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Fund der Freiburger PolizeiSpezialisten entdecken weitere verdächtige Objekte in Murten

In einem leerstehenden Haus in der Freiburger Ortschaft hat ein Gegenstand mit einer Sprengladung neutralisiert werden müssen. Nun schaltet sich die Bundesanwaltschaft ein.

Die Polizei hat am vergangenen Montag eine Strasse abgesperrt, weil in einem leer stehenden Wohnhaus verdächtige Objekte gefunden wurden.
Die Polizei hat am vergangenen Montag eine Strasse abgesperrt, weil in einem leer stehenden Wohnhaus verdächtige Objekte gefunden wurden.
Foto: Kantonspolizei Freiburg

In dem leerstehenden Haus in Murten, in welchem am Montag ein verdächtiges Objekt gefunden worden war, sind rund zehn weitere «verdächtige Gegenstände» entdeckt worden. Ein Objekt, das einer Antipersonenmine ähnelte, wurde mit einer Sprengladung neutralisiert.

Die Detonation sei weitherum deutlich wahrgenommen worden, wie die Kantonspolizei Freiburg am Mittwochabend mitteilte. Die Objekte seien bei der Durchsuchung des Hausinnern und der Umgebung gefunden worden. Sie hätten visuelle Merkmale von nicht-konventionellen Spreng- oder Brandsätzen gehabt. Beim Grossteil der neu gefundenen Objekte habe es sich jedoch um Attrappen gehandelt. Der restliche Teil werde weiter analysiert.

Die Nachbarn in der Nähe des Hauses, rund zehn Personen, seien aufgefordert worden, ihre Häuser während der «heiklen Phasen der Intervention» zu verlassen. Es sei niemand verletzt worden und die Bevölkerung sei nicht in Gefahr gewesen.

Erstes Objet: Metallkasten mit Kabeln

Bei dem am Montag gefundenen Objekt handelt es sich gemäss Mitteilung um einen Metallkasten, an den eine Fernbedienung angeschlossen gewesen sei und verschiedene Gegenstände wie elektrische Kabel, Gaskanister und weisse Materie enthalten habe. Die Elemente seien neutralisiert worden. Die Analyse des Materials durch das Forensische Institut Zürich habe ergeben, dass es sich um keine explosiven oder brandgefährlichen Substanzen gehandelt habe.

Die Freiburger Kantonspolizei führt weitere Ermittlungen durch, um Profil und Motiv des mutmasslichen Täters zu ermitteln. Zudem hat sie die Bundesanwaltschaft (BA) eingeschaltet. Sie sei aufgrund ihrer Zuständigkeit für Sprengstoffdelikte durch die Freiburger Behörden vorinformiert worden, teilte die BA am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Die entsprechende Untersuchung sei durch die Kantonspolizei Freiburg eingeleitet worden.

Paket bei Bauarbeiten gefunden

Das erste verdächtige Paket hatten Bauarbeiter am Montag in einem seit dem Tod des Besitzers im vergangenen Jahr unbewohnten Haus entdeckt. Bei der Kontrolle des Wohnhauses wurden weitere verdächtige Objekte entdeckt. Fünf Nachbarn hatten in der Folge aus Sicherheitsgründen ihren Wohnort auf eigene Initiative vorübergehend verlassen. Die betroffene Strasse, an die das Wohnhaus grenzt, wurde stundenlang gesperrt.

Die gefundenen Objekte waren von einer Spezialeinheit der Waadtländer Kantonspolizei neutralisiert worde. Bei der Spezialeinheit handelt es sich um die sogenannte EOD-Einheit zur Neutralisierung, Entfernung und Aufspürung von Sprengkörpern.

Im Juni war in Léchelles FR ebenfalls ein verdächtiges Paket gefunden worden, das einen grossen Polizeieinsatz auslöste. Eine Verbindung zu diesem Fall könne derzeit aber nicht gemacht werden, schreibt die Kantonspolizei am Mittwochabend.

SDA/fal