«Wir Menschen brauchen nicht noch zusätzliche Proteine»

Die Reaktion der Leser.

Mit Schokolade sollen sie besonders gut schmecken: Frische Mehlwürmer vom Züchter Entomos. Foto: René Ruis/Keystone

Mit Schokolade sollen sie besonders gut schmecken: Frische Mehlwürmer vom Züchter Entomos. Foto: René Ruis/Keystone

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«Das Schweizer Fernsehen hat es verkackt»
SonntagsZeitung vom 31. Dezember 2017

Das Schweizer Radio und Fernsehen SRG, sowie dessen Gebührenregelung, bzw. Finanzierung, soll reformiert – und nicht abgeschafft werden. Nur wegen der materiellen oder wirtschaftlichen Macht einiger Weniger, ein überregional und national ausgebautes Kommunikationsnetz insgesamt aus den Angeln zu heben und zu zerstören, wäre die Eidgenössische Dummheit des Jahrhunderts. Dies hätte hauptsächlich unangenehme, völlig unpassende und vielleicht sogar katastrophale Konsequenzen. Ein föderalistisches Land, wie die Schweiz mit seinen vier offiziellen Sprachen und zahlreichen Kulturen, ist dringend auf verschiedenste öffentliche Strukturen der Kommunikation angewiesen, um dem real existierenden Bedürfnis des Zusammenhalts, des Gemeinwohls und dem Gefühl der Sicherheit und Stärke nachzukommen. Nein zur No-Billag Initiative am 4. März 2018.
Bernie Schürch, Sessa TI

Schweizer des Jahres
SonntagsZeitung vom 31. Dezember 2017

Musste das sein? Gehört der Narzisst aus dem Wallis wirklich auf die erste Seite? Dass sogar die SonntagsZeitung auf diesen Selbstbewunderer hereinfällt und ihn mit einem – notabene dem grössten – Bild auf der Titelseite beehrt, finde ich – kurz gesagt – völlig daneben. Wie wäre es, wenn solche «Totengräber» (in diesem Fall Totengräber des FC Sion, was sich noch weisen wird) etwas weniger häufig erwähnt oder mindestens weniger prominent platziert würden?
Paul Nay, Bottighofen ZH

Teufelszeug Skipässe
SonntagsZeitung vom 31. Dezember 2017

Wo er recht hat, hat der Herr Eichenberger recht! Kostenpauschalen wie Skipässe verleiten die Nutzerinnen und Nutzer zu übertriebenem Gebrauch. Viel interessanter und nachhaltiger wäre aber, diese Einsicht im Strassenverkehr anzuwenden. Wenn jede einzelne Autofahrt etwas kostet, fahren die meisten weniger oft. Ich freue mich auf derartige Einsichten liberaler Wirtschaftsprofessoren!
Michael Neuenschwander, Olten

Die SonntagsZeitung hat in den letzten zwei Wochen zwei bemerkenswerte Artikel zur Zunahme der Skiunfälle gebracht. Ich kann das alles bestätigen, hatte schon vor 45 Jahren in einem «Schweizer Jugend Forscht» Projekt gezeigt, dass die meisten Skibindungen zu kurze, zu wenig federnde Auslösewege haben, und deswegen zu hart eingestellt werden. Herr Eichenberger spricht mir aus der Seele in seiner Forderung, den Schneesportlern Anreize zu geben, langsamer zu fahren. Ich mache das, indem ich sicher keine Tageskarte kaufe und mit der Verwendung von sehr kurzen Skis, die ein besseres Fahrerlebnis bei niedrigen Geschwindigkeit erlauben und gar keine Sicherheitsbindung oder «Schraubstock»-Skischuhe benötigen, also sicherer sind. Beide Artikel erwähnen nicht die kontraproduktive Wirkung von Skihelmen: Ich bin überzeugt, dass die Helmträger schneller fahren, wegen des verminderten Gefühls vom Fahrtwind und wegen des Effekts der Risikokompensation. Da dies inzwischen fast alle sind, fahre ich ungern auf Pisten und lieber Touren oder die wenigen Varianten, welche die Skigebiete nicht verpistet haben.
Theodor Schmidt, Steffisburg BE

«Dieser Umgang mit der Schweiz ist nicht in Ordnung»
SonntagsZeitung vom 31. Dezember 2017

