Manager benoten Politiker besser

Die Firmenchefs sind zufriedener mit Bundesrat Schneider-Ammann – und gegen No Billag.

Für die Firmenchefs gibt es nur eine Wirtschafts­partei: Die FDP. Foto: Keystone

Für die Firmenchefs gibt es nur eine Wirtschafts­partei: Die FDP. Foto: Keystone

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Die positive Konjunkturlage stimmt die Wirtschaftsführer offenbar milde gegenüber Bundesbern. Wie jedes Jahr bat die SonntagsZeitung die Manager um eine Bewertung der Arbeit wichtiger Polit- und Wirtschaftsakteure. Der Notendurchschnitt verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr bei den meisten Beteiligten.

Infografik: Parteien Grafik vergrössern

Der in den Medien oft gescholtene Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann steigerte sich von 4,1 auf 4,3 – seine bisher beste Note. Die Manager bewerten seine Leistung heute um fast eine ganze Note besser als zu Beginn seiner Amtszeit 2010. Der Gesamtbundesrat verbesserte sich von 4,1 auf 4,4. Die Zufriedenheit mit der Politik scheint recht hoch, bewerten die Manager doch die eigene Leistung mit der Note 4,7 nur wenig besser.

Infografik: Gesamtbundesrat Grafik vergrössern

Was die Parteien angeht, präsentiert sich ein nahezu unverändertes Bild: In den Augen der Wirtschaftsführer gibt es nur eine Wirtschaftspartei – die FDP. Auf einer Notenskala von 1 (sehr schlecht) bis 6 (sehr gut) erhält sie eine glatte 5. Alle anderen Parteien fallen bei den Chefs der 47 befragten Unternehmen durch. «Wie gut vertreten die Parteien die Anliegen der Wirtschaft?», lautete die Frage. Die SVP, die sich selbst als Wirtschaftspartei bezeichnet, erhält nur die Note 3,6 – «ungenügend». Sie liegt damit knapp hinter BDP und CVP und nur knapp vor den Grünliberalen. Nicht überraschend stehen die linken Parteien SP und Grüne mit Noten von 2,1 und 2,3 am Schluss der Rangliste.

Infografik: Bundesrat Schneider-Ammann Grafik vergrössern

Klare Meinungen äussern die befragten Manager zu den kommenden politischen Abstimmungen: 74 Prozent sprechen sich gegen die No-Billag-Initiative aus, die die SRG-Gebühren abschaffen will. 72 Prozent sind gegen die Konzernverantwortungsinitiative, die von Firmen eine Sorgfaltsprüfungspflicht zum Schutz von Menschenrechten und Umwelt verlangt. Anonym befragt, erwarten die meisten Manager, dass die Annahme der Konzernverantwortungsinitiative zu höheren Kosten und Nachteilen im globalen Wettbewerb führen würde.

Wachstum im Ausland werde erschwert, da sich die zu übernehmenden Firmen stark bevormundet fühlen könnten, sorgt sich ein Firmenchef. Ein zweiter befürchtet unklare Verantwortlichkeiten und eine höhere Unsicherheit. Auch der zusätzliche Aufwand für die Umsetzung wird bemängelt, schliesslich gar der Zweck: Die Initiative werde keine Verbesserung der Lage in den betroffenen Ländern bringen, glaubt ein Konzernchef.

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 30.12.2017, 20:12 Uhr

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