«Ich würde mich schämen, so beschenkt zu werden»

Die Reaktion der Leser.

«Gemäss BFS-Statistik ist in der Schweiz die ­durchschnittliche Lebenserwartung von Männern im 65. Lebensjahr seit 2011 nicht mehr angestiegen, bei den Frauen ist dies seit 2010 der Fall», Christoph Huter, Basel. Foto: Thomas Egli

«Gemäss BFS-Statistik ist in der Schweiz die ­durchschnittliche Lebenserwartung von Männern im 65. Lebensjahr seit 2011 nicht mehr angestiegen, bei den Frauen ist dies seit 2010 der Fall», Christoph Huter, Basel. Foto: Thomas Egli

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«Rettungsplan für 70 Franken mehr AHV»
SonntagsZeitung vom 5. März 2017

In der laufenden Frühlingssession des Parlamentes wird die mit vielen Minenfeldern belastete AHV-Revision polarisierend behandelt. Ein Scheitern der grossen nötigen Sozialreform ist möglich. Es ist unsäglich, wenn die CVP und SP mit einem völlig unangebrachten Giesskannenprinzip allen AHV-Bezügern 70 Franken mehr Rente pro Monat ausgiessen wollen. Es ist ebenso störend, dass es die grossen bürgerlichen Parteien verhindern, den einkommensschwachen Rentnerinnen und Rentnern diese nötige Erhöhung zu gewähren. Mit sinkender 2. Säule ist der Verfassungsauftrag gefährdet, im Alter den Lebensstandard einigermassen zu erhalten. Es wird die GLP sein, die eine intelligente Brücke baut und nun fordert, die 70 Franken gezielt einzusetzen, damit diejenigen, die es wirklich nötig haben, insbesondere die Frauen und Bezüger von Mindestrenten, berücksichtigt werden. Ich würde mich schämen, in meinem gesicherten Alter mit der SP-und-CVP-Giesskanne monatlich so beschenkt zu werden und die AHV zu belasten. Es ist unsozial und unangebracht, allen AHV-Bezügern, auch gut abgesicherten Rentnern, diese Erhöhung auszuzahlen. Hier geht es nicht um das Link-rechts-Schema und Parteitaktik, sondern um bare Vernunft und den Erhalt unseres sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhaltes der Schweiz. So ginge Politik! Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

Ist es nicht ärgerlich, wenn Rentner wie Schmarotzer dargestellt werden? Immer wieder wird eindrücklich aufgezeigt, wie immer mehr Rentnerinnen von immer weniger Erwerbstätigen ausgehalten werden müssen. Warum sollten da nicht auch Roboter AHV-pflichtig werden? Der Generationenvertrag könnte so gefestigt werden. Warum wird nie aufgezeigt, dass alle Rentnerinnen Arbeitsplätze generieren? Ob sie jetzt gesund und mobil sind oder krank und pflegebedürftig. Zum Beispiel Hersteller von medizinischen Hilfsmitteln und Geräten, Leute in Pflegeberufen bis zu den Ärzten profitieren. Besonders die Pharmaindustrie, denn je mehr Medikamente verkauft werden, desto höher der Aktienwert. Die AHV wird also wieder vollumfänglich umgelagert, was man von überrissenen Managerlöhnen nicht behaupten kann. Darum ist eine gute und sichere AHV für alle unverzichtbar. Ingrid Bickel, Altstätten SG

