Mit dem Drohnen-Taxi nach Zermatt

Der Flughafen Lugano soll ein Ausgangsort für Shuttle-Flüge in Ferienorte werden.

Dereinst könnten solche Air-Taxis in Lugano starten. Foto: Volocopter

Dereinst könnten solche Air-Taxis in Lugano starten. Foto: Volocopter

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Geht es nach den Betreibern des Flughafen Lugano-Agno, könnte sich dieser bereits in einigen Jahren zu einem «Drohnen-Hub» mausern – für Fluggeräte, die Passagiere transportieren. Die futuristisch anmutende Strategie basiert auf einer Studie und einem Masterplan, die das Center for Aviation Competence der Universität St. Gallen ausgearbeitet hat.

Gemäss den St. Galler Experten eignet sich der Tessiner Flugplatz als Drehscheibe für Touristen, die von dort weiterreisen. Das Szenario sieht ab 2025 Verbindungsflüge zu relevanten Touristendestinationen vor.

In einem ersten Schritt ist ein Kurzdistanz-Shuttle für Strecken von bis zu 50 Kilometern geplant. «Das ist genug, um Passagiere vom Flughafen nach Locarno zu transportieren», heisst es im Strategiepapier. Anfänglich rechnen die Experten mit höchstens 1400 Flug­bewegungen und 5500 beförderten Passagieren pro Jahr. Später kämen weitere Destinationen hinzu. Drohnen mit bis zu vier Fluggästen an Bord würden Locarno, ab 2028 Como und schliesslich ab 2030 Zermatt anfliegen.

«In einem ersten Schritt ist dieser Verkehr deshalb auf die konventionellen Flugfelder angewiesen.»René Puls, Aviatikspezialist

Für Aviatikspezialist René Puls, unter dessen Leitung das Strategiepapier entstanden ist, steht fest, dass sich Lugano für einen solchen Dienst regelrecht anbieten würde. Nicht nur wegen seiner geografischen Lage. «Im Tessin finden bereits Tests mit kleinen Transportdrohnen der Post statt. Das Thema ist der Bevölkerung also nicht fremd.»

Zwar könnten die Fluggeräte, die vertikal starten, an allen erdenklichen Orten abfliegen. «Angesichts der gesetzlichen Regelungen wird dies aber nicht von heute auf morgen möglich sein», sagt Puls. «In einem ersten Schritt ist dieser Verkehr deshalb auf die konventionellen Flugfelder angewiesen.» Weil die Anzahl regulärer Flugbewegungen dort überschaubar sei, eigneten sich vor allem die regionalen Flugplätze für die Entwicklung von Drohnen- und ­E-Taxi-Flügen.

Ein möglicher Anbieter ist das Start-up E-Bird mit Sitz in Kloten ZH. Gegründet wurde es von den beiden Aviatikern Hans Jörg ­Hunziker und Florian Dehne. Ihr Unternehmen will ab 2023 mit ­bemannten und unbemannten elektrischen Senkrechtstartern Taxi-Flüge anbieten. «Wir stehen dazu mit Lugano in Kontakt», sagt Dehne.



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Erstellt: 11.08.2019, 11:49 Uhr

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