner als all die staatlichen Kosten für geschädigte Kinder und überlastete Familien (Krippenkosten, Kriseninterventionen, Förderkosten usw.). Und es gäbe viel mehr glückliche und weniger gestresste Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer.Margaret Santos-Schnetzer, Embrach ZH

Der Burnout von Kindern ist ohne Zweifel auf eine Erziehung zurückzuführen, welche von klein auf keine Grenzen durchsetzt, den Kindern möglichst viele Wünsche erfüllt und ihnen alle Probleme aus dem Weg schafft. Wenn dann in der Schule oder dem Beruf Schwierigkeiten auftauchen, empfinden es die Jugendlichen als unfair, dass sie Regeln und Anforderungen befolgen sollten, was sie bisher nicht tun mussten. Ein von klein auf verhätscheltes Kind wird zu einem “ Weichei“, welches Zuflucht im Burnout sucht. Und dies ist in Berücksichtigung der jahrtausende alten Erkenntnis des „Survival of the Fittest“ für die Zukunft unserer Jugend und der Schweiz katastrophal, da sie gegen Konkurrenz von zu Härte erzogenen Kindern z.B. aus dem asiatischen Raum, antreten müssen.

Die im Artikel dargelegte Überforderung durch viele ausserschulische Aktivitäten kann nicht die Hauptursache der Probleme sein. Sport und Musik waren schon in vergangenen Generationen populär, wobei die Hausaufgaben früher viel mehr Zeit in Anspruch nahmen als heute ... 90 Minuten pro Woche in der Oberstufe ist absurd minimalistisch. Dafür wurde unsere Aufmerksamkeit nicht durch ständiges Handy und Games Komsumieren absorbiert, wie dies heute in süchtiger Weise fast normal ist. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die 2.-Weltkriegs-Generation, welche anschliessend den wirtschaftlichen Aufschwung in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts vollbracht hat, trotz oder vielleicht gerade wegen der schwierigen Zeiten keinen Burnout kannte.Ariane Schmid-Bucher, Biel BE

Bund will für Geländewagen Strassen verbreiternSonntagsZeitung vom 19.8.2018

Ich bin sehr erstaunt über diese tendenziöse Aufmachung, mit fetter Überschrift und Foto mit Seltenheitswert. Ja, das führt unweigerlich zu heftigen Sofortreaktionen. Die links-grüne Velolobby und ihr Umfeld geniessen solche Titel und Bilder, denn damit haben sie einen Steilpass für ihre motorfahrzeugkritischen Überreaktionen. Hätte man einen Krankenwagen oder einen der viel zahlreicheren Liefer- oder Lastwagen abgebildet, womöglich noch mit einem eingequetschten Velofahrer, dann würden alle nach Strassenverbreiterungen rufen. Sehr viele Strassen sind zu schmal, auch wegen des stark gewachsenen Fahrradverkehrs. Ich wünschte mir eine etwas neutralere Berichterstattung.Kurt Freiermuth, Bottmingen BL

Die Verkehrsfachleute haben ein Sicherheitsrisiko wegen der immer grösser und vor allem breiter werdenden Fahrzeuge für alle Verkehrsteilnehmer erkannt, und was machen sie? Statt einer sauberen Problemanalyse auf die Frage «Was für Möglichkeiten gibt es, die Sicherheit zu erhöhen?» schlagen sie eine Anpassung der Strassennorm vor. Dabei ist allen Beteiligten klar, mit der neuen Norm ist das Risiko nicht im Geringsten behoben, ist kein einziger Laufmeter bestehender Strassen verbreitert, und die Umsetzung würde, wegen des Landbedarfs und der Kosten, Jahrzehnte dauern. Zudem sind in Dörfern und Städten breitere Strassen wegen einer Änderung der Strassennorm, solange Trottoir und Radweg fehlen, politisch kaum realisierbar. Dabei gäbe es aus meiner Sicht sehr wohl eine Alternative. Die gesetzliche Grundlage für die Zulassung von Fahrzeugen ist rasch so anzupassen, dass nur noch Fahrzeuge in Verkehr gesetzt werden dürfen, die auf Strassen nach heute gültiger Norm problemlos kreuzen können. Klar ist, dass an einer solchen Lösung weder Auto- noch Transportgewerbe Freude haben. Auf Schlagzeilen über den Umgang mit einem erkannten Sicherheitsrisiko, wie im Artikel derselben SZ auf Seite 16 «als italienische Krankheit» bezeichnet, würden aber sicher alle gerne verzichten.Hans Laubscher, Wimmis BE

