«Völlig unklar ist, welche Rolle die Mutter des Kindes spielt»

Die Reaktionen der Leser.

«Ein sehr eindrücklicher und einfühlsamer Bericht». Illustration: Birgit Lang

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Selber vorsorgen, sonst kommen die Kesb!
SonntagsZeitung vom 1.10.2017

Der Bericht ist zwar sehr wichtig, doch diese Schlagzeilen jagen Jung und Alt Angst und Schrecken ein. Da muss unbedingt etwas passieren, dass die Kesb nicht einfach diktieren kann, was mit uns passieren soll. Vor allem Junge wissen kaum etwas von einem Vorsorgeauftrag oder von einer Patientenverfügung. Es interessiert sie meistens gar nicht, weil dies viel zu weit weg liegt für sie. Es ist für die meisten eine Selbstverständlichkeit, dass nahe Verwandte sorgen würden im Ernstfall. Nur Aufklärung der Eltern bringt zu wenig. Die meisten Bürger und Bürgerinnen in unserem Land, die ein friedliches Verhältnis mit ihren Kindern, Eltern oder ihrem Partner haben, wünschen sich eine Betreuung durch sie selber und nicht durch eine fremde Person der Kesb. Dass ohne Vorsorgeauftrag einfach die Kesb bestimmt, ist nur realitätsfremd. Regula Hiltebrand, Au ZH

Mit der Kesb am Krankenbett
SonntagsZeitung vom 1.10.2017

Ich rate jedem Erwachsenen dringend, einen Vorsorgeauftrag, aber auch eine Patientenverfügung aufzusetzen. Die beste Vorsorge allerdings ist, in einer Familie mit gutem Zusammenhalt zu leben, deren Mitglieder für einen sorgen, wenn ein schwerer Unfall oder auch Demenz zu Urteilsunfähigkeit führen. Ja, Erwachsene können sich entsprechend vor der Kesb schützen. Wie aber können sich Kinder vor dieser Behörde schützen oder verteidigen? Karl Meier-Zoller, Effretikon ZH

Tiefere Sozialhilfe-Limite gefordert
SonntagsZeitung vom 1.10.2017

Es ist tatsächlich ein politisches Unding, wenn ein über 50-Jähriger gleich viel Sozialhilfe erhält wie jemand, der aus Afrika eingereist ist und noch nie einen Tag gearbeitet hat. Eine Abstufung von Sozialhilfebeiträgen ist ein lösungsfähiger Ansatz und widerspricht nicht dem Diskriminierungsverbot. Dieser Ansatz muss von der Politik aufgenommen werden, auch wenn es endlich zu grundsätzlichen Veränderungen schweizweit kommen muss. Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

All jene Bevölkerungsschichten in der Schweiz, welche unter die Armutsgrenze fallen und Sozialhilfe beantragen, hätten auf jeden Fall nichts dagegen, wenn man Sozialhilfebezüger aus dem Ausland härter anfassen würde. Damit sie in finanzieller Hinsicht menschenwürdiger leben könnten. Armin Arnold, Köniz BE

Krebsmittel sind unnötig teuer
SonntagsZeitung vom 1.10.2017

Die im Artikel zitierte Studie zu den Entwicklungskosten von Krebsmedikamenten blendet einen entscheidenden Punkt aus: die 90 Prozent Wirkstoffe, die in der klinischen Entwicklung scheitern und es nie zum fertigen Medikament schaffen. Die Preise von Medikamenten müssen neben dem Patientennutzen auch dieses hohe finanzielle Risiko reflektieren. Zudem wird im Artikel der hohe Nutzen von Krebsmedikamenten unterschlagen, ja verneint. Dabei überleben etwa Patienten mit Multiplem Myelom dank innovativen Medikamenten heute teilweise sieben bis zehn Jahre bei guter Lebensqualität, vor zehn Jahren betrug die Überlebensdauer noch drei Jahre. Sara Käch, Basel

Öko-Fischlabel wegen Irreführung der Kunden abgemahnt
SonntagsZeitung vom 1.10.2017

Wie die Organisation Fair-Fish schreibt, müssen wir zur Lösung den Fischkonsum einschränken. Statt aber einmal pro Monat, empfehlen wir als Vegane, ganz auf Fisch zu verzichten. Denn wir haben Tieren schon so viel Schlimmes angetan, das muss doch endlich ein Ende haben. Renato Werndli, Eichberg SG

