Das sind die Top-Serien im Jahr 2019

Mit «Game of Thrones» und «The Big Bang Theory» ist bald Schluss. Was danach kommt – die Übersicht.

«Black Monday»: Die Serie spielt ein Jahr vor dem Börsencrash vom 19. Oktober 1987.

«Black Monday»: Die Serie spielt ein Jahr vor dem Börsencrash vom 19. Oktober 1987.

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Wallstreet vor dem Fall«Black Monday»

Am 19. Oktober 1987, dem Black Monday, sackten weltweit die Aktienkurse ins Bodenlose, gefolgt von verzweifelten Bankern, die sich von Wolkenkratzern stürzten. In «Black Monday», der Serie (unter anderem produziert von Seth Rogen), herrscht aber noch heitere Stimmung – abgesehen von der allerersten Szene, in der ein Anzugträger auf einen Lambor­ghini kracht. Denn die Story macht sogleich einen Zeitsprung ins Jahr vor dem Börsencrash zu einer Gruppe schrulliger Typen, die die Finanzwelt aufmischen wollen. Was dabei herauskommt, hat man in der ersten Szene ja gesehen.

Für VWL-Studierende und alle, denen bei den bunten, schulter­gepolsterten Achtzigern das Herz aufgeht.

Comedy-Serie, 10 Episoden, ab 11. Februar bei Showtime (Sky Show)


Düstere Geheimnisse« I Am the Night»

Eine junge Frau, die als Baby adop­tiert worden ist und nun ihre leiblichen Eltern finden will – davon handelt «I Am the Night». Die Suche entwickelt sich aber nicht zu einem Röbi-Koller-Happy-Day, sondern zu einem Thriller, der auf wahren Begebenheiten beruht. Denn auch der berüchtigte ame­rikanische Arzt Dr. George Hill Hodel, der bei diversen Skandalen die Finger im Spiel hatte, ist Teil der Geschichte.

Für alle, die in Krimis nur dank einem Hauch Wahrheit so richtig mitfiebern können.

Thriller, 5-teilige Miniserie ab 28. Februar, TNT Serie (Teleclub)


Antisuperhelden «The Boys»

In der Serienwelt wimmelt es geradezu von Superhelden mit knallengen Outfits, von denen das Publikum offenbar nicht genug bekommen kann. Den Helden aus «The Boys» ist der ganze Ruhm und Celebrity-Status jedoch zu Kopf gestiegen. Ihre Superpower setzen sie lieber für egoistische Zwecke ein statt für den Weltfrieden. Ein paar Normalos wollen sie zur Strecke zu bringen.

Für alle, denen die Superheldenverehrung zuwider ist.

Action/Sci-Fi, 8 Episoden, 2019 bei Amazon Prime Video


In der falschen Klasse «Snowpiercer»

An der Platzverteilung im «Snowpiercer» gibt es nichts zu rütteln: Zuvorderst im Zug reisen komfortabel die Reichen, ganz hinten kämpfen die sozial benachteiligten Passagiere ums Überleben. Aussteigen ist aber keine Option: Die Welt ist nach einem missglückten Versuch, die Erderwärmung zu stoppen, seit Jahren komplett vereist, die letzten Überlebenden sind im Zug gefangen. Wem das alles bekannt vorkommt: Das Thriller-Drama, das auf der Graphic Novel «Le Transperceneige» basiert, wurde 2013 bereits fürs Kino verfilmt.

Für alle, die einen Blick in eine unangenehme Zukunft mit totem Klima werfen wollen.

Thriller, 10 Episoden, ab Juni bei TNT/Netflix


Justizsystem zum Schreien «Central Park Five»

Netflix rollt mit «Central Park Five» einen echten Kriminalfall aus dem Jahr 1989 auf. Damals wurde im New Yorker Central Park eine Joggerin vergewaltigt. Die Schuldigen waren bald gefasst – fünf Jungs aus Harlem, die nach zermürbenden stundenlangen Befragungen Geständnisse ablegten – falsche, wie sich Jahre später her­ausstellte.

Für alle, die seit «Making A Murderer» so richtig in Rage sind wegen des zuweilen himmelschreienden US-Justizsystems.

Drama/True Crime, 4-teilige Miniserie, 2019 bei Netflix


Schwarzes Vergnügen «Good Omens»

Per Nachlass, also quasi aus dem Jenseits, gab der Schriftsteller Terry Pratchett dem Co-Autor seines Romans «Good Omens» – Neil Gaiman – die Erlaubnis, den Stoff zu verfilmen. Noch skurriler klingt der Inhalt der Fantasy-Komödie: Ein Dämon und ein Engel tun sich zusammen, um die Apokalypse zu verhindern. So etwas kriegen nur die Briten auf die Reihe.

Für alle mit schwarzem Humor.

