15 Beispiele, wo die Welt besser geworden ist

Sie sind Pessimist? Schreckensmeldungen machen Ihnen Sorgen? Dann lesen Sie mal das!

Mittlerweile haben 70 von 100 Erwachsenen ein Mobile-Abo. Bild: AFP

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Heute haben 85 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu Elektrizität. Über die Hälfte hat auch Internet. Täglich schaffen 137'000 Menschen den Schritt aus der Armut. Diese und 12 andere Fakten zeigen: Der Menschheit geht es immer besser:

Welt: Immer mehr mit Internetzugang

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2018 hatte erstmals mehr als die Hälfte aller Menschen weltweit Zugang zum Internet. 2018 stieg die Zahl der Internetnutzer um schätzungsweise 246 Millionen. Und mittlerweile haben 70 von 100 Erwachsenen ein Mobile-Abo.


Schweiz: Die Umweltbelastung sinkt

Anfang Dezember veröffentlichte der Bundesrat den Umweltbericht 2018 und rapportierte über den Zustand und die Entwicklung der Umweltbelastungen. Die Berichterstattung konzentrierte sich auf die negativen Punkte und schien die verbreitete Meinung über eine fortschreitende Umweltzerstörung zu bestätigen. Natürlich gibt es noch viel zu tun. Aber dabei ging unter, dass die Entwicklung in den meisten Bereichen positiv ist und dass die Umweltbelastung der Schweiz insgesamt in den letzten 20 Jahren pro Person um 19 Prozent gesunken ist, selbst wenn man dabei die Belastung durch den Konsum von importierten Produkten berücksichtigt. Die Schweizer Wirtschaft verbessert ihre Ressourceneffizienz laufend, indem die Wertschöpfung pro Materialeinheit zunimmt. Das Wirtschaftswachstum hat sich vom Energieverbrauch und dem Treibhausgasausstoss entkoppelt. Die CO2-Emissionen pro Kopf sind zurück auf dem Stand der 1960er-Jahre.


Welt: Ein bisschen Frieden . . .

65 Jahre nach Kriegsende überschritt Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un im April als erster Führer des kommunistischen Staats die Grenze nach Südkorea und drückte an der Demarkationslinie im Waffenstillstandsort Panmunjom dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in die Hand. Im Juni trafen sich Kim und US-Präsident Donald Trump in Singapur, im Juli übergab Nordkorea den USA die sterblichen Überreste von US-Soldaten, die im Koreakrieg (1950–53) gefallen waren.

. . . und Versöhnung

Nach einem fast zwei Jahrzehnte dauernden militärischen Konflikt haben die Erzfeinde Äthiopien und Eritrea Frieden geschlossen. Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed und Eritreas Präsident Isayas Afewerki unterzeichneten im Juli einen Friedens- und Freundschaftsvertrag. Tausende von Familien konnten sich wieder vereinigen.


Welt: Erstmals sind die Armen nicht mehr in der Mehrheit

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Der Lebensstandard verbessert sich weltweit. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist die Mehrheit nicht mehr arm oder armutsgefährdet. Etwas mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung oder rund 3,8 Milliarden Menschen leben in Haushalten mit ausreichenden Mitteln, um als Mittelschicht oder reich betrachtet zu werden (als Mittelschicht werden Menschen definiert, die sich langlebige Konsumgüter wie Motorräder, Kühlschränke oder Waschmaschinen kaufen und sich gewisse Formen von Unterhaltung leisten können). Etwa die gleiche Zahl von Menschen lebt in Haushalten, die arm oder armutsgefährdet sind.


Welt: Die Naturschutzgebiete wachsen

Prozess gewonnen: Ecuador annulliert 52 Abbaukonzessionen. Bild: Alamy

Das indigene Volk der Cofán im ecuadorianischen Regenwald hat einen Prozess gegen die staatlichen Behörden gewonnen. 52 von der Regierung vergebene Abbaukonzessionen wurden annulliert, um den Urwald im Quellgebiet des Aguarico-Flusses zu schützen. Kolumbien hat das Naturschutzgebiet Serranía de Chiribiquete auf 4,3 Millionen Hektaren ausgeweitet und damit zum grössten tropischen Regenwald-Nationalpark der Welt gemacht. Kanada hat mit seinen Ureinwohnern ein weiteres Naturschutzabkommen unterzeichnet und das grösste geschützte Nadelwaldgebiet der Welt geschaffen, ein Gebiet etwa doppelt so gross wie Belgien.


