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79 Millionen Bonus für Blatter, Valcke und Kattner

Die Fifa-Spitze schanzte sich über Jahre hinweg hohe Boni zu, wie interne Untersuchungen des Weltverbands zeigen.

Stehen wieder im Rampenlicht: Die ehemaligen Fifa-Funktionäre Markus Kattner, Joseph Blatter und Jérôme Valcke.
Stehen wieder im Rampenlicht: Die ehemaligen Fifa-Funktionäre Markus Kattner, Joseph Blatter und Jérôme Valcke.
Keystone

Die Fifa hat heute neue Informationen über die internen Untersuchungen bekannt gegeben, die seit Beginn der Fussball-Korruptionskrise laufen. Nun hat der Weltverband erstmals Details über Saläre und Boni der ehemaligen Topkader Sepp Blatter, Jérôme Valcke und Markus Kattner veröffentlicht (hier die Liste der Zahlungen). Dabei kamen enorm hohe Bonuszahlungen zum Vorschein, die oft bei allen drei Funktionären am gleichen Tag vereinbart worden waren:

  • In den vergangenen fünf Jahren wurden 79 Millionen Franken an die drei Ex-Spitzenmänner Joseph Blatter (Präsident), Jérôme Valcke (Generalsekretär) und Markus Kattner (Finanzchef) ausbezahlt.
  • Einige vereinbarte Spezialklauseln in den Verträgen scheinen laut den Fifa-Anwälten Schweizer Recht zu verletzen.
  • Die Fifa-Anwälte äusserten auch Kritik am Verhalten des Fifa-Kompensations-Komitees, das seit 2013 die Verträge der wichtigsten Fifa-Kader absegnet. Chef dieses Komitees war der Schweizer Domenico Scala, der seine Fifa-Ämter kürzlich niederlegte.

Die publizierten Dokumente werfen ein Schlaglicht auf die Salärpolitik der ehemaligen Fifa-Chefetage. Blatter, Valcke und Kattner hätten sich gegenseitig hohe Zahlungen zugeschanzt, so die Fifa-Anwälte. Alleine am 1. Dezember 2010 bewilligten sich die drei Spitzenmänner Boni im Umfang von 23 Millionen Franken im Zusammenhang mit der bereits vergangenen WM 2010 in Südafrika. Blatter: 11 Millionen Franken. Valcke: 9 Millionen. Kattner: 3 Millionen.

Dazu kommt, dass jeder der drei Funktionäre mehrere Zusatzverträge erhielt - was die Boni nochmals steigerte. Ein Beispiel vom 30. April 2011 illustriert das Vorgehen: Kurz vor der Präsidentschaftswahl 2011, als Blatters Wiederwahl noch nicht gesichert war, sicherten sich Valcke und Kattner eine Vertragsverlängerung bis 2019 – sowie grosse Salärsteigerungen. Überdies waren die Kontrakte mit goldenen Fallschirmen in Höhe von 17,5 Millionen Franken (Valcke) und 9,8 Millionen (Kattner) ausgestattet, die im Fall einer Nichtwahl Blatters und einer damit einhergehenden und wahrscheinlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausbezahlt worden wären.

Ein weiterer Vorwurf der Fifa-Anwälte der US-Kanzlei Quinn Emanuel ist zudem, dass diejenigen, die die Verträge unterschrieben hatten, auch diejenigen gewesen seien, die die Verträge abgesegnet hätten – zumindest, bevor 2013 ein Kompensationskomitee eingeführt wurde. Die Kanzlei hat die Informationen über die Arbeitsverträge mit der Bundesanwaltschaft und auch mit der amerikanischen Justiz geteilt.

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