Comedy, 6-teilige Miniserie, Amazon Prime und BBC Two


Nuklearer Stoff «Chernobyl»

Wie konnte er bloss passieren, dieser verheerende Reaktorunfall in Tschernobyl? Das versuchen eine sowjetische Physikerin und ein vom Kreml entsandter Wissenschaftler herauszufinden, damit eine solch gewaltige Katastrophe nie mehr geschehe. Gar nicht so einfach, denn gleichzeitig setzen andere alles daran, unliebsame Geheimnisse unter dem Deckel zu halten.

Für alle, die Weltereignisse am liebsten live erlebt hätten – aus ­sicherer Entfernung natürlich.

Drama, 5-teilige Miniserie, 2019 bei HBO/Sky Atlantic


Kriegerische Satire «Catch-22»

George Clooneys Figur trägt den Namen Scheisskopf, und genau so verhält er sich als sadistischer Soldatenausbildner im Zweiten Weltkrieg auch. Im Zentrum steht jedoch ein Hauptmann, der unbedingt als psychisch krank diagnostiziert werden will, um nach Hause zu dürfen. Aber der Paragraf Catch-22 bringt ihn in die Bredouille: Als untauglich gilt demnach nur, wer sich absichtlich in Lebensgefahr bringt.

Für Armeegegner, Untaugliche und alle, die es werden wollen.

Drama, 6-teilige Miniserie, 2019 bei Hulu und Channel 4


Supergeschwister«The Umbrella Academy»

Kurioses trug sich 1989 zu: Plötzlich wurden 43 Babys geboren von Frauen, von denen keine schwanger gewesen war. Ein Industriemilliardär adoptierte sieben der Babys mit dem Plan, sie zu Helden auszubilden, damit sie die Welt retten. Doch als die Geschwister zuerst Teenies und dann Waisen wurden, verzögerte sich die Umsetzung des Plans – bis jetzt.

Für alle, die insgeheim doch ein Herz für Superhelden haben.

Action/Fantasy, 10 Episoden, ab 15. Februar bei Netflix

Erstellt: 27.01.2019, 20:49 Uhr

In Zahlen

20
Millionen US-Dollar kostete die HBO-Produktion «The Pacific» im Jahr 2010 – pro Folge.

3–5
Stunden dauert es, bis eine «Big Bang Theory»-Episode à 20 Minuten, gespielt vor Livepublikum, aufgezeichnet ist.

45
Jahre nach «The Streets of San Francisco» ist Michael Douglas aktuell wieder in einer Serie zu sehen: «The Kominsky Method» läuft bei Netflix.

15'762
Folgen lang konnte das Publikum am Leben der Reichen und Schönen in der «Springfield Story» teilhaben. Absoluter Rekord!

65
Emmys räumte «Saturday Night Live» bereits ab und ist damit Spitzenreiter.

140 Mio.
Abonnenten weltweit konnte Netflix bereits gewinnen. Nun aber sollen
die Preise erhöht werden, was den einen oder anderen vergraulen könnte.

17%
mehr Physikstudenten verzeichneten britische Unis nach dem Start von «The Big Bang Theory». Das kann kein Zufall sein.

15
Enden sind in der interaktiven «Black Mirror»-Folge möglich. Wer alle sehen will, benötigt 250 Stunden.

3000
Wörter umfasst die Sprache der Dothraki aus «Game of Thrones» ungefähr – ein Linguist hat nachgezählt.

Serien à discretion

Immer mehr Dienste drängen auf den Streamingmarkt; bald werden jene von Apple und Disney erwartet, was die richtige Wahl erschwert. Immerhin: Viele Angebote können gratis getestet und monatlich gekündigt werden.

Netflix: Ab 11.90 Franken pro Monat

Mehr Serien gibt es nirgendwo sonst. Zahlreiche Eigenproduktionen wie «Ozark», «Black ­Mirror», «Making A Murderer», «Orange Is The New Black», «13 Reasons Why» oder «Stranger Things» zählen zum Angebot. Der Algorithmus sagt einem, welche am besten zu einem passen. www.netflix.com


Amazon Prime Video: Im Monatsabo 7.99 Euro

Günstiger als Netflix, dafür mit nicht ganz so attraktivem Angebot; für ausgiebiges Binge-Watching reicht es trotzdem. Es gibt preisgekrönte Eigenproduktionen wie «The Marvelous Mrs. Maisel», «American Gods» und «The Man in the High Castle», dazu diverse exklusiv verfügbare Serien. Der Nachteil ist, dass manche im Schweizer Streamingangebot nicht verfügbar sind – oder nur in synchronisierter Fassung. www.amazon.de/primevideo

Sky Show – 14.90 Franken pro Monat

Quantitativ kann Sky Show noch nicht mit Amazon und Netflix mithalten. Aber dank Exklusivverträgen mit amerikanischen Seriensendern wie HBO sind genau jene Serien zu sehen, die jeder schauen will: «Game of Thrones», «Westworld», «True Detective» oder «Big Little Lies». show.sky.ch

Weitere Serienanbieter in der Schweiz: Myprime (UPC), Teleclub Play, Teleclub Serie, Hollystar, Ex Libris (VOD), Google Play

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