«Mit solch astronomischen Geldsummen verliert der gesamte Fussball»

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Kostete Paris Saint-Germain 222 Millionen Euro: Fussballsuperstar Neymar.

Kostete Paris Saint-Germain 222 Millionen Euro: Fussballsuperstar Neymar. Bild: Reuters

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«Neymar hat nur ein Problem: Was macht er mit den 30 Millionen?»
SonntagsZeitung vom 6. August 2017

Fussball ist nicht erst seit der absurden Neymar-Transfersumme eine gut geölte Geldmaschine. Vor allem für eine kleine Minderheit, während die Mehrheit – Fans und Supporter – mehrheitlich die Show finanzieren. Dies passiert sowohl direkt mit dem Erwerb von Eintrittskarten, Pay-TV Angeboten und Fan-Artikeln wie auch indirekt über den Produktenkonsum der grossen Sponsoren. Kein Mensch, vor allem kein Fussballer hat einen Wert von über 200 Millionen Euro, Dollar oder was auch immer. Die Fans hätten es in der Hand, die weitere Kommerzialisierung des Fussballs zu bremsen. Man stelle sich vor, die Fussballarenen wären plötzlich leer, es würden keine Pay-TV-Angebote mehr gekauft und die Clubs blieben auf den Fan-Artikel sitzen. Was einem Albtraum für die Kommerzialisierer gleichkäme, wäre gleichzeitig ein Schritt zurück zur Normalität. Pascal Merz, Sursee LU

Ich las über die astronomische Transfersumme von PSG an ­Neymar: 222 Millionen Euro Ablöse plus ein enormes Salär. Wie viele an Hunger leidende Kinder könnte man damit ernähren? Mit solch astronomischen Geldsummen verliert der gesamte Fussball. Solche Mannschaften kann ich nicht mehr anschauen. Michael Hofer, Winterthur

Zuwanderung: Begrenzung scheitert an Software
SonntagsZeitung vom 6. August 2017

Weil ich das Programmieren von Computern in den Sechszigerjahren erlernte, gelte ich wohl oder übel als IT-Fachmann aus Zeiten der IT-Pfahlbauer. Dass die Umsetzung der MEI-Initiative die Informatik der Arbeitsvermittlungszentren überfordert, kommt bei mir als schlechter Witz an. Um ­diese Problematik einer elektro­nischen Lösung zuzuführen, hätte mir mein damaliger Arbeitgeber maximal 6 Monate Zeit zur Verfügung gestellt, und ich glaube, dass ich das auch geschafft hätte. Dass die «dringende Weiterentwicklung der Programme» mehrere Jahre in Anspruch nehmen ­werde – und dies mit den modernsten Entwicklungsmethoden und ­Codierungsmöglichkeiten – zeigt wieder einmal, wie, wo und wie viel abgezwackt wird. Denn in vielen Bundesbetrieben werden solche Aufträge an spezialisierte Firmen vergeben, weil internes Knowhow fehlt. Dafür habe ich kein ­Verständnis. Paul Hitz, Uster ZH

Die RAV müssen ihren Job machen – nämlich Arbeit vermitteln
SonntagsZeitung vom 6. August 2017

Etwas verwundert habe ich Ihr Editorial über das RAV gelesen. Verwundert deshalb, weil noch nie jemand die Arbeitsvermittlungsqualität der RAV-Centern untersucht oder hinterfragt hat. Das heisst, die Frage stellt sich doch, wie viele Arbeitslose wurden durch das RAV direkt an einen Arbeitgeber vermittelt, wo es anschliessend zu einem Arbeitsvertrag geführt hat. Diese Zahlen wären interessant. Aus eigener ­Erfahrung aus meiner Arbeits­losigkeit kann ich Ihnen sagen, dass ich keinen einzigen Vorschlag oder eine Vermittlung an einen Arbeitgeber von meinen RAV-Beratern erhalten habe. Und dies, obwohl ich mehrere Aus- und Weiterbildungen vorweisen konnten. Das Einzige, was zählte, war, wie viele Bewerbungen man geschrieben hat. Obwohl ich mich als Assistenzarzt, Hamburger-Brater, Autoreiniger, Physiologe usw. beworben habe, hat die ­Qualität der Bewerbungen keiner hinterfragt. Also ist ein RAV nichts anders als ein RABK. Regionale Arbeits-Bewerbungs-Kontrollstelle. Genau wie sie schreiben, Arbeitslose werden verwaltet. Ich habe dann durch meine eigenen Bemühungen wieder eine Anstellung gefunden. Und ich kenne keinen einzigen Arbeits­losen, der beim RAV gemeldet ist und positiv über eine Stellen­vermittlung berichten könnte. Auch mit einem weiteren Ausbau von IT-Lösungen wird sich daran nichts ändern. Manfred Rohner, Uetikon am See ZH