Welt: Mehr Strom

In diesem Jahr haben 120 Millionen Menschen Zugang zu Elektrizität erhalten. Damit leben erstmals weniger als eine Milliarde in Dunkelheit. Indien hat alle seine Dörfer ans Netz angeschlossen, in Bangladesh erreicht der Strom 80 Prozent der Bevölkerung, gegenüber 20 Prozent im Jahr 2000, in Kenia stieg die Quote von 8 auf 73 Prozent, weltweit auf 85 Prozent. Und saubere Solarenergie wird immer billiger.


Welt: Jeden Tag entfliehen 137'000 Menschen extremer Armut

Als extrem arm gilt jemand, der weniger als 1.90 Dollar pro Tag zur Verfügung hat. Bild: Getty Images

Noch immer leben über 700 Millionen Menschen in extremer Armut. Das ist eine erschreckend hohe Zahl, aber nur noch ein Drittel von 1970. Als extrem arm gilt jemand, der kaufkraft- und teuerungsbereinigt weniger als 1.90 Dollar pro Tag zur Verfügung hat. Die Zahl der unter extremer Armut leidenden Menschen sinkt um durchschnittlich 137'000 Menschen – und das seit 25 Jahren jeden einzelnen Tag. 1950 lebten rund 75 Prozent der Weltbevölkerung in extremer Armut, 1981 noch rund 44 Prozent. Seitdem ist ihr Anteil stark zurückgegangen, schneller als je zuvor in der Weltgeschichte. Gemäss Schätzungen liegt ihr Anteil heute unter 10 Prozent. Auch gemessen an der Armutsschwelle von 25 Dollar pro Tag geht die Armut stark zurück, in absoluten Zahlen wie relativ zur Weltbevölkerung. Der dauernd wiederholte Spruch «Die Armen werden immer ärmer» ist schlicht falsch.


Welt: Die Lebenserwartung steigt

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Umfragen zeigen: Auch gebildete Leute unterschätzen, wie stark sich die Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten erhöht hat, auch und vor allem in armen Ländern. Weltweit hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren auf über 71 Jahre verdoppelt. Selbst in Afrika beträgt sie heute 60 Jahre. Der Abstand zu Europa wird kleiner. Die Grafik zeigt eindrücklich den gewaltigen Fortschritt, der hauptsächlich durch Medizin, Wirtschaftswachstum, Hygiene und Gewaltverzicht möglich wurde. Über Jahrhunderte starben die Menschen mit durchschnittlich 30 Jahren. 1950 lag der weltweite Durchschnitt bei 48 Jahren, heute liegt er in keinem Land mehr unter 50 Jahre.

Schweiz: Auch die Schweizer leben immer länger

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt ist für Männer seit 1970 um über zehn Jahre gestiegen, auf heute 81,4 Jahre. In den letzten zehn Jahren nahm sie jedes Jahr um zweieinhalb Monate zu. Für Frauen verlängerte sie sich von 76 auf 85,4 Jahre.


Schweiz: Die Luft wird sauberer

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Die Luft in der Schweiz ist so sauber wie noch nie, seit es Messstationen gibt. Trotz starkem Bevölkerungs- und Verkehrswachstum hat es immer weniger Schadstoffe in der Luft, wie das Luftbeobachtungsprogramm des Bundesamts für Umwelt eindrücklich zeigt. Grosse Erfolge konnten bei Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und bei Schwermetallen wie Blei, Cadmium oder Zink erreicht werden. Die Luftreinhalteverordnung und umweltfreundlichere Technologien zeigen Wirkung. Bei Stickstoffdioxid, Feinstaub und Ozon liegen die Messungen teilweise noch über den Grenzwerten.


