Wie gut schmeckt Hundefutter wirklich?

Tierfutterverkäufer werben damit, dass sie die Nahrung für ihren Liebling ausgiebig vor­gekostet haben. Was ist da dran?

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«Schatz, hast du das Hundefutter gesehen?», fragt die Frau ihren Partner, der gerade eine Dose auslöffelt. Zumindest im aktuellen TV-Spot schmeckt das Dosen­futter so gut, dass auch der Mensch das Zeug gern isst. Auch Tierfutterverkäufer werben damit, dass sie die Nahrung für ihren Liebling ausgiebig vor­gekostet haben. Was ist da dran?

Manchmal kümmern sich Öko­nomen um die wirklich grossen ­Themen des Lebens. Mit der ­Studie «Pastete und Hundefutter – können die Menschen den Unterschied erkennen?» gaben drei Ökonomen vor einigen Jahren in der Zeitschrift «American Association of Wine Economists» (ja, auch das gibt es) eine Antwort. Angesichts der Ähnlichkeit der Zutaten könnte Hundefutter in Dosen ein geeigneter und billiger Ersatz für Pasteten oder verarbeitete Fleischmischprodukte wie Leberwurst oder Spam – gepökeltes, im eigenen Saft gegartes und gepresstes Schweinefleisch in Dosen – sein. Das Stigma, das mit dem Verzehr von Tiernahrung verbunden ist, macht jedoch einen unvoreingenommenen Vergleich schwierig. Die Forscher arrangierten deshalb einen Blindtest mit Entenlebermousse, Spam, Schweineleberpastete, Leberwurst und eben Hundefutter.

72 Prozent der Probanden stuften das Hundefutter geschmacklich am schlechtesten ein. Aber nur einer von sechs vermochte das Hundefutter zu identifizieren (die meisten tippten darauf, die Leberwurst sei das Hundefutter). Das scheint paradox. Die Forscher ­erklären sich dies damit, dass die Probanden damit rechneten, dass Hundefutter gar nicht so schlecht schmecken würde und es deshalb nicht auf dem letzten Platz erwarteten. Die Hundefutter-­Werbung scheint also zu wirken.



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Erstellt: 01.06.2019, 19:50 Uhr

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