Was wird dem neuen Bundespräsidenten mittels der Frage «Und woher nehmen Sie die Mittel dafür? Aus der Mehrwertsteuer oder von höheren Lohnabzügen?» unterstellt?
Thomas Grössinger, Möriken AG

Die Kosten der AHV müssen gesamtheitlich betrachtet werden – und zwar von der Wiege bis zur Bahre. Dann sieht man, dass die Frauen weniger einzahlen als die Männer, aber im Alter mehr kosten, weil sie länger leben. Wer es nicht glaubt, sollte ein Senioren- oder Pflegeheim besuchen. Dort sind von zehn Personen sieben bis acht Frauen. Aus dieser Erkenntnis ist eine Erhöhung des Rentenalters auf 65 Jahre für Frauen gerechtfertigt, und zwar ohne Kompensation. Dass die AHV saniert werden muss, ist inzwischen allen klar. Hier mein Vorschlag: 1. Die Renten und Lohnabzüge belassen wie heute. 2. Frauen-AHV-Alter auf 65 Jahre anheben. 3. Mehrwertsteuer von 7,7 auf 9 Prozent erhöhen, eventuell gestaffelt. ­Warum die Mehrwertsteuer? Weil diese Steuer alle betrifft.
Hans Schindler, Steffisburg BE

Das sind doch mal gute Nachrichten für das kommende Jahr
SonntagsZeitung vom 31. Dezember 2017

Arthur Rutishauser geht in seinem Editorial unter anderem auf das gestörte Verhältnis der Schweiz zur EU ein und appelliert darin an die Wirtschaft, endlich Farbe zu bekennen und endlich klar zu sagen, ob sie ein solches Abkommen will, oder ob sie bereit ist, mit der EU auf Konfrontation zu gehen. Dies zu entscheiden, ist meines Erachtens nicht an der Wirtschaft. Zumal viele Wirtschaftskapitäne in der Schweiz Ausländer sind, welche weder von der Schweizer Politik noch von den Bedürfnissen der Schweizer Bevölkerung eine genügend grosse Ahnung haben. Es ist einzig und allein das Schweizer Stimmvolk, das diese Frage schlussendlich an der Urne beantwortet. Das müssen unsere Unterhändler ihren Kollegen aus der EU offen und ehrlich sagen. Drohungen seitens der EU, um schneller zu einem Ergebnis in ihrem Sinne zu kommen, sind dabei komplett kontraproduktiv.
Claudio Bachmann, Basel

Wie kann man ein Strohfeuer auf Kosten der Umwelt und Millionen von Menschen gutheissen? Der äusserst verantwortungslose Satz, «dass wir in ein paar Jahren auch die Zeche für die explodierenden Staatsschulden der grössten Wirtschaftsmacht zahlen werden, muss uns jetzt nicht kümmern», macht mich sprachlos.
Annemarie Friedli, Basel

Miese Arbeitsbedingungen im Online-Versandhandel
SonntagsZeitung vom 31. Dezember 2017

Heute bestellt, gestern geliefert und dies gratis direkt in meine Wohnung? Und wer bezahlt eigentlich die Rechnung dafür, respektive, wo lassen sich Kosten einsparen? Natürlich beim Personal. Insofern ist es positiv, wenn medial auch mal über die Kehrseite von Geiz ist geil berichtet wird. Der Kostendruck in der Logistik wird sehr oft direkt an die Mitarbeiter weitergegeben. Die grossen Player wie Amazon, Zalando und Co. – und dies wurde in zahlreichen Reportagen schon offengelegt – sind dabei alles andere als Vorzeigeunternehmen. Dass der Konsument heute immer weniger bereit ist, für logistische Dienstleistungen etwas zu bezahlen, daran ist der Handel direkt mitbeteiligt. Den Preis dafür zahlen aktuell die Umwelt, da der Transport seine externen Kosten bei weitem nicht deckt, und die Mitarbeiter innerhalb der Logistik. Unter den schwarzen Schafen – und hier ist die mediale Aufklärung zentral – existieren natürlich auch sehr viele Unternehmen, die mit ihren Logistikmitarbeitern fair umgehen. Am Ende aber entscheidet der Konsument, welche Rahmenbedingungen ihm wichtig sind. Und wie immer gilt in der Wirtschaft: Nichts ist gratis, und alles hat seinen Preis.
Pascal Merz, Sursee LU

