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Online einkaufen und am SBB-Automaten bar bezahlen

Internetkäufe kann man jetzt mit Bargeld statt mit der Kreditkarte bezahlen. Ein Start-up führt den Bezahldienst in der Schweiz ein.

Kunden können ab sofort am Automaten nicht nur Billette kaufen, sondern auch gleich ihre Rechnungen bezahlen. Foto: Urs Jaudas
Kunden können ab sofort am Automaten nicht nur Billette kaufen, sondern auch gleich ihre Rechnungen bezahlen. Foto: Urs Jaudas

Die Kreditkarte, das Smartphone oder die Uhr ans Terminal halten, und schon ist die Rechnung beglichen. Statt mit Noten und Münzen zu hantieren, bezahlen immer mehr Schweizerinnen und Schweizer bargeldlos. Ein Start-up-Unternehmen aus Deutschland lässt dieser Trend kalt. Die Firma Cash Payment Solutions setzt voll auf Bares. Mit ihrem Service ermöglicht sie Onlineshopping mit Bargeld. Mithilfe der SBB wird dieses Angebot nun auch in der Schweiz lanciert.

Wer im Internet zur Kasse geht, soll in Zukunft Barzahlen statt einer Kreditkarte als Option wählen können. Per E-Mail oder SMS erhält der Kunde danach einen Barcode. Den kann er an einem der rund 1500 Billettautomaten der SBB scannen und den geschuldeten Betrag mit Bargeld begleichen.

Auch die Rechnung vom Versicherer, Stromlieferanten oder Mobilfunkanbieter kann auf Wunsch statt mit einem Einzahlungsschein mit einem solchen Barcode beglichen werden. Der kommt per Post oder E-Mail ins Haus.

In Deutschland macht Amazon beim Service mit

Die Automaten der SBB sind ab sofort mit der Funktion ausgestattet. Auch andere Transportbetriebe machen mit. Darunter die Rhätische Bahn, die Südostbahn und Postauto. An den Automaten können Kunden maximal 1500 Franken pro Tag einzahlen.

Das Unternehmen, zu dessen Geldgebern der deutsche Start-up-Investor Carsten Maschmeyer gehört, ist in Deutschland und Österreich schon aktiv. Dort bieten Händler wie Amazon und der Energiekonzern Eon den Service an. Ihre Rechnung können die Kunden in Supermärkten von Rewe, Penny oder den Drogerieläden von DM und Rossmann begleichen. Cash Payment Solutions gibt keine Auskunft über die Transaktionsvolumen.

Angebot richtet sich an Junge

In der Schweiz ist das Unternehmen mit verschiedenen Online- und Detailhändlern im Gespräch. Bevor man Partner gewinne, sei der Aufbau eines Netzwerks mit Bezahlmöglichkeiten nötig, sagt Jürg Sigrist, Sprecher der Firma für die Schweiz. «Dank der nun stehenden Infrastruktur werden Partner wie Onlineshops und verschiedene Rechnungssteller bald folgen.» Den Zahlungsverkehr wickelt in der Schweiz die Hypothekarbank Lenzburg ab.

Das Angebot richtet sich an Junge, die noch keine Kreditkarte haben. Auch Personen mit niedrigen Einkommen ohne Bezahlkarten und Kunden, die keine Details im Internet preisgeben wollen, gehören laut dem Unternehmen zur Zielgruppe.

Einkäufe vor dem Partner geheim halten

Wie stehen die Chancen für das Angebot in der Schweiz? Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Moneyland sieht einen Markt für Kunden, die keine Kreditkarten-­Details im Internet angeben wollen. Allerdings bestehe schon heute in vielen Läden die Möglichkeit, auf Rechnung einzukaufen. Im Vergleich zu Einzahlungen am Postschalter könne der neue Service schneller gehen.

Ein Vorteil sei auch die diskrete Art des Bezahlens. «Interessant ist das für Leute, die nicht wollen, dass bestimmte Einkäufe auf einer Abrechnung erscheinen, weil sie zum Beispiel nicht wollen, dass der Ehepartner etwas von einem Einkauf erfährt», sagt Beyeler. So gross scheint die Zielgruppe derjenigen, die etwas vor ihrem Partner zu verbergen haben, aber dann wohl doch nicht zu sein. «Unserer Meinung nach ist die Dienstleistung eher ein Nischenangebot», lautet das Fazit von Beyeler.

Für die SBB bedeutet es eine zusätzliche Einnahmequelle. Wer sich als Bezahlstelle anbietet, erhält eine Kommission. Auch Cash Payment Solutions kassiert vom Rechnungssteller. Die Bahn kann zudem ihre Automaten besser auslasten. Weil viele Kunden ihr ­Ticket mittlerweile online kaufen, werden die Maschinen weniger ­genutzt. An einzelnen der 30'000 Franken teuren Geräte ­werden weniger als zehn Billette pro Tag gekauft.

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