«Die AHV ist zu alt geworden»
SonntagsZeitung vom 5. März 2017

Wenn man seine Meinung als Redaktor äussert, ist das richtig. Man sollte aber alle Argumente einbeziehen. Vor 50 Jahren hatten viele Arbeiter einen Lohn von 1000 Franken pro Monat, trotzdem mussten sie die AHV ihrer Eltern finanzieren, welche damals noch nichts einbezahlt hatten. Deshalb gibt es bei der AHV das Umlageverfahren. Wie gut waren die Autobahnen, die Schulhäuser, die Kläranlagen und die Flugplätze damals? Fast alles wurde durch die jetzige Rentnergeneration gebaut und finanziert, sogar die Reserven im AHV-Topf! Und jetzt wollen die Jungen den Alten dafür nicht einmal 70 Franken mehr Rente ­finanzieren? Schande! Aber mitschuldig daran sind auch die FDP/SVP-Politiker und vor allem auch die Presse, welche nur durch das Unternehmertum überleben kann. Richard Sieber, Rheineck SG

In Ihrem Artikel schreiben Sie u. a.: «Weil wir zum Glück immer älter werden, weil die geburtenstarken Jahrgänge ins Pensionsalter kommen . . .». Gerade den ersten Teil dieses Satzes können wir mantraartig fast überall lesen. Er wird als Stimmungsmacher für die Unausweichlichkeit einer längeren Lebensarbeitszeit eingesetzt – stimmt aber so nicht mehr: Gemäss BFS-Statistik ist in der Schweiz die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern im 65. Lebensjahr seit 2011 nicht mehr angestiegen, bei den Frauen ist dies seit 2010 der Fall. Trotzdem behaupten Sie, dass seit Einführung der AHV die Lebenserwartung Jahr für Jahr um 100 Tage steige. Es ist klar, dass es noch weitere rentenrelevante Faktoren gibt, aber die Demografie ist einer der wichtigsten, und da sollte man doch hin und wieder einen Blick auf die Faktenlage werfen und lieb gewordene Behauptungen hinterfragen. Sonst dient man den Interessen der Privatassekuranz zu, auch wenn man das gar nicht im Sinn hat. Christoph Huter, Basel

«Der Mann braucht eine Motivationsspritze» SonntagsZeitung vom 5. März 2017

Weder Frau noch Mann brauchen unzählige Erklärungen, Coachs und Unterstützungskurse, sondern Wirtschaftsverantwortliche, die ­bereit sind, Macht abzugeben und die Verantwortung zu teilen. Das heisst, alle Mitarbeitenden in den Wirtschaftsprozess miteinzubeziehen und sie da abzuholen, wo sie aufgrund ihrer Ausbildung stehen. Sie zu fördern und ihre sozialen und familiären Verhältnisse zu berücksichtigen. Bis anhin stellen die Verantwortlichen der Unternehmen aus wirtschaftlicher Sicht den Mitarbeitenden die Bedingungen. Würden sie ihre Aussagen in Bezug auf die Arbeitsverhältnisse Mann und Frau ernst nehmen und umsetzen, dann müssten sie die neue Ausgangslage als Bedingung für eine Mitarbeit in ihrer Firma setzen. Aber das vermeiden sie wissentlich, denn das würde die eigene Macht infrage stellen und kreatives Denken und Handeln fordern. Und dem geht man besser aus dem Weg. Richard Wurz, Bremgarten AG

Frau Bleicher hat es auf den Punkt gebracht, das endlose Geschwätz über die Gleichstellung und Frauenförderung hängt einem zum Hals heraus. Ich bin so weit, dass ich aufseiten des Mannes stehe und Erbarmen aufkommt! Was wollen wir Frauen denn überhaupt noch? Frauen, die qualitativ gut sind, müssen nicht hinten anstehen, sie sind selbstbewusst und haben das nötige Auftreten und die Ausstrahlung, die es braucht für eine Bewerbung um einen guten Anstellungsvertrag. Eine intelligente Frau muss nicht beständig auf Teufel komm raus um Gleichstellung kämpfen. Der intelligente Mann weiss eine solche Frau zu schätzen. Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