Huawei auf dem Weg zur Nummer 1
SonntagsZeitung vom 1.10.2017

Mit Interesse habe ich Ihren Bericht zur aufstrebenden Firma Huawei gelesen. Sehr interessant. Leider ist Ihnen bei der Beschreibung des grossen Bildes auf der Seite 43 ein Fehler unterlaufen. Das von Ihnen benannte Schalllabor ist in Wirklichkeit eine EMC- oder EMV-Messkammer. EMC=Electromagnetic Compatibility, auf Deutsch EMV=Elektromagnetische Verträglichkeit. Mit einem Schalllabor, in dem Akustiktests durchgeführt werden, hat das Gezeigte auf dem Bild gar nichts zu tun. Rudolf Kaufmann, Sempach LU

Sprich mit mir
SonntagsZeitung vom 1.10.2017

Ein sehr eindrücklicher und einfühlsamer Bericht, der sehr verständlich die Ängste, Hoffnungen und auch Unsicherheit dieses Vaters schildert. Eines verwundert mich aber doch: Der Autor wird ja mutmasslich nicht alleinerziehender Vater sein; die Mutter des Kindes, die Partnerin des Autors, wird im Betrag mit keiner Silbe erwähnt. Dass ein solches spezielles Kind für die partnerschaftliche Beziehung eine Belastung sein kann, ist unbestritten und nachvollziehbar. Bekanntlich ist geteiltes Leid auch nur halbes, sprich: gegenseitige Unterstützung wertvoll und unverzichtbar. Peggy Zimmermann, Schafisheim AG

In meiner Verwandtschaft hat ein Kleinkind ähnliche Verhaltensweisen gezeigt. Nach einer Unzahl von Untersuchungen stellte sich heraus, dass das Kind einen Hörschaden hatte. Ein Hörgerät verbunden mit audiopädagogischer Betreuung hat in der Folge eine normale Entwicklung eingeleitet. Susanne Tschirky, Tuggen SZ

Mit Unbehagen habe ich den Artikel von Reto Hunziker gelesen. Herr H. spricht in dem Artikel von seinen vergeblichen Bemühungen, mit Ronja «ins Gespräch» zu kommen. Er hat ja offenbar Kontakt zu ihr. Er möchte ein guter Vater sein, aber er möchte auch eine Bestätigung dafür bekommen. Doch seine Tochter «quittiert» seine Bemühungen mit unverständlichen Lauten. Er möchte unaufhörlich, dass seine Tochter «normale» Entwicklungsschritte macht. Und sie verweigert sich ihm. Was ist der Grund für seine Insistenz? Könnte es auch in seiner eigenen Biografie Gründe geben, die seine Insistenz verständlich machen würden? Könnte es für den Vater wie für seine Tochter hilfreich sein, wenn der Vater in psychotherapeutischen Gesprächen mehr über seine Motive, Einstellungen, Erfahrungen und Erwartungen erfahren würde? Gleichzeitig ist völlig unklar, welche Rolle die Mutter des Kindes spielt, was für Vorstellungen und Einstellungen sie hat und wie die Beziehung des Elternpaares ist. Ich finde es sehr bedauerlich, dass offenbar niemand von seinen Redaktionskollegen den Mut hatte, Herrn H. davon abzuraten, sich in Form dieses Artikels zu exponieren. Ulrich Bürker, Zürich

Meine Tochter Pascale, zweisprachig aufgewachsen, war mit drei Jahren absolut unfähig, einen normalen Satz zu bilden; also entschied ich, nur noch auf Italienisch weiterzufahren (da ja mein Ex-Mann kein Wort Deutsch konnte). Aber auch das schien nicht viel an dem Nicht-reden-wollen-Können meiner Tochter zu ändern. Irgendwann mit fünf Jahren gingen wir zum Psychologen, der uns cool mitteilte, dass es eben Menschen gäbe, die nicht viel sagen (aber dafür mehr denken), und dass wir beide vielleicht eher das Problem seien. Damals wurden noch keine grossen Abklärungen gemacht, auch nicht, als meine andere Tochter in der ersten Klasse die Spiegelschrift anwendete. Pascale redet und schreibt heute noch wenig, aber ihre Schuljahre hat sie wie alle mit Auf und Ab bestanden! Susanna Geser, Biel BE

«Die Zeit wird wohl kommen, ab der genetisch veränderte Babys Alltag sind»
SonntagsZeitung vom 1.10.2017

