«Ein absoluter Blödsinn»

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Der Schulweg in Naters VS. Foto: PD

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Die Kinderfrage schlägt aufs Gemüt
SonntagsZeitung vom 17. 9. 2017

Die belastende und unbefriedigende Tatsache, dass die Kinderfrage Frauen auf das Gemüt schlägt, lässt sich kaum ändern. Erstens ist es unsagbar schwer, die Doppelbelastung Beruf und Mutter ohne tatkräftige und regelmässige Unterstützung der Grosseltern in den Griff zu bekommen. Zweitens ist es nach meinem Dafürhalten absolut einleuchtend, dass bei kinderlosen Managerinnen im Alter zwischen 35 und 45 Jahren das Wohlbefinden immens angeschlagen sein kann. Einerseits war es für sie nicht voraussehbar, dass die berufliche Belastung derart hoch ist und ihre Wertschätzung im Beruf mager ausfällt. Unter einem solchen Sachverhalt ist es für mich völlig nachvollziehbar, dass sie dem verpassten Kinderwunsch nachtrauern. Armin Arnold, Köniz BE

Elterntaxis werden für viele Schulen zum Problem
SonntagsZeitung vom 17. 9. 2017

Für die Entwicklung unseres Körpers gibt es keine Alternative: Wir müssen mehr gehen und laufen. Es scheint, dass wir Erwachsenen, aber auch unsere Kinder immer mehr körperliche Probleme haben: Haltungsschwierigkeiten, Platt- und Senkfüsse und Gelenkschwierigkeiten. Mangel an Training und Bewegung ist offenbar die Hauptursache dieser Probleme. Der Schulweg zu Fuss ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, um diese regelmässige und notwendige Bewegung anzutrainieren. Jan Swager van Dok, Grenchen SO

Diese Entwicklung passt gut zu derjenigen der generellen Richtung von heute. Individualismus über alles und für die anderen, was übrig bleibt. Meistens nicht allzu viel. In vielen Ländern hat man keine andere Wahl, als das «Mami­taxi­system» für Schulkinder anzuwenden. Ich habe das in Südafrika selber erlebt. Hierzulande hingegen ist es ein absoluter Blödsinn in jeder Beziehung. Die Distanzen sind lächerlich, Verkehrswege werden überwacht und gesichert, Mord und Totschlag sind zum Glück noch immer eine Seltenheit, und die Kinder sind es schon früh gewohnt, sich auf der Strasse zu bewegen. Mark Gasche, Kirchberg BE

Die Seuche der Elterntaxis lässt sich offensichtlich nicht dadurch beseitigen, dass den Eltern gut zugeredet wird. Deshalb sind etliche österreichische Schulen auf die Idee gekommen, dass doch eigentlich die Kinder ihre Eltern erziehen könnten. Dort gibt es für die Schüler, die selbstständig zur Schule kommen, täglich einen Punkt, und bei einer bestimmten Punktzahl bekommen diejenigen Schüler aufgabenfrei oder ein kleines Geschenk. Scheint gut zu funktionieren, und ist hiermit zur Nachahmung empfohlen. Peter Metzger, Langnau ZH

Gott zieht um, neue Mieter ziehen ein
SonntagsZeitung vom 17. 9. 2017

Ein Problem für die Klöster ist, dass sie nur junge Mönche aufnehmen; Pensionisten sind ein zu grosses Finanzrisiko? Richard Sieber, Rheineck SG

Mit dem Thema Kirche und Geld gibt die SonntagsZeitung relevante Impulse zu aktuellen Problemen der Gesellschaft und Kirche. Während das türkische Religionsministerium und Arabische Emirate schweizerische muslimische Institutionen finanzieren und mit konsequenter Bekennerpräsenz den Islam auch in die Öffentlichkeit tragen, bis 2025 mit 20 000 Austritten aus der reformierten Kirche schweizweit zu rechnen ist, stehen unsere Kirchen vor leeren Kassen und zeigen Kleinmut. Wenn, wie in Meilen, die Kirchenpflege mit Bauland von über 14 Millionen Luxuswohnungen bauen will und an der Urne abgeschmettert werden musste, ist das die falsche Entwicklung. Kirche ist keine Aktiengesellschaft. Auch hier ist das Milizsystem gefährdet. Es fehlt an engagierten Kirchenbehörden. Kirche und Glaube werden nicht überleben, weil diese erfolgreiche profitorientierte Unternehmen sind, sondern weil die biblische Verheissung diese auch in Zukunft wachsen und überleben lässt. Kirche ist kein Kulturinstitut, unsere Pfarrerinnen und Pfarrer sind keine Kulturbeamten, sondern Träger und Verkünder des Evangeliums und Seelsorger. Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

Bankenplatz Schweiz verliert massiv an Boden
SonntagsZeitung vom 17. 9. 2017

Wie dumm kann man nur sein, das Bankgeheimnis aufzugeben? Zu leicht wurden unsere Verantwortlichen über den Tisch gezogen. In Delaware und auf den Kaimaninseln arbeiten die grossen angelsächsischen Banken immer noch mit dem Bankkundengeheimnis und lachen sich den Buckel voll über das Verhalten unserer naiven Politiker. Andreas Ungricht, Basel

Kantone schlampen bei Tierschutz
SonntagsZeitung vom 17.9.2017

Ohne Vollzug sind Gesetze wertlos. Bei neuen Herausforderungen werden sehr schnell sehr oft neue Gesetze gefordert. Dies ist per se nicht immer falsch, aber ein neues Gesetz ist «nur» so gut, wie dessen Vollzug in der Praxis. Papiertiger um Papiertiger wird in den Trichter gekippt, bis beim Vollzug der Flaschenhals entsteht. Auch befördert durch die zahlreich werdenden Sparübungen in den Verwaltungen. Die fehlenden Grundkontrollen beim Tierschutz sind höchstens die Spitze des Eisberges. Letztlich führt dies zu einem Glaubwürdigkeitsdefizit beim Rechtsstaat. Gerade beim Tierschutz ist dies besonders stossend. Pascal Merz, Sursee LU

Erstellt: 22.09.2017, 13:25 Uhr

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