«Eine Endlosschleife des Geschwätzes»
SonntagsZeitung vom 5. März 2017

Genau da liegt das Problem: Viel dummes Geschwätz, oberflächliche Aussagen und sogar handfeste Lügen schaden den Frauen nur. Um diesem wichtigen Thema gerecht zu werden und damit weiterzukommen, müsste man der Sache auf den Grund gehen und ein paar Fragen klären: Was will die Frau (ohne Feministenturbos) wirklich? Hat es heute genug Frauen, die für Führungsaufgaben gut genug ausgebildet sind? Wer übernimmt ihre Aufgaben im Haushalt und wie? Diese Aufgabe fällt nämlich nicht einfach weg, wenn Frau Karriere macht. Genauso muss man klären, wer das Geld verdient, wenn der Mann zu Hause bleiben will oder muss. Früher waren diese Aufgaben vorprogrammiert, ganz einfach, weil Frau keine oder nur eine haushaltsrelevante Ausbildung hatte. Jetzt muss man umdenken, aber auch umorganisieren. Die Aufgaben in einer Familie sind nämlich immer noch die gleichen! Mark Gasche, Kirchberg ZH

«Der Revolutionäre Aufbau aus Zürich mischte Bern auf»
SonntagsZeitung vom 5. März 2017

Dass der Berner Sicherheitsdirektor ein Verbot für den Revolutionären Aufbau fordert, ist ein guter Anfang, doch genügt dies noch nicht. Meiner Meinung nach weist diese Gruppierung klar terroristische Tendenzen auf; bei ihren kriminellen Aktionen nimmt sie vorsätzlich den Tod von Ordnungskräften in Kauf. Sprengfallen, Feuerwerkskörper, faustgrosse Steine, das ganze Arsenal zeugt davon. Die Ereignisse der vergangenen Tage in Bern sollten genügen, mehrjährige Haftstrafen für die Rädelsführer auszusprechen. Auch der immense Sachschaden, der regelmässig ein Bestandteil der Ausschreitungen ist, rechtfertigt ein hartes Durchgreifen. Rolf Hug, Aadorf TG

«Auf zur Revolution!»
SonntagsZeitung vom 5. März 2017

Herr Kunz beschuldigt in seinem Kommentar Heiko Haumann (Emeritus des Departements Geschichte der Uni Basel), mit seinem geschichtswissenschaftlichen Artikel in der «Wochenzeitung» (WOZ) zur Revolution 1917 direkt für die Gewaltausbrüche in Bern vorletzte Woche verantwortlich zu sein, da er die Geschehnisse 1917 verharmlost habe. Dem ist entschieden zu widersprechen. Weder im genannten Artikel noch in seinen unzähligen Schriften zur Revolution 1917 noch in seiner universitären Lehre findet sich bei Haumann eine Verharmlosung der Gewalt. Die Unterstellung, ein Artikel zur Revolution, der nicht die Gewalt und Morde explizit erwähne, rufe wiederum zur Gewalt auf, ist dazu abstrus und diffamierend. Es stellt sich bei der geneigten Leserschaft noch die Anschlussfrage, warum Haumann vom Katheder aus zur Gewalt aufrufen sollte. Die Antwort findet sich bei Kunz nicht, ausser man folgt dem wie üblich in solchen Polemiken nicht ausbleibenden, geschickt eingebauten Hinweis, Haumann sei Deutscher. Na dann ist ja alles klar. Eine solche implizite Argumentation ist peinlich und beschämend. Prof. Dr. phil. Erik Petry, Basel