In Ihrem Editorial erwähnen Sie, dass im ersten Semester 2017 «nur noch» netto 15'000 Personen zugewandert seien = sich das Problem in den letzten Jahren zunehmend entschärft habe. Aufgrund dieser Einschätzung ist einmal mehr feststellbar, wie sich der Mensch an eine Situation gewöhnt. Dabei sind 15'000 Personen netto eine mehr als stattliche Zahl, wenn man versucht, sich das vor Augen zu führen. Unser Dorf Schmerikon am andern Ende des Zürichsees würde sich glatt verzwei­einhalbfachen – und das in einem halben Jahr. Stefan Gschwend, Schmerikon SG

Der Staat fördert die Verschuldung der Hausbesitzer
SonntagsZeitung vom 6. August 2017

Anstatt das Wohneigentum wirksam zu fördern, agiert der Staat als williger Helfer von Banken und Versicherungen und treibt mit steuerlichen Fehlanreizen die privaten Wohneigentümer in eine volkswirtschaftlich gefähr­liche Verschuldungssituation. Die Abschaffung der weltweit ein­­maligen und ungerechtfertigten Eigenmietwertbesteuerung ist deshalb längst überfällig. Gleichzeitig wären sämtliche ­privaten Schuldzinsabzüge zu streichen. Im Interesse des Baugewerbes und der Substanzer­haltung sollte werterhaltender und vermögenssteuerlich relevanter Unterhalt an der selbst bewohnten Liegenschaft aber in einem begrenzten Umfange weiterhin in Abzug gebracht werden können. Willy Gerber, Balgach SG

«Eine Mutter im Bundesrat täte doch gut» SonntagsZeitung vom 6. August 2017

Viele wollen Bundesrat werden. Tessiner, Genfer, Waadtländerinnen und so weiter. Das erinnert an die TV-Serie «Die Schweizer». Darin war zu sehen, wie Alfred Escher einen gewissen Welti zum Bundesrat machte, auf dass er Eschers Eisenbahnpläne zum Durchbruch verhelfe, was besagter Welti gehorsamst tat. In einer Szene fragt Bundesrat Welti Escher, ob er nie da­ran gedacht habe, selbst Bundesrat zu werden. Darauf Escher: «Nein, ich will nicht Handlanger werden.» Das war Mitte des 19. Jahrhunderts. Heute ist alles ganz anders. Im Bundesrat hat es nun auch Handlangerinnen. Walter Fischer, Buttwil AG

Parteiische Richter
SonntagsZeitung vom 6. August 2017

Gut, dass einmal von einem Kenner des Systems die Korruptheit unseres Justiz(un)wesens thematisiert wird. Unabhängig wäre die Justiz dann, wenn die Richter parteilos und parteiunabhängig sind, und sich ihr Amt nicht kaufen müssen. Anders als Andreas Brunner habe ich als Aussenstehender nicht den Eindruck, dass sie gut funktioniert, eher das Gegenteil. Viel zu teuer und unerträglich langsam ist sie auch. Nach der Lektüre des letzten Absatzes von Brunners Artikel bleibt einem nur das traurige Fazit, dass wir wohl selber das notwendige Aufräumen dieses Systems innert nützlicher Frist nicht schaffen werden. Ernst Lebsanft, Gunten BE

RAV können Inländervorrang nicht wie gefordert umsetzen
SonntagsZeitung vom 6. August 2017

