Meghan und Harry sind auf Krawall gebürstet

Dass die Herzogin und der Herzog von Sussex eine britische Zeitung verklagen und über die Medien schimpfen, ist spiessig.

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Es lief doch gerade so gut. Das ­Herzogspaar von Sussex war vorletzte Woche mitsamt Söhnchen ins südliche Afrika gereist, hatte dort Erzbischof Desmond Tutu ­besucht und zahlreiche Hilfs­projekte; Meghan hielt Archie im Arm, Prinz Harry schaute stolz, die Menge jubelte, und die Medien ­berichteten artig. Es waren schöne Bilder, die da um die Welt gingen und in der Heimat die Untertanen etwas vom Brexit-Trauerspiel ­ablenkten.

Aber noch während die PR-­Maschine tadellos schnurrte, holte das Paar zum Paukenschlag aus und verkündete, dass Herzogin Meghan die Zeitung «The Mail on Sunday» verklage. Dieses Medium, erklärte der Prinz in einem Statement sinngemäss, mache seine Frau kontinuierlich schlecht und sei nicht einmal davor zurück­geschreckt, Höchstpersönliches ­publik zu machen, was ein Verstoss gegen die Privatheit und den Datenschutz darstelle. Das würde er nicht mehr länger schweigend hinnehmen, diese Behandlung ­seiner Frau – schliesslich habe er bei seiner Mutter gesehen, wohin das führe.

Jetzt dünkt einen der direkte Vergleich von Unfalltod und negativer Berichterstattung etwas gar gewagt. Zumal es um die Veröffentlichung eines Briefes von Meghan an ihren Vater Thomas geht – den dieser selber an die «Mail on Sunday» weitergeleitet hatte. Am Anfang der Geschichte steht also, wenn man es genau nimmt, die eigene Verwandtschaft.

Zudem legt der Prinz ein verblüffend naives Verständnis seiner Funktion an den Tag. Come on: Monarchie ist Showbiz! Und das Showbiz braucht die Medien und umgekehrt – niemand hat das so verstanden und virtuos zu ihren Gunsten zu nutzen gewusst wie damals Prinzessin Diana.

Man muss bloss auch verstehen, dass mit der Berühmtheit nicht automatisch das Recht einhergeht, geliebt zu werden.



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Erstellt: 05.10.2019, 22:37 Uhr

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