Schweizer Mehlwürmer sind teurer als Entrecôte
SonntagsZeitung vom 31. Dezember 2017

Es schüttelt mich, wenn ich an Mehlwürmer- und andere Insektenburger denke, die neu angeboten werden. Das Märchen, die Insekten seien ressourcenschonender als Fleisch, könnte man eventuell noch glauben. Aber es wird dadurch nicht weniger Fleisch konsumiert werden; der alles fressende Mensch nimmt die gezüchteten Insekten einfach noch zusätzlich ein. Aber wer Mehlwürmer im gekauften Mehl sichtet, akzeptiert dies nicht, es graust ihn. Und Grillen und Heuschrecken gehören ins Gras und nicht in Brutstätten. Wir Menschen brauchen nicht noch zusätzliche Proteine. Die wenigsten verausgaben sich so stark, dass sie einen Mangel haben. Insekten sind eine neue Geldmaschine und nichts anderes.
Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

Gut gebrüllt, Partylöwe!
SonntagsZeitung vom 31. Dezember 2017

Für einmal hat der Löwe nicht gut gebrüllt. Frage fünf lautete: Worum ging es im Film «Die göttliche Ordnung»? Der Partylöwe antwortet: Ich bin atheistisch, verschonen Sie mich um Himmels willen mit Gott.» Richtig wäre aber: «Um die Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz.» Dieser Film war in den Top 3 der Schweizer ­Filme 2017.
Fred Kohler, Aarberg BE

Die Fahrt in den Heiligen Abend
SonntagsZeitung vom 31. Dezember 2017

Schriftsteller brauchen wohl beides: Visionen und einen klaren Blick in die Vergangenheit. Letzteres musste ich schmunzelnd feststellen, als ich meinen nicht neuapostolischen Mann bat, mir Ihre Weihnachtsgeschichte vorzulesen. Nach wie vor singe ich im Chor das Lied vom Freund, den ich gefunden habe. Die Zeiten des Apostels mit seiner scheinbar falschen Vision kenne ich nur aus Erzählungen meiner Eltern. Es tut mir aber um jeden einzelnen Menschen leid, der dadurch seinen Glauben verloren hat. Da halte ich es mit Hubert von Goisern: «Ob Serb oder Kroat, um an jeden is schad!» Selber bin ich eine unverbesserliche Optimistin bezüglich der Vergangenheit und der Zukunft und stehe mit beiden Beinen auf dem Boden. Die Menschen in der neuapostolischen Kirche machen zwar immer noch Fehler, haben aber viel dazugelernt. In einer Zeit von vielen echten Sorgen – aber auch manchen müssigen Klagen auf hohem Niveau – erlebe ich eine Gemeinschaft, die aufbaut und trägt. Schauen Sie doch mal in Kleinbasel vorbei – wir würden dann vielleicht sogar neben den neuen Liedern den alten Klassiker für Sie singen.
Marlies Heller, Basel

Zutritt nur mit Kopftuch und dicken Strümpfen
SonntagsZeitung vom 31. Dezember 2017

Die SonntagsZeitung leuchtet die zerrissene israelische Gesellschaft aus. Schon über eine Million orthodoxe Juden prägen die Bevölkerungstruktur Israels. Diese zahlen keine Steuern, leisten keinen Militärdienst, leben ein unsägliches Frauenbild, die Männer studieren nur die Heilige Schrift und die Mütter kommen für den Lebensunterhalt der kinderreichen Familien auf. Wer schon erlebt hat, wie diese Kreise, die weder den Staat Israel anerkennen und den Holocost als gerechte Strafe Gottes interpretieren für den Abfall vom wahren Glauben vor dem Sabbat auch nichtjüdische Kaufleute mit religiösem Fanatismus zusammenprügeln oder auf Touristinnen losgehen, die nicht ihren Kleidervorschriften genügen, ist entsetzt. Diese orthodoxen Kreise sind demographisch auf dem Vormarsch und belasten die Innen- und Aussenpolitik Israels.
Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

Erstellt: 06.01.2018, 17:57 Uhr

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