Nach knapp drei Jahren wurde nach langem Ringen eine Superlight-Umsetzung der MEI gefunden. Freude herrscht. 7 Monate später nun die Ernüchterung. Die RAV Software ist nicht fähig diesem ambitiösen Prozess zu genügen. Beim Seco liegt nun der Ball. Das Seco, welches uns monatlich die Arbeitslosenzahlen rapportiert, item. Dabei ist beim RAV schon lange der Wurm drin. Ausgeschrieben hiesse es; RAV Regionales Arbeitsvermittlungszentrum. Doch ist das RAV bei den Personalvermittlern, stark wachsende Branche seit einigen Jahren letzte Wahl. Seit Jahren vernehme ich in meinem Umfeld, dass es nicht entspricht, was von den Kunden erwartet würde. 2012 war ich froh nach einer Massenentlassung eine neue Stelle am Ende meiner Kündigungsfrist zu finden und nicht beim RAV antraben zu müssen. Ich hatte das Glück des Tüchtigen und fand eine Festanstellung. Gewiss hat es viele ambitionierte und Initiative Mitarbeiter beim RAV aber wenn die IT nicht genügt und die Akzeptanz bei den Stakeholdern nicht vorhanden ist dann versandet viel Enthusiasmus. In der Schweiz, muss man konstatieren, funktioniert manches immer weniger. Eine traurige Tatsache und irgendwie passt es zudem was für uns die Politiker Ende 2017 herausgetüftelt haben. François Vogel, Basel

Neue Strategie für Drohnen
SonntagsZeitung vom 6. August 2017

Liberal und pragmatisch wird das Problem der Drohnenindustrie vom Bundesamt in der Schweiz angegangen. Wie eben vieles, wo andere Länder längst den Hahnen zudrehen, wird er, wahrscheinlich aus kommerziellen Gründen, bei uns offen gelassen. Anders kann ich mir das nicht erklären. Das Problem der Fastkollisionen der Flugzeuge wurde schon vor Jahren thematisiert. In der Zwischenzeit gibt es immer mehr Flüge und nun auch die Drohnenindustrie, die einen grösseren Umfang annimmt und den Flugzeugen in die Quere kommt. Was soll man da zur Sicherheit der Flugzeuggäste machen? Weniger Flüge anbieten, Drohnen aus dem Markt ziehen (wo es doch so richtig boomt), der Umwelt und der Sicherheit zuliebe? Ja sicher, aber kommerzielle Einbussen wollen die Fluggesellschaften und Drohnenindustrie nicht einfach so hinnehmen. Also wird frisch und fröhlich im Himmel weitergewurstelt, bis der Bürger aufsteht und demonstriert! Susanna Geser, Biel BE

Wo Herrchen und Frauchen am liebsten Sitz machen
SonntagsZeitung vom 6. August 2017

Der Bericht ist ein gutes Beispiel für unser absurdes Verhältnis zu Tieren: Der Gründer des Hündelertreffs auf der Allmend Brunau hat ein Paradies für Hunde aus der ganzen Schweiz geschaffen. Aber am gleichen Ort betreibt er einen Kiosk, an dem er ausgerechnet Hotdogs, Cervelats und Wienerli anbietet. Es gibt ethisch keinen Grund, warum wir beispielsweise Schweine nicht ebenso gut behandeln sollten wie die beschriebenen Hunde, stecken erstere aber in enge, dunkle Ställe, mästen sie möglichst schnell, töten sie jung um sie schlussendlich ohne Not zu essen. Wir alle würden eigentlich Tiere lieben, warum bloss nennen wir aber die einen «Haustiere» und die anderen «Nachtessen»? Renato Werndli, Eichberg SG

