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Unter ­Rüpeln

Schminken im Zug, Sitzenbleiben im Tram, Schwatzen im Kino: Man gibt sich locker, ist aber bloss rücksichtslos.

Manche Menschen scheinen Schamgefühle und gute Manieren aus ihrem Alltag komplett verbannt zu haben. Illustration: Melk Thalmann
Manche Menschen scheinen Schamgefühle und gute Manieren aus ihrem Alltag komplett verbannt zu haben. Illustration: Melk Thalmann

Dieser Artikel gehört zu den meistgelesenen Texten des Jahres. Er erschien erstmals am 17. August 2019.

Der Zug ist voll von Pendlern, doch das kümmert die junge Frau nicht im Geringsten. Als wäre sie in ihrem privaten Badezimmer, deckt sie erst Pickel und Augenringe ab, zieht die Augenbrauen nach, trägt Lidschatten auf. Tägliche Make-up-Routine. Bevor sie zum Wimperntuschen ansetzt, wirft sie der Frau gegenüber einen warnenden Blick zu: Hey, wenns dich stört, ist das dein Problem! Die anderen gaffen derweil versteinert auf ihre Handys, tun so, als wäre Schminken im ÖV die normalste Sache der Welt. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis man Männer im Tram bei ihrer Morgenrasur bestaunen wird und eventuell sogar Hand bieten muss, weil sie das mit dem Haargel am Hinterkopf selber nicht hinkriegen.

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