Das reicht nicht, um das Klima zu retten

Fliegen ist viel zu günstig und viel zu schlecht fürs Klima. Eine symbolische Flugticketabgabe ist aber nicht die grosse Lösung.

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Es ist gut und recht, wenn der Bundesrat jetzt seinen Widerstand gegen eine Flugticketabgabe aufgibt. Fliegen ist viel zu günstig und viel zu schlecht fürs Klima. Der Luftverkehr kam bisher viel zu gut weg. Die Schweiz wird zwar künftig bei zwei internationalen CO2-Reduktionssystemen im Flugverkehr mitmachen. Das reicht aber nicht, um das Klima zu retten.

Doch auch die Flugticketabgabe ist nicht die grosse Lösung, als die sie momentan gepriesen wird. Es erstaunt nicht, wurde sie bereits wieder aus dem neuen Klimapapier der Freisinnigen gestrichen. Denn mit einer Belastung von ein paar Franken ist es nicht getan. Dann lohnt sich der Wochenendtrip nach London oder Berlin nach wie vor. Wird die Abgabe zu hoch angesetzt, wird Fliegen zum Luxusprodukt. Es kann nicht sein, dass am Ende nur noch Präsidenten, Manager und Models um die Welt jetten, während für Familien der Mallorca-Ferienflug unerschwinglich wird.

«Es gibt Zweifel, ob eine rein schweizerische Flugticketabgabe auch am binationalen Airport greifen würde.»

Dazu kommt: Am stärksten betroffen wäre ausgerechnet die in Zürich und Genf stationierte Swiss, die eine der modernsten Flotten in Europa hat. Die Konkurrenz, allen voran Billigairlines wie Easyjet, könnten womöglich sogar einfach nach Basel-Mulhouse ausweichen. Es gibt nämlich Zweifel, ob eine rein schweizerische Flugticketabgabe auch am binationalen Airport greifen würde.

Die Bundesverwaltung arbeitet derzeit zwar Modelle für eine Flugticketabgabe aus. Es ist aber unwahrscheinlich, dass sie eine Lösung findet, womit der Luftverkehr wirksam, sozialverträglich und ohne Umverlagerung ins nahe Ausland auf CO2-Senkungskurs gebracht werden kann. Wahrscheinlicher ist, dass am Ende eine primär symbolische Abgabe herausschaut. Das wäre nicht nichts im Vergleich zu heute. Der Aletschgletscher würde aber weiterhin jeden Sommer mächtig ins Schwitzen geraten.



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Erstellt: 25.05.2019, 23:12 Uhr

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