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«Eine Grundgebühr bis 10 Franken ist erlaubt. Wer kann das noch bezahlen?»

Die Reaktionen der Leser.

Foto: Getty Images
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Gesundheitsminister Alain Berset muss endlich seine Aufgabe wahrnehmen

Dem Editorial kann man nur zustimmen. Ergänzend müsste man noch andere Ursachen der Misere bezüglich Gesundheitskosten erwähnen: Warum übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Kosten für Operationen im Ausland nicht, die häufig einen Bruchteil der in der Schweiz anfallenden Kosten betragen? Warum werden die übertriebenen Gehälter der CEOs nicht beschnitten? Warum setzen sich die Kassen nicht effizienter für ihre Vertragsfreiheit mit Ärzten, besonders mit Spezialärzten, ein? Auch das Bundesamt für Gesundheit trägt seinen Teil bei. Seit Jahren kann ich mich des Eindrucks von Filz in diesem Bundesamt nicht erwehren. Es vermittelt nicht selten den Eindruck, gegenüber der Pharmalobby sehr nachsichtig, wenn nicht gar willfährig zu sein.Walter Stucki, Hünibach BE

Freysinger schiesst Eigentor

Freysinger und die «Weltwoche» sind wahrlich ausgeprägte Vordenker der SVP. Mit allen Tricks wird versucht, das Volk für dumm zu verkaufen. Ich bin froh, gibt es noch anständige Medien, die solche schmuddeligen Machenschaften aufdecken.Hans-Ulrich Wanzenried, Zürich

Medizintouristen verdrängen Schweizer Patienten

Wenn viele Ausländer in die Schweiz kommen, um sich behandeln zu lassen, spricht das doch für die gute Qualität in unseren Spitälern. Sehr viele Angestellte sind ja auch Ausländer (von diesen Nationen). Viel mehr Bedenken machen die dauernden Bemühungen, für mehr Organspender zu werben oder diese quasi fast dazu zu zwingen. Wenn ein Ausländer eine Million «schwarz» zahlt, ist er doch bei einigen Ärzten «privilegiert», denn auf der ganzen Welt finden «Bestechungen» statt. Dann sind plötzlich immer mehr Patienten «hirntot». Wenn es zu aufgedeckten Delikten kommt, dann bestand bei den angewendeten Geräten ein seltener EDV- oder Verbindungsfehler; unmöglich zu entdecken.Richard Sieber, Rheineck SG

«Die Fifa kann doch nichts verkaufen»

Unglaublich, was Gianni Infan­-tino als Fifa-Präsident für einen Unsinn zu bewerkstelligen versucht. Niemanden scheint es, ausser den Medien, zu betreffen. Und die neu ernannte Ethikkommission wird vermutlich zu schwach sein, um sich bei Herrn Infantino durchzusetzen. 25 Milliarden für zwei neue Wettbewerbe und/oder ­Verkauf von WM-Rechten, unglaublich. Auch die Besitzer der Fifa, nämlich die Verbände einerseits (unter anderem auch der SFV) als auch das neu geschaffene Council (37 Mitglieder), haben bis dato nichts gegen die unverständlichen Absichten des Präsidenten unternommen. Und wo führt das hin? Wil Vonier, Oberrieden ZH

Die Stimme der Autorität

Ich habe Frau Obamas Buch in englischer Originalsprache gelesen. Schade, dass sie gemäss eigener Aussage nie für ein politisches Amt kandidieren möchte, aber ich verstehe sie. Sie ist schlicht und einfach zu intelligent dafür.Hanspeter Schmutz, Basel

Krankenkassen haben ihre eigenen Kosten nicht im Griff

Zwei Punkte, die die Verwaltungskosten enorm in die Höhe treiben, werden in dem Artikel überhaupt nicht angesprochen. Bekanntlich werden die Agenten/Vermittler von Neukunden fürstlich entlöhnt. Das kann pro Fall einige Tausend Franken ausmachen. Wenn man bedenkt, dass zudem auf Ende November hin viele Neukunden akquiriert werden (müssen?), die zusätzlich viele Mutationen und entsprechend Kosten auf beiden Seiten bewirken, muss man nicht überrascht sein, wenn so hohe Verwaltungskosten entstehen. Wir Konsumenten haben es in der Hand, dem ein Ende zu setzen, indem wir nicht jedes Jahr der Meinung sind, die Krankenkasse wechseln zu müssen, nur weil «das Gras auf der anderen Seite grüner sein soll». Das stimmt schlussendlich in den wenigsten Fällen. Jede Krankenkasse hat Vor-, aber auch Nachteile. Die absolut ideale Krankenkasse gibt es nicht. Charles Sobol, Basel