Offroader gehörten ursprünglich ins freie Feld und nicht auf die üblichen Verkehrswege, darum heissen sie ja «Off-Roaders» – weg von der Strasse. Und nun soll man wegen ihnen sämtliche Schweizer Strassen verbreitern? Das Argument der erhöhten Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer überzeugt nicht. Es ist kurzsichtig, die Schweizer Strassen einem Automodell anzupassen, das wegen seines hohen Benzinverbrauchs und seines erhöhten Gefahrenpotenzials vielleicht bald ein Auslaufmodell sein wird. Es sollte umgekehrt sein: Die zukünftigen elektrischen Automodelle sollten den Strassen angepasst werden. Denn der Kampf gegen den Klimawandel bleibt ein entscheidendes Thema. Und ein letztes Argument: Niemand erwähnt die Kosten für die Verbreiterung unzähliger Schweizer Strassen. Sie wären horrend! Und der Steuerzahler müsste sie wohl tragen. Solange jedoch Schweizer Schulkinder aus Spargründen auf ein Klassenlager verzichten müssen, gehören solch unsinnige Pläne in den Papierkorb. Ich bin überzeugt, dass es günstigere Wege gibt, die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu schützen.Marianne Schauwecker, Zollikon ZH

Breitere Strassen für breitere Autos? Während wir in der kleinen Schweiz mit wenig Platz über den Ausbau der Strassenbreite diskutieren, lese ich folgenden Innovationsbericht von London: Jetzt bekommt Englands Metropole zwei sogenannte Fahrrad-Highways, die durchs Zentrum der Stadt führen. Wir haben zu viel Verkehr, zu viele Autos, und langsam stellen kluge Leute ihren Arbeitsweg vom Auto auf das E-Bike um. Genau hier sollten auch wir ansetzen. Anstatt Strassen für Autos zu verbreitern, sollten wir separate Wege für E-Bikes und Fahrräder erstellen, damit der Autoverkehr abnehmen kann. Wer braucht im Flachland einen Offroader, und müssen wir für übertrieben grosse Autos die Strassen anpassen? Und dann später natürlich alle Tiefgaragen, die Parkplätze in den Wohnsiedlungen, in der Stadt? Ist das die Zukunft, in die die junge Generation hineingleiten soll?Vreni Raemy-Koch, Buchrain LU

So schreien die Geländewagen (Offroader, SUV etc.); nicht wegen uns – nein, wir wollen die kleinen, schwachen Verkehrsteilnehmer nicht gefährden! Schön und gut, doch brauchen die immer grösser werdenden Schiffe nicht auch mehr Platz? Und was ist mit den Bikes und ihren breiten Lenkern? Ganz zu schweigen von den Fussgängern – schliesslich zeigen zahlreiche Studien, dass auch wir Menschen immer dicker werden. Müssten also der Gerechtigkeit wegen nicht alle Verkehrswege verbreitert werden? Da trifft es sich doch gut, dass die Budgets für Ausbildung und Krankenpflege laufend geschmälert werden, denn so kann das eingesparte Geld getrost für die Verbreiterung der Strassen verwendet werden. Übrigens, ich sehe keine Gefahr, dass die Geländewagenfahrer auf breiteren Strassen zu Rasern werden, denn die Autoindustrie ist bestimmt gerüstet, dann wiederum breitere Autos zu bauen.Gina Hasler, Rupperswil AG

Was für eine Idee: die Strassen wegen der Offroader zu verbreitern. Da würde man wohl besser die Offroader dorthin schicken, wo sie ihrem Namen nach hingehören: off the road!Ilse Nàvert-Eigenmann, Ebmatingen ZH

Anstatt eine Maximalbreite für Personenwagen und Therapien gegen die Fahrangst für SUV-Fahrer vorzuschreiben, sollen also alle Steuerzahler die Strassenverbreiterung der Angstneurotiker und Manko-Kompensierer finanzieren. Ich werde den Verdacht nicht los, dass eine erwiesenermassen kaum innovative Branche sich gesundstossen will und beste Lobby-Arbeit geleistet hat. Mit «Politik» hat das nichts zu tun.Hugo Reichmuth, Basel

Niemand benötigt neu ein breiteres Auto, um wie bisher Personentransporte auszuführen. Überbreite PWs dienen dem Besitzer dazu, sein mangelndes Selbsbewusstsein zu kompensieren. Was man im Volk als «Ellbögle» bezeichnet, trifft auf viele «SUV-Panzer» besitzende Mitbürger zu. 15 Prozent mehr Verkehrsfläche und doppelstöckige Autobahnen, Alpwege, die für SUVs ausgebaut werden müssen. Undenkbar, was sich das Astra da vorgenommen hat. Oder wird künftig ein Warnfahrzeug notwendig wie bei Panzerverschiebungen der Armee? «Freie Fahrt dem freien Schweizer!»Heinrich Schneebeli, Affoltern am Albis ZH

