UBS ändert ­Bonussystem für 10'000 Angestellte

Betroffen sind Mitarbeiter, die zwischen 50'000 und 100'000 Franken im Jahr verdienen. In der Vermögensverwaltung herrscht Enttäuschung.

Der Bonus-Topf der Bank gibt zu reden: UBS-Gebäude in Zürich. Bild: Keystone

Der Bonus-Topf der Bank gibt zu reden: UBS-Gebäude in Zürich. Bild: Keystone

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Bei der UBS kommt es zu einer kleinen Revolution. Rund 10'000 Mitarbeitende im Corporate Center erhalten nicht mehr wie bisher einen Bonus, sondern einen halben dreizehnten Monatslohn. «Bei Mitarbeitern bis und mit unteres Kader im Corporate Center wurde das Vergütungssystem geändert. Neu gibt es nicht mehr eine individuelle variable Vergütung, sondern eine Zahlung in der Höhe eines Prozentsatzes des Salärs, etwa im Rahmen eines halben Monatssalärs oder auch mehr bei einem guten Geschäftsjahr», bestätigt Sprecherin Eveline Mueller-Eichenberger. Betroffen sind Mitarbeiter, die zwischen 50'000 und 100'000 Franken im Jahr verdienen. Die Zahlung ist oft kleiner als der alte Bonus. In diesen Fällen wurden aber Anpassungen beim Fixsalär gemacht.

Trotzdem gibt der Bonus-Topf der Bank zu reden. Wie viel es total gibt, will die Bank Mitte März bekannt geben. UBS-Chef Sergio Ermotti sagte am WEF in Davos, es werde etwa gleich viel geben wie letztes Jahr, das wären 3,1 Milliarden Franken. Allerdings wird anders verteilt. Die Vermögensverwaltung, die unter neuer Führung der Co-Chefs Martin Blessing und Tom Naratil steht, hat im vierten Quartal schlechte Zahlen geliefert. Davon dürften beim Bonus einige Schweizer betroffen sein.

Andrea Orcels gesperrte 50-Millionen-Franken-Boni

Noch immer zu reden gibt der Abgang von Investmentbank-Chef Andrea Orcel im letzten Herbst. Er wollte zur spanischen Bank Santander wechseln und dort CEO werden. Sollte, denn die Spanier haben im letzten Moment einen Rückzieher gemacht, weil sie die angesparten Boni Orcels von knapp 50 Millionen nicht übernehmen wollten. Orcel verdiente bei der UBS jährlich rund 10 Millionen Franken. 2013 waren es sogar 11,4  Millionen, davon 9 Millionen als Bonus. Der wird nicht sofort ausbezahlt, sondern zu 89 Prozent aufgeschoben.

Zu 59 Prozent erfolgt später die Auszahlung in ­Aktien und zu 30 Prozent in sogenannten DCCPs, ein Beteiligungsprogramm, das erst nach fünf­jähriger Sperrfrist ausbezahlt wird. Orcels Boni waren wegen einer EU-Regelung zudem seit zwei Jahren sogar sieben Jahre gesperrt. Wäre er zur Santander gegangen, hätte die UBS 50 Millionen Sonder­gewinn gemacht. Darum glaubte Santander-Präsidentin Ana Botin, sie könnte die UBS dazu bringen, einen Teil zu übernehmen. Das scheiterte aber, weil sich die UBS vor einem Präzedenzfall fürchtete. Darum ist Orcel nun arbeitslos und muss es sieben Jahre bleiben, will er die ganzen 50 Millionen kas­sieren.

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 11.02.2019, 08:19 Uhr

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