«Ich führe durch Motivation und nicht durch Druck»

Implenia-Chef Anton Affentranger versteht die Kritik an seinem Stil nicht – und hat keine Rückzugsabsichten.

Anton Affentranger: «wir haben auf dem Weg zu einer dynamischen internationalen Gruppe in der Vergangenheit auch Kollegen verloren.» Foto: Sebastian Magnani

Anton Affentranger: «wir haben auf dem Weg zu einer dynamischen internationalen Gruppe in der Vergangenheit auch Kollegen verloren.» Foto: Sebastian Magnani

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Im Februar 2018 wollten Sie zurücktreten. Weshalb ist das bisher nicht passiert?
Wir arbeiten an meiner Nachfolge. Eines können Sie mir glauben: Ich liebe das Leben zu sehr und kann mir sehr gut vorstellen, noch viele Träume und Projekte zu realisieren. Dazu muss beziehungsweise will ich nicht CEO der Implenia sein. Ich stehe derzeit aber voll in der Verantwortung als Chef der Implenia in einer anspruchsvollen Zeit der internationalen Expansion.

Weshalb hatten Sie so viele Wechsel im Management?
Unser Kernführungsteam ist, seit einigen Jahren, immer mehr oder weniger dasselbe. Wir konnten einige junge Talente anziehen und entwickeln: Darauf bin ich stolz! Und ja, wir haben auf dem Weg zu einer dynamischen internationalen Gruppe in der Vergangenheit auch Kollegen verloren. In den letzten drei Jahren waren es zwei im Kernteam. Ich bin aber überzeugt, dass wir heute ein sehr gutes Team haben. Schön ist auch, dass kürzlich ein ehemaliges Mitglied unserer Konzernleitung wieder zu Implenia zurückgekommen ist.

Wie viele Assistentinnen hatten Sie in den letzten Jahren?
Ich habe über eine gewisse Zeitperiode vor 2 bis 3 Jahren tatsächlich einen zu hohen Wechsel gehabt. Jetzt habe ich das Glück, eine ausgezeichnete Unterstützung zu haben. Auch hier haben sich die Bedürfnisse geändert.

Mitarbeitende und Kaderleute berichten von einem Klima der Angst. Sie beschweren sich über Ihre rücksichtslose Art, über Fertigmacherei. Ist Feuer im Dach?
Klar nicht. Im Gegenteil: Unsere Gruppe legt derzeit eine ausgezeichnete Performance hin. Ja, unsere europäische Konkurrenz respektiert uns. Ich füge noch hinzu: In den meisten Einheiten unserer Gruppe herrscht Aufbruchstimmung. Die ausserordentlichen Leistungen von circa 10 000 Mitarbeitern können nicht anders erklärt werden.

Weshalb beklagen sich denn so viele Ihrer Manager?
Ich führe durch Motivation und nicht durch Druck. Die, die mit mir arbeiten, ziehen aus Überzeugung mit.

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 03.02.2018, 19:15 Uhr

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