Seit Jahren werden die Autos immer grösser und jetzt will der Bund (wer ist das eigentlich?) breitere Strassen bauen, damit die Offroader, die in der Schweiz niemand wirklich braucht, mehr Platz haben. Wie wäre es, wenn man das Problem an der Wurzel packen und auf die Riesenkarossen verzichten würde?Jürg W. Merz, Stäfa ZH

Wegen der immer grösser werdenden PKWs sollen die Strassen verbreitert werden. Als nächstes müssen wohl die Parkfelder in den Parkhäusern und die öffentlichen Parkplätze vergrössert werden. Gute Idee, denn wir haben ja Land zum Verschwenden! Mein Vorschlag: Die Politiker sollten sich Gedanken machen über eine Limitierung der Grösse der PKWs und ein Zufahrtsverbot für überdimensionierte Fahrzeuge in die Parkhäuser. Niemand braucht ein panzerähnliches Gefährt für den Alltag. Wer nicht darauf verzichten will, kann eine Sonderbewilligung beantragen zu Bedingungen analog LKWs.Markus Schnelli, Ennetbürgen NW

Das glaub ich jetzt aber nicht: Statt diese überflüssigen Protzkisten zu verbieten, breitere Strassen bauen. Ich plädiere für breitenabhängige Geschwindigkeitsreduktionen an Engstellen, niveaugetrennte Velowege und verursachergerechte Kostenverteilung für diese Massnahmen.Gernot Schneider, Villnachern AG

Das Bundesamt für Strassen findet, dass unsere Strassen breiter werden müssen, «um den Bedürfnissen aller Verkehrsteilnehmer gerecht zu werden», wegen Offroadern, Geländelimousinen und ähnlichem Gerät. Begründung: Sicherheit für alle. Sicherheit ist immer gut, aber ja nicht die Unsicherheiten dort bekämpfen, wo sie entstehen. Wie deren Name schon sagt, gehören diese Protzkarren nicht auf die Strasse. Kommt dazu, dass einmal mehr die Allgemeinheit für die Gemeinheiten einer ganz besonderen Gesellschaft bluten soll. Es müssen nur die Richtigen die richtigen Forderungen stellen und das Verursacherprinzip ist presto vergessen. Die Freiheit des Kleinwagens hört da auf, wo das Recht des Hausfrauenpanzers beginnt! Besser können wir eine verlogene und überbordende Statussymbol-Industrie nicht unterstützen. Uns und unserer Umwelt hülfen - wie auch das traurige Exemplum in Genua zeigt – geringere Gewichte, geringere Geschwindigkeiten, geringerer Treibstoffverbrauch, dosierter Verkehr, also alles, was SUV per se an sich haben.Ernst Menet, Lyss BE

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und des immer knapper werdenden Bodens erwarte ich vom Bund eine zukunftsorientiertere Lösung, als einfach die Strassen zu verbreitern. Anstatt Treibstoff-Fresser mit breiteren Strassen noch zu fördern, wären alternative Ideen gefragt. So könnten zum Beispiel die überdimensionierten SUVs in eine höhere Fahrzeugkategorie eingestuft werden, für die eine schwierigere und aufwändigere praktische Fahrprüfung nötig ist und oder eine tiefere Höchstgeschwindigkeit gilt. Bestimmt würden sich dadurch mehr Leute überlegen, ob es für die tägliche Fahrt ins Büro, oder den Transport des Sprösslings in den Schwimmunterricht wirklich ein Geländewagen mit unnötig hohem CO2-Ausstoss sein muss! Damit könnte dann ja auch das befürchtete Sicherheitsrisiko wieder reduziert werden.Brigitte Steiner, Buochs NW

Eine grosse Bitte an die Autohersteller. Macht endlich die Autos wieder kleiner, dann gibt es auch wieder mehr Sicherheit für die umweltfreundlichen Velofahrer. Man stelle sich vor, wieviel Grünfläche ginge da wieder verloren, ganz zu schweigen von den Kosten, die daraus entstünden. Diese SUVs sind leider seit Jahren eine blöde, unnötige Mode, und es ist zu hoffen, dass dieser Hype endlich beendet wird. Man kann auch Allradautos produzieren, die nicht so riesig sind. Man erinnert sich noch an den ersten Subaru 4 mal 4, den uns Bernhard Russi empfahl.Katrin Bachmann, Riehen BS

Die geforderte Verbreiterung der Strassen sollte von den Offroader-Besitzern (SUV) nach dem Verursacherprinzip über die Motorfahrzeugsteuer, entsprechend ihrer Breite, finanziert werden.Anton Muheim, Basel

Das Auto werde in Zukunft weniger als Statussymbol dienen, sagen uns die Fachleute. Und doch will der Bund wegen der vielen SUV die Strassen verbreitern. Seit Nietsche Gott für tot erklärt hat, ist der Mensch daran, ganze Legionen von Kraftmaschinen herzustellen. Kostenlos verrichten die neuen Götzen Ihre Arbeit nicht; entweder fressen sie die natürlichen Ressourcen (Staudamm Laos) oder sie beschleunigen den Klimawandel.Lorenz Wüest, Pfäffers SG

