Die Bayern stellen Rekorde ein – und Lahm schlägt Alarm

Dahinter steckt wohl auch das grosse Erfolgsgeheimnis der Bayern: Sie siegen und siegen und sind trotzdem nicht zufrieden.

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Josep Guardiola wird nicht müde, seine Spieler laufend zu korrigieren. Der Katalane hinterfragt aber auch seine eigene Arbeit und gibt sich keineswegs als selbstherrlicher Besserwisser. «Auch wenn wir gewinnen, gibt es immer Dinge zu verbessern», sagte Josep Guardiola nach dem mühsamen 2:1-Sieg am Samstag in Hoffenheim. «Auch ich muss mein Konzept korrigieren. Was genau ich meine, werde ich aber erst meinen Spielern erklären. Es geht um taktische Dinge.»

Dies war eine Selbstkritik ausgerechnet nach einem Spiel, in dem der deutsche Rekordmeister den vom heute kriselnden Hamburger SV aufgestellten Uralt-Rekord aus dem Jahre 1983 von 36 ungeschlagenen Spielen in Folge eingestellt hat. Coach war damals die inzwischen verstorbene österreichische Trainerlegende Ernst Happel. Die Münchner fahren unter Josep Guardiola also dort fort, wo sie in der letzten Triple-Saison unter Jupp Heynckes aufgehört haben. Mit dem Sieg in Hoffenheim knackte Guardiola gleich eine weitere Bestmarke. Als neuer Bundesligatrainer schaffte es in der Saison 1993/94 nur Klaus Topmöller mit Eintracht Frankfurt, in den ersten 11 Bundesligaspielen 29 Punkte zu holen.

Bayern egalisieren Barças Bestmarke

Verrückt: Den beiden Rekorden am Wochenende liess der deutsche Rekordmeister unter Guardiola am Dienstag sogleich den dritten Streich folgen. Diesmal in der Champions League. Saisonübergreifend gewannen die Bayern in der Königsklasse nach dem 1:0-Sieg in Pilsen neun Spiele in Serie und erreichen so die Bestmarke des FC Barcelona aus der Spielzeit 2002/03. Es ist jener Club, für den Josep Guardiola als Spieler und Trainer während 15 Jahren gearbeitet hatte – dort wird er als Legende verehrt. Ironie der Geschichte: Barças Trainer damals war der Holländer Louis van Gaal, der später die Bayern von 2009 bis 2011 trainieren sollte.

Allerdings hat auch an diesem Rekord Guardiolas Vorgänger, Champions-League-Sieger Jupp Heynckes, massgeblichen Anteil. Von den neun Spielen, welche die Münchner in der Champions League jetzt in Serie gewannen, holte Heynckes fünf. Guardiola schmückt sich nur ungern mit fremden Federn. Denn der Katalane betont immer wieder, welch grossen und massgeblichen Anteil Jupp Heynckes an den historischen Erfolgen der Bayern hat. Nach dem Spiel in Pilsen war Guardiola trotz des 1:0-Sieges mit der Leistung erneut nicht zufrieden.

«Geben Gegner das Gefühl, dass er was holen kann»

Seiner Kritik pflichtete auch Captain Philippe Lahm bei. Der deutsche Nationalspieler schlägt sogar Alarm und spricht Klartext. «Wir müssen diese Anfangsphase in den Griff bekommen – und zwar schleunigst», sagte der deutsche Nationalspieler mit Blick auf die vergangenen drei Bundesligaspiele, in denen die Münchner einen Rückstand drehen mussten. Lahm sagt, dass dies viel Kraft koste und bei stärkeren Gegnern als Mainz, Hertha oder Hoffenheim zu einem echten Problem werden könnte. In der Tat: Auch in Pilsen kamen die Bayern nur mit Glück um einen Rückstand herum. Sie durften sich letztlich bei Schiedsrichter Mateu Lahoz bedanken, dass dieser in der dritten Minute ein eindeutiges Halten von Diego Contento im Strafraum nicht mit einem Elfmeter geahndet hatte. «Wir lassen den Gegner am Anfang immer wieder kommen und geben ihm das Gefühl, dass er etwas gegen uns holen kann», analysierte Lahm weiter.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.11.2013, 12:22 Uhr

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