Welt: Mehr Gleichberechtigung

Von 15 auf 21 Prozent: Die Anzahl Politikerinnen in Parlamenten steigt weltweit. Bild: Getty Images

Die Zahl der Frauen in den nationalen Parlamenten auf der ganzen Welt ist in den letzten zehn Jahren stetig gestiegen, von 15 Prozent im Jahr 2007 auf knapp 21 Prozent 2018. Im Juni konnten Frauen in Saudiarabien erstmals den Führerschein machen. Das Land war das letzte, in dem Frauen nicht Auto fahren durften. Und Tunesien räumt als erstes arabisches Land Frauen und Männern Gleichberechtigung beim Erben ein. Gemäss islamischem Erbrecht erhielten Töchter bisher nur halb so viel wie Söhne.


Welt: Bessere Strategie gegen Ebola

2014 bis 2016 starben in Westafrika mehr als 11 300 Menschen am Ebola-Virus. Die Weltgemeinschaft hat aus der Katastrophe gelernt. Der diesjährige Ausbruch im Kongo, der bisher zweitschwerste der Welt, forderte zwar mehr als 240 Tote, konnte sich aber viel weniger ausbreiten. Die Weltgesundheitsorganisation reagierte diesmal viel schneller und aktivierte ein Netzwerk von Gesundheitsbehörden, Nichtregierungsorganisationen und Staaten zur Bekämpfung der Seuche. Zur Strategie gehörte erstmals eine Ringimpfung mit einem von Schweizer Forschern mitentwickelten Impfstoff. Wird bei einem Patienten eine Ebola-Infektion nachgewiesen, werden alle seine Kontakte und zusätzlich auch noch deren Kontakte geimpft – bisher mehr als 37'000 Menschen.


Schweiz: Gelähmte können wieder gehen

Dank einer an der ETH Lausanne entwickelten neuen Therapie können Querschnittsgelähmte wieder erste Schritte machen. Sie setzt auf eine elektrische Stimulation des Rückenmarks und wurde bislang an drei Patienten mit Erfolg getestet. Den Patienten wird eine Elektrodenplatte in das Rückenmark eingesetzt, und zwar unterhalb der Verletzung im Lendenwirbelbereich, also dort, wo die Beinmuskulatur gesteuert wird. Im Gehirn wird ein Pulsgenerator implantiert, der die elektrischen Impulse an die Elektroden sendet. Nun wird die Therapie mit mehr Patienten weiterentwickelt.


Welt: Die Suizidrate sinkt

1994 starben weltweit auf 100'000 Menschen 17 durch Suizid. Durch die Verbesserung der Lebensumstände und der Hilfsangebote sank die Suizidrate seither um 35 Prozent auf 11 Opfer auf 100'000 Menschen. Damit wurden über 4 Millionen Leben gerettet. Die weiter sinkenden Zahlen zeigen, dass Suizide durch rechtzeitige Interventionen vermeidbar sind.


Welt: Mehr Tiger, Leoparden, Berggorillas und Graufüchse

Dank Schutzprogramm vor dem Aussterben gerettet: Der kalifornische Insel-Graufuchs. Bild: Alamy

Die Tigerpopulation in Nepal hat sich zwischen 2009 und 2018 fast verdoppelt, von 121 auf schätzungsweise 235 wilde Tiger. 2010 hatten sich die 13 Länder, in denen die vom Aussterben bedrohten Grosskatzen leben, auf dem St. Petersburger Tigergipfel dazu verpflichtet, ihre Population bis 2022 im Rahmen einer neuen Strategie zu verdoppeln. In Mexiko gibt es wieder mehr wilde Jaguare, derzeit rund 4800. Das sind 20 Prozent mehr als 2010, wie eine Untersuchung gezeigt hat.

In Zentralafrika wuchs die Population der Berggorillas, einer der weltweit ­ bedrohtesten Tierarten, seit 2010 um ein Viertel. Sie umfasst heute wieder über 1000 Tiere.

Die Insel-Graufüchse, die nur auf den Kanalinseln vor der Küste Kaliforniens leben und um die Jahrtausendwende fast ausgestorben waren, haben sich dank einem Schutzprogramm so gut erholt, dass sie von der Liste der ­gefährdeten Arten bereits wieder entfernt werden konnten.

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 25.12.2018, 08:57 Uhr

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