Das fehlt gerade noch, dass unsere Strassen wegen protziger Geländelimousinen verbreitert werden! Dies würde dem ohnehin oft machohaften Verkehrsverhalten vieler Offroad-Lenker zusätzlich Vorschub leisten. Und wer soll das bezahlen? Etwa die Steuerzahler, welche keine oder normalgrosse Autos fahren? Sicher nicht – oder kennen Sie jemanden, der einen zu grossen Mantel gekauft hat und sich das Essen vom Steuerzahler bezahlen liess, bis er in den Mantel gepasst hat? Es bleibt nur zu hoffen, dass die Sicherheitswarnungen der BfU von den Behörden ernst genommen werden. Sollten dennoch breitere Strassen gebaut werden, dann müssten diese im Sinne des Verursacherprinzips finanziert werden, mittels Sondersteuer für Offroad-Besitzer.Jürg Hänsenberger, Arbon TG

Als in den 80er-Jahren die kleinen Kompaktwagen auf den Markt kamen, galt dies als Fortschritt bezüglich urbaner Mobilität und Ökologie. Wenn nun ausgerechnet der Bund den VSS orchestriert und die Strassen generell der SUV-Fahrzeuge wegen verbreitern will, verliert er an Glaubwürdigkeit in Sachen Umweltschutz und fördert den automobilen Strassenkampf. Kommt hinzu, dass Kantone und Gemeinden im Nachhinein die breiteren Strassen postwendend mit Hindernissen wie Bäumchen, Blumenrabatten, Pollern und dergleichen wieder künstlich verengen. Viel klüger wäre es, ab sofort generell keine Personenwagen mit mehr als 120 PS zuzulassen. Damit wäre diese Diskussion kostenlos beendet und die archaische zur Schaustellung von mobiler Macht, Protzerei und sozialem Status gelindert.Andreas Achermann, Luzern

Die meisten unserer Strassen sind nicht zu schmal, jedoch die Geländeluxuslimousinen sind zu breit. Es ist ungeheuerlich, dass man für Prestigefahrzeuge viele Strassen verbreitern will. Dieses Vorhaben ist sowohl ökonomisch und ökologisch unsinnig. Da spricht man von sorgfältigem Umgang mit Boden. Mit Verbreiterungen werden zighunderte von Hektaren Boden verschwendet und zu asphaltiert. Mit den Strassenverbreiterung alleine ist es aber nicht getan, unzählige Parkplätze müssen ebenfalls angepasst werden, was wiederum zusätzliche Flächen verschwendet. Es stellt sich die Frage von welchen Steuergeldern dieser Luxus, welcher von der FDP befürwortet, bezahlt werden soll. Diese Forderung unterstützt ausgerechnet die FTP, welche aktuell die Unternehmenssteuern senken will, um gegenüber dem Ausland Konkurrenzfähig zu bleiben.Gerhard Ziegelmüller, Oberbüren SG

Familienkommission will Luxus-ElternzeitSonntagsZeitung vom 19.8.2018

Die eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen (EKFF) bringt es auf den Punkt, wenn sie vermerkt, dass bei superluxuriösen Modellen für den Mutterschaftsurlaub wie in Finnland sich Faulheit breit mache. Mütter die zu Hause nur kochen, den Haushalt besorgen, mit den Kindern spazieren gehen, ein Hobby pflegen, in Vereinen mitmachen, Sport treiben, Bücher lesen, einen Garten pflegen usw. neigen also zur Faulheit ist das Fazit dieser Kommission. Dabei: In den ersten Lebensjahren ist es wichtig, dass Kinder von ihren Müttern betreut werden, nicht irgendwo abgestellt werden. Männer besorgen eher selten neben der Berufsarbeit den Haushalt und kümmern sich kaum um die Kinder. Der dreijährige Mütterurlaub in Finnland ist deshalb vorbildhaft. Dass dies eingeführt wurde, ist vermutlich auch das Verdienst von Kinderpsychologen. Eine uns bekannte Kinderpsychologin in Finnland, jetzt 90 Jahre, hat lange in Biel und Basel gearbeitet bevor sie in Helsinki eine Praxis eröffnete. In Zürich machte sie bei dem Psychologen Paul Parin eine Lehranalyse. Wie sie uns kürzlich sagte, fand sie es gut, dass ihre Verwandte mit vier Töchtern nicht arbeiten ging, auch wenn das von anderen Mitglieder der Familie gar nicht verstanden wird.Heinrich Frei, Zürich

