Warum Klimaskeptiker auf Kinder hören

Eine Studie stellt fest, dass die Aufklärung von Kindern die Einstellung der Eltern zum Thema beeinflusst.

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Die Erkenntnis der eigenen ­Wirkungslosigkeit war eine frustrierende Erfahrung. Meinen Vater von der Notwendigkeit einer Verhaltensänderung zu überzeugen, war mir zu meiner Schulzeit nicht gelungen. Damals ging es ums Autofahren, Recycling und Streusalz auf den Strassen.

Für die Klimastreik-Jugend gibt es aber Hoffnung. Eine Studie der North Carolina State University stellt fest, dass die Aufklärung von Kindern die Einstellung der Eltern zum Thema beeinflusst. Die Forscher untersuchten mit einer Umfrage das Ausmass der Besorgnis über den Klimawandel bei 238 Schülern und 292 Eltern. Zwei Drittel der Schüler absolvierten einen Kurs zum Klimawandel. Ein Drittel machte den Kurs nicht mit, fungierte also als Kontrollgruppe. Im Kurs ging es nicht um Aktivismus wie Klimastreiks, sondern um praktische Projekte in der Gemeinde. Den Schülern wurde nicht gesagt, sie sollten versuchen, die Meinung ihrer Eltern zu beeinflussen. Aber diese wurden zum Mitmachen eingeladen und zu Umweltthemen befragt. Die Sorge ums Klima nahm in der Versuchsgruppe sehr viel stärker zu als in der Kontrollgruppe. Am stärksten veränderten sich die Einstellungen bei männlichen und konservativen Eltern. Töchter erzielten mehr Wirkung. Sie seien in diesem Alter kommunikativ geschickter, vermuten die Forscher.

Die Forscher erklären die Wirkung damit, dass die Eltern sich durch ihre Kinder nicht ideologisch bedroht fühlen, anders als das in politischen Diskussionen der Fall ist. Dass die rotgrünen Aktivisten die Klimastreik-Jugend zu vereinnahmen suchen und die Demos mit antikapitalistischen Parolen beherrschen, ist unter diesem Gesichtspunkt vielleicht nicht ganz zielführend.



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(SonntagsZeitung)

Erstellt: 26.05.2019, 12:54 Uhr

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