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Studie gibt Trump recht: Entschuldigen ist sinnlos

Es kann dem Ansehen einer Person mehr schaden, wenn sie sich entschuldigt, als wenn sie auf ihrer Meinung beharrt.

Bei ihnen hat sich Trump nicht entschuldigt, sonder noch nachgedoppelt: Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez und Rashida Tlaib hören zu, während Ayanna Pressley eine Rede zu Trumps Beleidiugen hält. Foto: AFP
Bei ihnen hat sich Trump nicht entschuldigt, sonder noch nachgedoppelt: Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez und Rashida Tlaib hören zu, während Ayanna Pressley eine Rede zu Trumps Beleidiugen hält. Foto: AFP

US-Präsident Donald Trump macht es immer wieder. Seine Aufforderung an vier demokratische Kongressabgeordnete mit Migrations­hintergrund, sie sollten doch in ihre Herkunftsländer zurückgehen, löste Empörung aus. Wie üblich doppelte er nach, statt sich zu entschuldigen. Anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens empfehlen Kommunikationsexperten in solchen Fällen, sich zu entschuldigen, um den Schaden zu begrenzen.

Aber stimmt das wirklich? Experimentell getestet hat es Richard Hanania, Forscher an der Columbia University. Er präsentierte Testteilnehmern unterschiedliche Versionen von öffentlichen Kontroversen. In der einen Version entschuldigte sich der Protagonist für seine Aussage, während er in der anderen Version standhaft blieb. Danach wurden die Teilnehmer gefragt, ob der Missetäter negative Konsequenzen ­tragen sollte. Das Resultat widersprach der Empfehlung der ­Experten. Ob Entschuldigung oder nicht, machte für das Urteil der Mehrheit keinen Unterschied. Aber ein Teil der Teilnehmer forderte deutlich öfter negative Konsequenzen, wenn sich der «Täter» entschuldigte. Die Entschuldigung erhöhte also bei einem Teil der Befragten den Wunsch nach ­Bestrafung. Das könnte damit ­zusammenhängen, dass die ­Entschuldigung als Zeichen der Schwäche gedeutet wird.

Das Resultat scheint Trump recht zu geben. Eine öffentliche Entschuldigung mag die Medien versöhnlich stimmen, dem Ansehen in der Bevölkerung kann sie aber schaden. Die Regel ­«never apologize, never explain» («entschuldige dich nie, gib keine Erklärungen ab») der britischen Aristokraten aus dem 19. Jahrhundert erlebt eine Renaissance.

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