Leider hat man bei dieser wunderbaren Statistik vergessen, die Lohnprozente des bezahlten Mutterschaftsurlaubs hin zu schreiben . Die Luxusvariante in der Schweiz will 80 Prozent. Glaubt man im Ernst, das die Slowakei, die an 1. Stelle steht, sich das erlauben kann. Wers denn glaubt.Claudia Oppliger, Basel

Wer 38 Wochen mit 80 Prozent Lohnersatz bezahlen kann, diesen Unternehmungen/Staat muss es ja super gut gehen. Da die jungen Eltern oft liebe Grosseltern als Kleinkindhüter haben, günstige Krippenplätze belegen und meistens als Zweitverdiener sich eine Nanny leisten. Dass sie einen SUV/4x4, Hund und allenfalls Haus haben, ist selbstverständlich. Vernünftig wäre total 14 / maximal 16 Wochen Papi/Mami-Zeit, welche diese unter sich aufteilen. Wichtig auch, dass nicht nur für die Baby's, sondern für die Kindererziehung bis ins Erwachsenenalter Zeit fürs Lernen/erziehen aufgewendet wird.Wil Vonier, Oberrieden ZH

Kampf gegen ein verachtendes FrauenbildSonntagsZeitung vom 19.8.2018

Dass die SP-Frauen ausblenden, dass die Gewalt gegen Frauen eindeutig einen Migrationshintergrund hat, ist nur dann nachvollziehbar, wenn man die Aussage von Tamara Funiecello beizieht. Wenn sie sagt, dass wir in diesem Land ein Problem mit «toxischer Männlichkeit» haben, dann ist für mich als Mann die Richtung klar. Es geht hier um einen Generalverdacht gegen Männer, um Geschlechterkampf und schlussenlich auch darum, die «Männer abzuschaffen». Wir müssen endlich begreifen, dass wir gegen Gewalt an Frauen vorgehen müssen und die Ursache klar benennen. Die Gewalt hat einen Migrationshintergrund. Und hier gilt es präventiv aktiv zu sein und endlich eine Politik zu betreiben, die Migranten erst dann auf die Gesellschaft loslässt, wenn sie den Nachweis erbracht haben, dass sie integrierbar sind. Nicht vorher.Bruno Birri, Basel

Wir erleben gerade ein verlogenes gegenseitiges Anschreien der geistigen Extremisten (inklusive ein paar aus dem Nationalrat) von den zwei Enden der Gesellschaft. Ohne mit der Wimper zu zucken ignorieren beide Seiten die Fakten, welche nicht in ihr zweifarbiges Weltbild passen. Das linksintellektuelle (-populistische) Milieu macht es sich sehr einfach: Alle Männer sind gleich und schuldig. Kulturelle oder soziale Hintergründe werden ausgeblendet. Doch nicht nur Menschen migrieren, sondern mit ihnen auch die Ansichten und Normen der Gesellschaft aus der sie kommen. Das rechts-populistische Milieu macht es sich genauso einfach: Der Ausländer oder der Secondo war es. Als ob es genetisch ausgeschlossen sei, dass ein blauäugiger Blonder zuschlagen kann. Was also sollten wir endlich lernen im Zeitalter der Social-Media? Am besten jene zu ignorieren, die uns ihren ungefilterten populistischen Mist per Twitter laut zuschreien und jenen zuzuhören, die fundierte Aussagen machen, und mit ihnen ihre Forschungsergebnisse ernsthaft zu diskutieren.Wolfgang Kweitel, Zürich

Es braucht breitere Strassen, damit Offroader die anderen nicht verdrängen

SonntagsZeitung vom 19.8.2018

Herr Aebi argumentiert, mit breiteren Strassen würden die schwächsten Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer vor immer grösseren Autos geschützt. Diese Verdrehung der Tatsachen ist nicht nur falsch, sondern sagenhaft zynisch. Überdimensionierte Autos gefährden alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer unnötig. Nun möchten VSS und Astra diese Entwicklung legitimieren und fördern, indem sie Strassen verbreitern. Es ist klar, dass in der Folge mehr und noch grössere Autos unsere Sicherheit gefährden werden. Ein Wettrüsten, das in der Logik der Strassenbauer (und der Autoimporteure) unbedingt gefördert werden sollte. Dass hingegen der unabhängige und aufmerksame Journalist die dreiste Verdrehung mit dem Argument weiter spinnt, dass dadurch schwächere Verkehrsteilnehmende geschützt würden (wobei er selbst gewöhnliche Autos mit einschliessen muss), ist da schon erstaunlicher. Velofahrende, zum Beispiel, werden am besten durch sichere Velorouten geschützt. Für diese scheint der Platz jedoch weitgehend zu fehlen. Nun soll dieser für die Masslosigkeit mancher Automobilisten gefunden werden? Herr Aebi hält die Entwicklung zu immer grösseren Autos für eine Naturgewalt, der wir uns zu fügen hätten. Es ist keine. Und breitere Strassen für sicherer. Das sind sie nicht. Sie sind ein Diebstahl öffentlichen Raums im Namen der Rücksichtslosigkeit.Timo Bezjak, Zürich