Bratwurst und Burka
SonntagsZeitung vom 6. August 2017

Andreas Kunz, Redaktionsleiter der SonntagsZeitung, berichtet in der heutigen Ausgabe, er habe das vergangene verlängerte Wochenende im Berner Oberland verbracht und «das einzig Paradoxe an der voralpinen Idylle waren die vielen Burkas auf den Strassen». Ich kenne das Oberland gut. In Interlaken und Thun habe ich auch Vorträge gehalten. In Interlaken sind zahlreiche Touristinnen mit Hijab oder Tschador über dem Kopfhaar, bisweilen zusätzlich mit einem Niqab-Tuch vor Nase, Mund und Kinn, zu sehen, aber eine Burka-Trägerin habe ich noch nie gesehen. Die Burka ist übrigens VORislamisch. Die Pashtuninnen in Afghanistan trugen dieses blaue Tuch, das oben zu einer Kappe zusammengenäht ist und an der Oeffnung für die Augen mit Rosshaar vergittert ist, schon lange vor ihrer Islamisierung. Ich kann nicht glauben, dass im Zeitalter von Wikipedia und Co. diese Fakten einem Redaktionsleiter unbekannt blieben. Alternative Fakten sind in, nun auch hierzulande. Rupert Moser, Ostermundigen BE

Der Staat fördert die Verschuldung der Hausbesitzer
SonntagsZeitung vom 6. August 2017

Es ist mir völlig unverständlich, dass Hypothekarkredite grosszügig herausgegeben werden, und diejenigen im Regen stehen gelassen werden, die dringend einen Kredit gebraucht hätten, um sich Selbstständig zu machen! Die meisten Eigenheimbesitzer haben nicht genügend Kapital für ein Haus oder Eigentumswohnung, sie pfeifen aus dem letzten Loch, so der Ausdruck, trotzdem kommt man ihnen entgegen, die Verschuldung darf an den Steuern abgezogen werden, derjenige welcher sein Eigenheim bezahlte, bleibt auf dem Eigenmietwert sitzen, das ist die grosse Ungerechtigkeit, ein AHV-Rentner, egal wie er finanziell dasteht, hat keine Steuererleichterung! Es gibt sehr viele Leute, die profitieren auf Kosten derjenigen, die Verantwortungsbewusst mit dem Geld umgehen, die müssten belohnt werden, aber das Gegenteil ist der Fall! Ein solch ungerechtes System gehört in die Versenkung, Schulden bringen der Wirtschaft und dem Staat gar nichts! Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

«3-D-Drucker werden bei uns zu Einbussen führen»
SonntagsZeitung vom 6. August 2017

Klaus Michael Kühne sagt, dass er wünschen würde, mehr Schweizer zu beschäftigen, aber es an Fachkräften fehle. Er spricht das aus, was viele Manager denken oder nicht getrauen zu sagen. Das es an Fachkräften fehlt bei den Schweizer und Schweizerinnen würde ich nicht sagen. Das Hauptproblem ist, das die Unternehmen nicht die Löhne zahlen wollen oder können die ein Schweizer bzw. eine Schweizerin für ihren Lebensunterhalt braucht und darum weicht man auf ausländische Arbeitskräfte aus. Das ist (leider) so die Tatsache, auch wenn es viele nicht wahr haben wollen! Daniel Zollinger, Uster ZH

Ärzte sperren 14'000 psychisch Kranke weg
SonntagsZeitung vom 30. Juli 2017

Zwang heilt nicht. Zwang hinterlässt Verletzungen und schafft neues Leiden. «Freiheit heilt» hiess die Devise der italienischen Reformpsychiatrie der Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Das gilt heute noch. Zwar werden heute Menschen, die an einer psychischen Erkrankung nicht mehr hinter verschlossenen Türen und Mauern versteckt und eingesperrt. Sie und ihre Angehörigen werden aber stigmatisiert, ausgegrenzt und herabgesetzt. Das ist auch eine Freiheitsbeschränkung. Für Aussenstehende nicht sichtbar, für Betroffene aber sehr einschneidend. Die moderne Psychiatrie ist angetreten mit so wenig Zwang wie möglich und mit nur so viel wie nötig auszukommen. Ihr Versagen belegen die Zahlen. Die sogenannt Normalen wollen immer weniger mit von der Norm abweichenden Menschen zu tun haben und lassen sie wegstecken. Die einweisenden Ärzte und Behörden machen sich dabei zu Erfüllungsgehilfen. Abhilfe schaffen könnte eine Sozialpsychiatrie die diesen Namen verdient. Diese stützt sich auf die These «Was zählt ist Beziehung». Davon sind wir leider weiter denn je entfernt. Zwangseinweisungen sind das Ende jeder Beziehung. Bruno Facci, Zürich

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 11.08.2017, 16:42 Uhr

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