«Im Land des Windes»
SonntagsZeitung vom 5. März 2017

Nun, liebe Frau Hochuli, auch Sie scheinen nicht frei von äusserlichen Betrachtungsweisen zu sein. Sie sehen Schlösser, Burgen, Luther und die Geistesgrössen Thüringens. Ja, sie sind und waren da, wirklich. Um sich aber in die griesgrämige Schweizer Seele einzureihen, bemühen Sie längere Strassen und grosse Autos, obwohl ich in Zürich und Umgebung schon lange wegen der noch dickeren Autos und unzumutbaren Strassen um mein Leben fürchten muss. Und sich dann Hundekotbeutel aus Zürich bringen zu lassen, ist edel, hilfreich und gut, aber bitte, Frau Hochuli … Wenn Sie gut an der Ostsee ankommen wollen, empfehle ich Ihnen, mal mit den Menschen zu reden. Sie werden Erstaunliches erfahren. Ostdeutschland hat da einiges zu bieten. Dann werden Sie auch freundlich aufgenommen, wenn Ihnen nach diesem Marsch die Füsse schmerzen. Ausser Sie haben nichts weiter vor, als sich berechtigterweise über Hitlers Ferienfabrik in Prora auf Rügen auszulassen. Thomas Kirschning, Berikon AG

«Frauenhass aus der Tastatur»
SonntagsZeitung vom 5. März 2017

Natürlich gibt es auf allen Seiten Leute, die übertrieben, aber auch Leute, die übertrieben reagieren. Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass es unter den Frauen weit mehr gute und sehr gute gibt als unter Männern. Ein paar sehr gute und ein paar sehr schlechte gibt es bei beiden. Aber ehrlich, der Grossteil der Männer ist weder gut noch schlecht, sondern einfach mittelmässig, sie wollen es aber nicht wahrhaben. Und am schlimmsten sind diejenigen Männer, die ausser Machos rein gar nichts sind. Ich habe aber auch Männer kennen gelernt, die waren sich bewusst, dass sie bei der Intelligenz zu kurz gekommen waren. Aber das waren extrem angenehme Mitmenschen, weil sie ihre Grenzen kannten und sich nicht aufplustern mussten. Und da habe ich auch gelernt, einfache Menschen hoch zu achten, die sich nicht überschätzen, ihre Grenzen kennen und ihre Aufgabe da sehen, wo sie gerade stehen, und in ihrer Verbundenheit mit dem echten Leben äusserst rücksichtsvoll sind. Erich Brauchli, Niederweningen ZH

«Carlos steht ab morgen wieder vor Gericht»
SonntagsZeitung vom 5. März 2017

Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln. Der lernt nie aus seinen Fehlern. Daniel Zollinger, Uster ZH

«Die Erben der Hand Gottes»
SonntagsZeitung vom 5. März 2017

Auf diesen Artikel betreffend Fussballkultur habe ich schon lange gewartet. Am wichtigsten scheint mir dabei, dass die jungen Fussballer dazu verführt werden, die unprofessionellen Tätigkeiten zu kopieren. Dadurch wird es dann im Laufe der Zeit immer schlimmer. Vorbildlich ist es beim Landhockey. Der Captain geht bei einer Unklarheit zum Schiedsrichter, und dieser verlangt ein Videobild und entscheidet dementsprechend. Vielleicht könnte der Fussballverband damit anfangen, im Fernsehen neben dem Video gegen Rassismus auch ein Video gegen die ­Unsportlichkeit auszustrahlen. Im Weiteren sollte neben dem besten auch der sportlichste Fussballer geehrt werden. Willem Spaargaren, Jona SG

«Barometer»
SonntagsZeitung vom 5. März 2017

Sollte der «Bestatter» tatsächlich für die deutschen Sender synchronisiert werden, so wirds spannend bei der Übersetzung von «Schafseckel!» Das A-Wort ist zwar präzise, aber ungeeignet; eventuell eignet sich der Ausdruck «Schafskopp»? Handelt es sich jedoch um einen «huere Schafseckel», wird vor allem das «huere» zur Knacknuss werden. Thomas Grössinger, Möriken AG

«Die Evolution steht auf dem Spiel»
SonntagsZeitung vom 5. März 2017

Der abgebildete Elefant in der Printversion der SonntagsZeitung ist nie und nimmer eine «asiatische» Spezies, sondern ein «Afrikanischer». Eher schwach! Donat A. Autsch, Brunnen SZ

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 11.03.2017, 17:45 Uhr

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