Was hat Bundeshausredaktor Mischa Aebi zu diesem Kommentar bewegt? Seine Stellungsnahme ist eine Bankrotterklärung für die moderaten, umweltbewussten Verkehrsteilnehmer. Grosse, meist unnütze SUV-Moloche werden mit breiteren Strassen zur Norm erklärt. Was klein und vernünftig verkehrt, wird damit zum Exoten. Eigentlich wissen wir alle, dass die aktuelle Entwicklung nicht vernünftig ist und trotzdem werden die Autos in der Schweiz immer stärker und grösser. Und nun sollen deshalb die Strassen verbreitert werden? Das nenne ich kurzsichtiges Denken!Roland Käser, Münsingen BE

Das Argument von Herr Aebi, dass der Kampf gegen den Klimawandel nicht die entscheidende Frage in der Diskussion sei, ist kurzsichtig, unverantwortlich und egoistisch. Kurzsichtig, weil eine solche Strassenverbreiterung einem momentanen Konsumtrend folgt, welcher mit der Energiestrategie 2050 nicht vereinbar ist, unverantwortlich, weil es völlig falsche Anreize setzt und die Umweltbelastung und Platzknappheit nur noch verschärft, und egoistisch, weil es zwar ein paar Autofahrer mit überdimensionierten Gefährten glücklich macht, der grossen Mehrheit aber nichts bringt. Wenn die Regierung in dieser Form wertvollen Platz und knappe Steuergelder für ein paar Wohlhabende ausgeben will, hat sie meiner Meinung keinen Rappen meiner Steuern verdient. Die Strassen wegen solch einem Luxusobjekt zu verbreitern ist vergleichbar mit einer Vergoldung des Klopapiers. Willkommen im Versailles der Moderne.Rachel Patthey, Basel

Welch billige Argumentation von Herrn Aebi, die schwächeren Verkehrsteilnehmenden, die bereits jetzt durch die unnötig breiten und schweren Offroader gefährdet sind, als Begründung zu bemühen, noch mehr gemeinsamen Raum für Egofahrzeuge zu opfern. Das ist reine Augenwischerei und Symptompolitik, nicht der kleinste Ansatz, die Sinnhaftigkeit der Fahrzeugnormen infrage zu stellen. Wären Herrn Aebi und der Autolobby die Sicherheit von Velofahrenden, Fussgängerinnen und Kleinwagen wirklich ein Anliegen, könnte problemlos Geld für den Autostrassenunterhalt abgezogen werden, kommen doch die allradgetriebenen SUV bestens klar mit schlechtem Strassenbelag und Schlaglöchern. Das Geld könnte in zielgerichtete Infrastruktur und Sicherheit der im Kommentar mit solcher Besorgnis bedachten schwächeren Verkehrsteilnehmenden investiert werden.Peter Marty, Thalwil ZH

Der Exit aus dem Verhandlungsplan läuft auf allen Ebenen

SonntagsZeitung vom 19.8.2018

Mit aller Gewalt und Rücksichtslosigkeit versuchen die beiden FDP Bundesräte unter angeblich grossem Zeitdruck doch noch Verhandlungen mit der zwängelnden EU bis im September abzuschliessen.Ein offensichtlicher Affront sondergleichen gegenüber der mehrheitlichen Ablehnung dieser umstrittenen Vorlage durch das Schweizervolk. Das eher rahmenlose Rahmenabkommen mit dem tonangebenden Brüssel bringt auf verschiedenen Ebenen nur Kosten und Umtriebe mit einem gesamthaft gesehen eher geringen Nutzwert für unser meistens wirtschaftlich gut organisierten Land. Zudem wird die zukünftige neue EU Kommission nicht mehr vom küssenden und hartnäckigen Herrn Juncker abhängig sein was möglicherweise zu besseren Verhandlungsresultaten für die Schweiz führen könnte. Es ist auch anzunehmen dass die bisherigen Bilateralen Beziehungen und das Schengener Zollabkommen mit der EU die meisten Anliegen unseres Landes an Europäische Staaten auch so durch gegenseitige Rücksichtnahmen erfüllen. Weitere Zugeständnisse und fremde zusammengemurkste Gesetze brauchen wir auf diese befehlerische Art wahrhaftig so nicht. Nicht eine Reset-, sondern die Delete-Taste brauchen wir in Zukunft eher.Egon Sommer, Winterthur ZH

Wie ich im Zivilschutz mein Leben riskierte – mehrfachSonntagsZeitung vom 19.8.2018