Die Welt platzt aus allen Nähten, und trotzdem greifen wir ein in die beiden Enden des Lebensspektrums. Immerhin scheint das Nobelpreis-Komitee weitsichtig genug zu sein, um keinen Preis an eine solche Forschung zu vergeben. Manchmal drängt sich mir die Frage auf: Universum, gibt es wirklich intelligentes Leben da unten auf der Erde?» Ljiljana von Ziegler, Beinwil am See AG

P.S. Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt (Goethe)
SonntagsZeitung vom 1.10.2017

Freundlicher Belehrung durch einen Kenner gegenwärtig Informatik gerichteter Forschungsintensität verdanke ich die Erkenntnis, dass Glossen in der SonntagsZeitung dem wirtschaftlichen Versuch dienen könnten, Kind fixiertes Wertsyndrom in Verbindung mit Pubertät typischer Interessenfixierung auf Genitalien und sexuelle Aktivität als Paradoxon, allgemeiner Überzeugung widersprechende aber begründeter Meinung zu formulieren und mit Antinomie, logisch zunehmendem Widerspruch zwischen gleichmässig gut begründeten Aussagen in tautologische Zwillingsformeln zu pressen oder als Oxymora Erstaunen zu erwecken. Solch Unternehmen verlangt «Hut ab»! Heinz Hofer, Niederwangen BE

Krebsmittel sind unnötig teuer
SonntagsZeitung vom 1.10.2017

Durch die stetig steigenden Krankenkassenprämien geraten Kleinverdiener, Einzelpersonen und Familien immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten. Einen wesentlichen Prämienanstieg verursachen überhöhte Medikamentenpreise. Vor allem bei den Krebsmedikamenten steigen die Preise ins Uferlose. Da wird man den Eindruck nicht los, dass mit diesen Medikamenten Notlagen von Patienten ausgenützt werden. Der Duden bezeichnet beim Verkauf von Waren oder Ähnlichem einen unverhältnismässig hohen Gewinn als Wucher. Gerhard Ziegelmüller, Oberbüren SG

Öko-Fischlabel wegen Irreführung der Kunden abgemahnt
SonntagsZeitung vom 1.10.2017

Respektive in diesem Falle einige Gütesiegel für nachhaltigen Fischfang. Ich habe mich schon längere Zeit gefragt, wie nachhaltig das Wachstum des Gütesiegels MSC eigentlich sein kann. Insofern bin ich dankbar für den kritischen Bericht zu den Öko-Fischlabels. Coop und Migros werden weiterhin versuchen, mit ihrem MSC Fisch den Konsumenten die heile nachhaltige Fischfangwelt zu zeichnen. Ein Blick hinter die schöne Fassade lohnt sich in jedem Fall. Nach frischem Fisch riecht definitiv anders, aber sie kennen ja die Redewendung vom Fisch und seinem Kopf. Pascal Merz, Sursee LU

Sprich mit mir
SonntagsZeitung vom 1.10.2017

Ronjas Leben berührt mich und sicher auch viele weitere Herzen. Offensichtlich «spricht» sie (ihr Wortschatz ist wahrscheinlich schon sehr gross), kann uns aber aus unbekannten Gründen nicht erreichen. Möglicherweise handelt es sich um eine soziale Hemmschwelle, welche das laute Sprechen blockiert. Sie sind sicher sehr kreativ und ideenreich bei der Suche nach der erlösenden Lichtquelle und somit auch offen für neue Gedanken und neue Wege. Meine Gedanken führen mich in die Fremde, in ein Land mit einer ganz anderen Kultur und insbesondere einer ganz anderen Sprache. Also besonders für Ronja alles neu und frisch. Ich könnte mir vorstellen, dass ein solcher gemeinsamer Aufenthalt die allenfalls verantwortliche soziale Hemmschwelle wie Butter schmelzen lässt. Ronja würde resp. müsste dort mit vielen Kindern in Kontakt kommen, zum Beispiel in einer Kita oder so. Die kindliche Freude, diesen fremden Kindern etwas von zu Hause zu erzählen, vermag Berge zu versetzen. Wohin? USA, Australien oder vielleicht sogar in die Mongolei, wo die Unterschiede bei der Kultur und bei der Sprache noch extremer sind. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie sich für meine Idee wenigstens so stark erwärmen, dass Sie sich in diese Richtung auf die Suche nach dem erlösenden Licht machen. Verlieren können Sie nichts dabei, aber für Ronja vielleicht etwas gewinnen. Aus persönlicher Überzeugung werde ich für Ronja, für Sie und Ihre Familie beten. Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute und Gottes Segen. Christian Rudin, Ettingen BL

Erstellt: 06.10.2017, 15:10 Uhr

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