SBB führen Teilzeit auf Probe ein

Kurz nach dem Frauenstreik reagiert die SBB mit ersten Massnahmen.

Grundsätzlich steht die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten, allen Mitarbeitenden offen, also auch der Konzernleitung. (Foto: Keystone)

Grundsätzlich steht die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten, allen Mitarbeitenden offen, also auch der Konzernleitung. (Foto: Keystone)

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Knapp eine Woche nach dem Frauenstreik führen die SBB zwei Massnahmen ein, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Männer und Frauen zu verbessern: Erstens haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab Herbst die Möglichkeit, auf Probe Teilzeit zu arbeiten. Mitarbeitende können ihren Beschäftigungsgrad versuchsweise reduzieren und innerhalb von drei bis sechs Monaten wieder erhöhen. Zweitens teilen sich Mitarbeitende im Jobsharing künftig 120 statt 100 Stellenprozente.

Beide Massnahmen wurden an der Sitzung der Konzernleitung am Donnerstag beschlossen, wie Sprecher Raffael Hirt bestätigt. Die ­Entscheide waren schon länger in Planung. «Der Frauenstreik hat aber sicherlich die Wichtigkeit der Gleichstellung weiter unterstrichen», sagt Hirt.

Grundsätzlich steht die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten, allen Mitarbeitenden offen, also auch der Konzernleitung. Die SBB weisen darauf hin, dass mehrere Mitglieder der Geschäftsleitung, also der zweithöchsten Führungsstufe, nicht in einem Vollzeitpensum arbeiten. Es gelte die Vorgabe, dass Teilzeitpensen «wenn immer möglich» zuzulassen seien.

Im vergangenen Jahr haben gemäss SBB-Personalreporting knapp 21 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Teilzeit gearbeitet. Die Anzahl Stellen, die von mehreren Mitarbeitenden im Jobsharing geteilt werden, schätzen die SBB auf 30 bis 40. Quantitative Ziele, wie viele Mitarbeitende dereinst Teilzeit arbeiten sollen, haben sich die SBB nicht gestellt.

Wie hoch die Kosten der beiden Massnahmen sind, könne noch nicht abschliessend gesagt werden. Dies sei auch abhängig davon, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den neuen Anstellungsformen Gebrauch machten.



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Erstellt: 23.06.2019, 19:48 Uhr

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