An dieser Stelle möchte ich allen Zivilschützern, die auf dem Hagenturm und im oberen Kantonsteil von Schaffhausen ausgeharrt haben, im Namen der Feuerwehr und der Bevölkerung von Merishausen danken, dass sie die verantwortungsvolle, wenn auch nicht spannende Aufgabe der Wache auf dem Hagen übernommen haben. Der Regierung sei auch gedankt, dass sie den mutigen und unbequemen Entscheid gefällt haben, diese Aufgabe dem Zivilschutz zu übertragen. 2003 musste das von der örtlichen Feuerwehr, sprich von der Wohnbevölkerung übernommen werden, ohne dass sich jemand über CHF 250.- Gedanken gemacht hätte. Man hat die Notwendigkeit eingesehen. Vom Verfasser des Artikel, ein Medienprofi, hätte ich etwas mehr Tiefgang und weniger Zynismus erwartet. Als Kulturredaktor hat man es vermutlich nicht so mit den harten Fakten. Fakt ist, dass Merishausen in den vergangenen Jahren mehrmals von grösseren und kleineren Waldbränden heimgesucht wurde. 2017 ist das Dorf haarscharf an einer verheerenden Brandkatastrophe vorbeigeschrammt. Danke des Einsatzes aller umliegenden Feuerwehren, inkl. der Feuerwehren aus dem angrenzenden deutschen Gebiete und der Armee, konnte der Schaden in Grenzen gehalten werden. Trotzdem entstand ein Schaden in Millionenhöhe.

Nur knapp ein Jahr später müssen wir uns einen an Zynismus kaum zu übertreffenden Artikel über den Sinn eines Präventiveinsatzes gefallen lassen. Die Regenschauer, der angeblich die ganze Nacht gedauert hat, muss ich in den 3-4 Stunden in welchen ich währen der Zeit geschlafen habe, verpasst haben. Möglich, dass es auf dem Hagen geregnet hat, was aber nicht bedeutet, dass es auch im Dorf oder bis an die Kantonsgrenzen nass geworden ist. Schauer waren immer sehr lokal. Das war auch in den Meteosendungen zu erfahren.Ich bin aber zuversichtlich, dass der Verfasser des Artikel etwas gelernt hat. Die angebliche Rauchsäule ist Wasserdampf und, dass die Dampfsäule aus Leibstadt stammt, weiss bei uns jedes Kind.Werner Stauffacher, / Feuerwehrreferent, Gemeinderat Merishausen SH

«Wir werden in China Geschäfte eröffnen»SonntagsZeitung vom 19.8.2018

Es wird wohl langsam an der Zeit,dass man die Besitzer der Migros fragt, ob sie mit den wildgewordenen Managern ihres Betriebes noch zufrieden sind, oder ob diese ersetzt werden müssen durch solche, welche ihre Interessen besser vertreten!Alex Frey, Nussbaumen AG

Und in der Schweiz womöglich Stellen abbauen, so der neue Migrochef Walter Huber. Die angedachten Geschäfte in China seien teuer so liegt es nahe, dass die Schweizer Migros zu Gunsten einer neuen Idee Schweizer Personal opfert. Eigentlich wundere ich mich über keinen Quantensprung des Fremdgehens der Migros, hat sie sich doch schon lange über der Grenze breit gemacht, leider ohne grossen Erfolg. Es gibt halt Länder, die bleiben erst einmal ihren eigenen Firmen treu. Das Gottlieb Duttweiler Imperium entwurzelt sich mit diesem China Schritt etwas zu weit weg von seinen Genossenschaftern.Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

Für immer FeierabendSonntagsZeitung vom 19.8.2018

Ihren Artikel habe ich mit Befremden gelesen. Was soll daran erstrebenswert sein, mit 30 oder 40 Jahren bereits aus dem Beruf auszusteigen und das «Leben zu geniessen»? Zum Einen dürfte es nur wenige Menschen geben, die ein solches hohes Einkommen haben, dass sie – selbst bei grosser Sparsamkeit – die dafür notwendigen Geldbeträge zurücklegen können, dass sie bis zum Tode sicher davon leben können. Zinssituation und Risiken der Geldanlage seien nur am Rande vermerkt. Und sparen ohne Verzicht gibt es bei den «Normalos» nicht – es sei denn, sie haben im Lotto den grossen Gewinn gemacht. Für nur wenige Jahre Arbeit gibt es auch nur eine geringe Rente im Alter – daran haben sie wahrscheinlich nicht gedacht. Und ganz nebenbei kann ein normaler Rentner in der Schweiz sowieso nicht nur von der AHV leben. Auch er muss erspartes Geld verbrauchen, um über die Runden zu kommen. Zum andern kosten viele der Freizeitaktivitäten Geld, gerade auch wenn man auf ein Auto verzichtet und auf den ÖV angewiesen ist. Und immer nur Freizeit wird mit der Zeit auch langweilig und damit anstrengend. Ein durchaus wichtiger Aspekt ist, dass man ohne berufliche Tätigkeit auch keine Anerkennung mehr für die geleistete Arbeit – u. anderen auch in Form von Bezahlung erhält. Freiwilligenarbeit und Gotteslohn kann das nicht ausgleichen. Soziale und verlässliche Kontakte fehlen dann. Als Rentnerin weiss man von diesen Problemen, weil man sie täglich hautnah erlebt. Oder gibt es bereits Berichte von denjenigen, die diesen Lebensentwurf bis zum Alter erfolgreich, glücklich und ohne Geldprobleme gelebt haben? Ich glaube nicht. Und wenn, dann waren sie Millionäre mit unbeschränkten Möglichkeiten.Inge Looser, Bubikon ZH