Hotlines bringen Konsumenten zum Verzweifeln

Eine Grundgebühr bis 10 Franken pro Minute ist erlaubt, sagen unsere Politiker. Wahnsinn, wer kann das noch bezahlen? Vielleicht unsere Bundesräte, die einen Spesenzusatz von mehr als 30 000 Franken erhalten, was dem Jahressalär einer Verkäuferin oder ungelernten Arbeiterin entspricht. Wo leben unsere Politiker, auf welcher Seite stehen sie? Natürlich auf der rechten Seite, wo die Industriellen ihre Gesetze bestimmen. Das schockiert mich echt, schon 1.50 Fr./Minute, wie Yallo, CSS oder sonstige verlangen, sind total übertrieben. Die Callcenter entledigen sich des Personals, und nun muss ich als Schweizer Bürger einer anonymen Stimme zu allem Übel noch so viel Geld pro Minute überweisen, mit der Gefahr, meine Probleme jedes Mal neu in den Hörer zu schreien. Wo sind die guten ­alten Zeiten, wo die PTT noch ­gratis Telefonleitungen installierte und gratis Telefone zur Miete offerierte? Die Ära der Digitalisierung kündigt x Personen, um wiederum Rechnungen an die Kunden zu verschicken, die viel zu hoch ausfallen. Wir haben es der Technik und unseren Politikern zu verdanken, dass gewisse Unkosten nicht in Angriff genommen werden. Anderweitig werden Millionen an Aktionäre verteilt.Susanne Geser, Biel

Den Artikel fand ich sehr interessant. Nur finde ich es schade, dass Sie nicht darauf hinwiesen, dass es auch anders geht. Seit diesem Jahr (2018) wird im Kanton Zürich eine Gratis-Hotline für gesundheitliche Fragen angeboten: 0800 33 66 55 (während 24 Stunden). Zudem gibt es Krankenkassen, die einen 24-Stunden-Service zu normalen Telefontarifen anbieten.Alfred Huber, Thalwil ZH

Frau ohne Eigenschaften

Wie beruhigend für uns: Herr Somm besitzt offensichtlich die Klugheit, das EuropaGeschehen als einer der wenigen Menschen zu verstehen und abzuhandeln. Nur soll er das bitte nicht in der «SonntagsZeitung» tun, nachdem wir ihn endlich in Basel losgeworden sind. Die Häme des Herrn Somm, der noch nicht einmal aus einem der EU angehörenden Land kommt, gegenüber der von den Briten gewählten Premierministerin, ist fehl am Platz, egal ob man ihrer Politik zustimmt oder nicht. Herr Somms Geschichts- und Geografieverständnis spottet jeder Vernunft. Ein Beispiel: Dass die irische Grenze durchlässig bleibt, ist für die Iren in der Republik und in Nordirland unerlässlich. Mit grosser Mühe wurde dies in Verhandlungen, unter anderem mit dem berühmten Karfreitagsabkommen, erreicht. Es ist ein entscheidender Grund, dass der Bürgerkrieg beendet werden konnte. Wir können nur hoffen, dass sich Herr Somm nie in die Politik begibt. Schlimm genug, wenn sich eventuell Leserinnen und Leser an seinen Kolumnen orientieren.

Walter Schultheiss, Basel

«Was sagen Sie Eltern, die um ihre Kinder kämpfen ­wollen?»

