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Prominenter ZuzugSpielt Marco Rossi schon am Freitag gegen Davos für die Lions?

Der 19-jährige Stürmer aus Österreich und frühere ZSC-Junior dürfte schon bald zu den Zürchern stossen und sich auf seine erste NHL-Saison vorbereiten. Im NHL-Draft ging er kürzlich als Nummer 9 zu den Minnesota Wild.

Der grosse Moment: Marco Rossi gibt sein erstes Interview als Mitglied der Minnesota Wild.
Der grosse Moment: Marco Rossi gibt sein erstes Interview als Mitglied der Minnesota Wild.
Foto: Mike Stobe/Getty Images

Die Unterschrift Marco Rossis steht noch aus, aber das Leihgeschäft ist so gut wie sicher. Die Minnesota Wild haben gestern Nacht Schweizer Zeit ihrem neuen jungen Stürmer die Freigabe erteilt, sich in Europa auf den für den 1. Januar 2021 geplanten Saisonstart in der NHL vorzubereiten.

Es liegt auf der Hand, dass der 19-jährige Mittelstürmer da bei den ZSC Lions anklopft. Schliesslich war er als Nachwuchsspieler schon Teil der Lions-Organisation und verbrachte er den Sommer häufig als Trainingsgast der ZSC oder GCK Lions. Seine Geschichte, wie er jahrelang mit seinem Vater fast täglich zwischen Vorarlberg und Zürich hin und her pendelte, ist eine eindrückliche Story über den Willen eines Sportlers einerseits und der Hingabe der Eltern und der ganzen Familie andererseits.

Wenn alles rechtzeitig klappt, wird Rossi bereits am Freitag im Spiel der ZSC Lions gegen den HC Davos in Blau-weiss-rot auflaufen. Rossi ist zwar Österreicher, belastet das Ausländer-Kontingent der Lions nicht.

Ein Boost – und ein interessanter Test

Er sei nach Monaten im Kraftraum nun bereit für die nächste Aufgabe, sagt Rossi. Nun gelte es so viel Spielpraxis wie möglich zu sammeln und auch auf dem Eis den nächsten Schritt zu machen. Geplant sind auch Spiele Rossis bei der österreichischen U-20-Nationalmannschaft, die vom 5. bis 7. November in St. Pölten ein Vorbereitungsturnier für die U20-A-WM in Kanada (Turnierstart am 26. Dezember) bestreitet. Dafür bedarf es indes der Freigabe durch die Wild – sowie auch der Lions, falls es da definitiv zur Zusammenarbeit kommt. Die Gespräche dazu sind am Laufen.

Er hoffe, sich bestmöglich auf die Weltmeisterschaft in Kanada vorbereiten zu können, um dann Ende Dezember eine gute WM spielen zu können, so Rossi.

Vorausgesetzt, es läuft nichts schief im letzten Moment, dann ist das ein vielleicht willkommener Boost für die zuletzt etwas ins Schleudern geratenen Lions. Die Zürcher verloren nach einem fast optimalen Saisonstart zuletzt 3:6, 2:8 (beide gegen Zug) und 2:5.

Gleichzeitig ist ein erstmaliger Einsatz Rossis auf höchster Stufe bei den Erwachsenen ein interessanter Test im Hinblick auf mögliche NHL-Einsätze noch in dieser Saison. Nebst dem als Nummer 1 gezogenen Alexis Lafrenière (New York Rangers) gilt Rossi bei vielen Experten als zweiter Spieler dieses Drafts, der definitiv schon jetzt bereit für NHL-Einsätze sein soll. Es ist sonst nicht unüblich, dass auch hoch gedraftete Spieler erst ein oder gar zwei Jahre später in der NHL eingesetzt werden.