Ich bin Mitte 40, und der Artikel stimmt mich nachdenklich. Sich jahrelang auf den «Fuck you» Day zu freuen – dem Tag der Kündigung? Dann seliges Nichtstun – aber ohne konkreten Plan und mit geringsten finanziellen Möglichkeiten? Einen Blog führen, vielleicht ein Buch schreiben? Das klingt für mich alles sehr nach verfrühter Midlife-Crisis. Eventuell sollte diese Energie besser dahin verwendet werden, eine Arbeit und Rolle zu finden, in welcher man/frau sich so richtig wohl fühlt. Da arbeite ich lieber bis 75 mit einem gesunden Pensum an einer Aufgabe, die mich und meine Umgebung erfüllt, als dass ich morgen Montag im Bett liegen bleibe.Michael Stahel, Rämismühle-Zell ZH

Ich kann den Wunsch, sorgenlos früher aus dem Erwerbsleben auszusteigen, sehr wohl nachvollziehen, da ich mich deswegen zum frühst möglichen Zeitpunkt pensionieren liess. Bereits die Planung mit 60 in den Ruhestand zu gehen, war anspruchsvoll. Mit der Planung habe ich mit ca. 40 begonnen und habe Glück gehabt, dass in meinem Leben immer alles gut lief .Ich bewundere den 22-jährigen, der mit 30 eine Million auf der Seite haben will. Damit wird er aber mit 30 nicht aus dem Erwerbsleben aussteigen können. Schleierhaft bleibt auch, wie die Pittets mit Fr. 4200.- auskommen wollen, wenn sie jetzt mit Kindern Fr. 8000.- brauchen und vielleicht auch einige Monate in Kanada leben möchten. Zudem gibt es Probleme mit der Teuerung und der jährlichen Zahlung an die AHV für Nichterwerbstätige, die erheblich sein kann. Was passiert im Falle von Krankheit oder Scheidung? Ein weiteres Problem stellt sich bei Pellis, die sich offensichtlich nicht klar sind, wo sie nach dem frühzeitigen Ausstieg leben wollen. Ohne zu wissen, wie die Lebensumstände nach der Pensionierung geregelt werden sollen, sind sämtliche finanziellen Überlegungen nur Stückwerk. Wir sprechen hier von Zeiträumen von 40 bis 50 Jahren die mit so kurzfristigen Träumen nicht in Einklang zu bringen sein werden. Sehr gut ist allerdings, dass in den genannten Fällen die Planung für das Alter schon früh beginnt, auch wenn andere als finanzielle Überlegungen nur rudimentär gemacht werden.Werner Städeli, Zürich

Schöner kochen

SonntagsZeitung vom 19.8.2018

Ihre Kulinarik-Seite habe ich sehr genossen. Der Begriff, den Sie betreffend der Kochhose gesucht haben, lautet zwar gleich wie «High Waste» (mit viel Abfall verbunden), heisst aber «High Waist» (hohe Taille).Roger Brooks, Rotkreuz ZG

Eine Hand für dich, eine fürs BootSonntagsZeitung vom 19.8.2018

Zwei Berichtigungen/Ergänzungen dazu: 1. Kingston war nie eine «frühere» Haupstadt Canada's. Die damaligen lokalen englischen und französischen Regierungen konnten sich nie gemeinsam auf eine zukünfitge Haupstadt Canada's einigen. So musste anno 1857 die Königin Viktoria, die höchste Instanz des Commomwealth, für sie zwischen den Städten Kingston, Toronto und Ottawa entscheiden. 2. In Canada gibt es keine Bundesstaaten, nur Provinzen und Territories. Auf den 7-tägigen Bootsreisen hat man genug zu tun, um auf den restlichen 100 km (ab Smitz Falls), die 20 Locks anzusteuern und zu passieren. Da bliebt nicht viel Zeit für Muse, Drinks, Musik, Fischen und Vögel beobachten ...Ueli Heubi, Bern

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