Gewisse Leute ärgern sich darüber, dass in der Schweiz nicht alles erdenkliche gemacht wird, für Babys welche viel zu früh auf die Welt kommen. Diese Kinder haben meist, wenn nicht sogar immer einen enorm schwierigen Start in das Leben. Diese Strapazen, die der kleine Körper durchmachen muss, sind absolut nicht zu unterschätzen. Zudem sind lange, wenn nicht lebenslängliche Therapien erforderlich, um ein normales gesundes (wenn überhaupt möglich) Leben führen zu können. Dies wiederum erfordert tägliche Aufopferung der Eltern, oft bis zum Zusammenbrechen der Personen, Zerbrechen der Beziehungen etc. Was dieser Start ins Leben finanziell bedeutet, will und kann ich nicht erläutern, aber wenn schon täglich über die steigenden Gesundheitskosten gesprochen wird, sollte man dies eventuell nicht ausser Acht lassen. Zu dem leben wir heute in einer Gesellschaft, in der die Kinder (sogar gesunde) selten 7 Tage die Woche von den Eltern betreut werden, (Mann respektive Frau, will nebenbei auch noch Karriere machen, sich verwirklichen etc.) sondern von Kitas, Krippen, Grosseltern und Tageseltern. Wenn man nicht einmal gewillt ist, zu einem gesunden Kind zu schauen, wie sieht es dann bei einem kranken, hoch pflegebedürftigen Kind aus? Warum macht man einen solche Aufstand und im Gegenzug werden gesunde oder eventuell «leicht» kranke Embryos (Trisomie21-welche unter Umständen nie auf solch intensive Hilfestellungen/ Therapien angewiesen sein werden) abgetrieben? Sobald ein Leben beginnt, muss auch mit dem Tod gerechnet werden. Unser Leben ist endlich, irgendwann muss jeder sterben. Aber in unserer zivilisierten und hochmodernen Welt wollen/können wir den Tod nicht akzeptieren. Dies ist ein grosses Problem, auch in der Altenpflege. Vor dem 90. Lebensjahr darf heute niemand mehr sterben. Bereits heute herrscht vielerorts ein Pflegenotstand, und wenn genügend Fachkräfte vorhanden wären, fehlt das nötige Geld. Sobald die Eltern dieser kranken Kinder nicht mehr in der Lage sind, diese selber zu betreuen, müssen Heime, Spitex etc. einspringen. Woher nehmen wir die fehlenden Fachleute, und das fehlende Geld? Warum darf ein Erwachsener der keine Chance auf Heilung hat, selber aus dem Leben scheiden? Ein Fötus, welcher von Natur aus nicht lebensfähig ist (demnach entscheidet, zu sterben), nicht in Würde sterben? Wir wollen Spitzenmedizin, jedoch sind wir nicht bereit oder wie 2 Tage später in der Zeitung steht, bald nicht mehr in der Lage diese Kosten zu tragen. Also muss unbedingt ein Umdenken stattfinden.

Snezana Eschler, Heimberg BE

Der Entscheid des Arztes, ein viel zu früh Geborenes sterben zu lassen, ist bestimmt nicht einfach ein Bauchgefühl-Entscheid. Es wird sicher die ganze Lebenssituation der Eltern, Mutter miteinbezogen. Ist eine Mutter alleinerziehend, hat sie oder beide Elternteile Zeit, wie stehen sie finanziell da?, das sind wichtige Gründe zum Entscheid für oder dagegen. Was ist der Grund für eine Frühgeburt, ist die Mutter Raucherin, ist sie sehr jung oder älter, gesundheitlich gut dran, nervlich stabil? Es ist nicht unwesentlich diese Punkte zu wissen, um einen Entscheid treffen zu können. Was ist in der Tierwelt? Tiere die nicht überlebensfähig sind, werden entweder aufgefressen oder nicht beachtet, weil ein Überleben in der Natur nicht möglich wäre. So auch in der Pflanzenwelt. Es gibt Starke und Schwache, so ist es beim Menschen nicht anders. Auf Biegen und Brechen etwas durchsetzen wollen, ist nicht naturgewollt. Ich meine, dass zu aller erst an das zu Frühgeborene und seine Chancen gedacht werden sollte.

Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

Es hat sich gelohnt

Auch wenn Sie Theaterintendant in Gent und Autor sind, mit der Beschimpfung Russlands als «aktuelles Regime» und «Putins Reich», weisen Sie sich aus als ein direkt oder indirekt bezahlter Mitläufer des angelsächsischen Informationskrieges gegen Russland. Für diesen Infokrieg wird viel Geld ausgegeben und es lohnt sich, mitzumachen. Russland führt hingegen keinen Infokrieg. Das kostet nichts und ist erst noch effizienter, indem die Lügen dieses Infokrieges sich als «Boomerang» erweisen, zum Beispiel auf der Krim. Was wiederum mit weiteren gut bezahlten Lügen verschleiert und wird. Sie versuchen redlich, aber nicht gerade überzeugend, im Tatsachen verdrehenden Stil dieses Infokrieges Russland mit der UdSSR gleichzusetzen, indem Sie «die Moskauer Prozesse» von 1937, die stalinistischen Terrorprozesse, wo die Urteile tatsächlich «grotesk» waren, auf die Anklage gegen den oppositionellen Regisseur Kirill Serebrennikov zu projizieren. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass dieser nicht wegen seiner künstlerischen, sondern wegen seiner terroristischen Tätigkeit angeklagt ist und sitzt. Er hat in Moskau versucht, nicht eine virtuelle, sondern eine tatsächliche Sprengladung zur Explosion zu bringen, im Auftrage von Ihnen unterstützter Russlandfeinden. Wenn Serebrennikov tatsächlich oppositionell und tatsächlich Regisseur ist, sollten ihm eigentlich andere Mittel zur Verfügung stehen, als seine oppositionelle Gesinnung mit Bombenterrorismus auszudrücken. Victor Lambert, Rickenbach Sulz

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