Schon Tausende Unterschriften gegen Zeitumstellung

Die Initiative für ständige Winterzeit ist populär.

Uhren in der Nähe von Düsseldorf. Foto: Lisa Ducret (DPA)

Uhren in der Nähe von Düsseldorf. Foto: Lisa Ducret (DPA)

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In der Nacht auf heute wurden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt – auf Winterzeit. Ende März nächsten Jahres werden sie dann wieder vorgestellt. Mit diesem ständigen Richten der Uhr könnte bald Schluss sein. Ein Komitee lancierte im April eine Volksinitiative zur Abschaffung der Zeitumstellung. Künftig soll das ganze Jahr über die mitteleuropäische Zeit, also die Winterzeit, gelten.

Im Komitee sitzen SVP-Nationalrat Lukas Reimann und seine Rats- und Parteikollegin Yvette ­Estermann, der mit seiner Hornkuh-Initiative bekannt gewordene Bergbauer Armin Capaul sowie der parteilose Roland Schöni.

Die Unterschriftensammlung laufe «hervorragend», sagt Schöni, obwohl man auf der Strasse noch gar nicht mit Sammeln angefangen habe. «Zuerst waren Sommerferien, und dann war Wahlkampf, da hätte es keinen Sinn gemacht.» Es seien aber viele Unterschriftenbögen aus dem Internet heruntergeladen worden. «Rund 1000 Bögen, viele mit fünf Unterschriften, wurden bereits an uns zurückgeschickt.»

Die Initiative, sagt Schöni, werde «auf jeden Fall ein Knaller». Die Leute hätten genug davon, die Uhren immer wieder umstellen zu müssen.

Ob die EU die Zeitumstellung tatsächlich abschafft, ist offen

Auch EU-Bürger sprachen sich letztes Jahr in einer Umfrage für die Abschaffung der Zeitumstellung aus. Daraufhin verkündete EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker voller Elan: «Die Menschen wollen das, wir machen das.»

Doch seit über einem Jahr dreht die EU erfolglos an der Uhr. Die EU-Mitgliedsstaaten konnten sich bisher nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Wie es weitergeht, ist unklar – das ganze Vorhaben könnte scheitern.

Das schreckt die Initianten in der Schweiz nicht ab. Sie nehmen in Kauf, dass die Schweiz zur Zeitinsel werde könnte. «Man muss nicht warten, bis die EU entschieden hat», sagt Roland Schöni: «Wir ziehen das durch – die Schweiz soll eine Vorreiterrolle spielen.»



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Erstellt: 26.10.2019, 22:47 Uhr

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