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«Das olympische Komitee kommuniziert arrogant»

Der auf Grossveranstaltungen spezialisierte Professor Dr. Martin Müller erklärt, weshalb eine Olympiakandidatur für demokratische Länder derzeit nicht infrage kommt.

2022 werden die Olympischen Spiele zum dritten Mal in Folge in Asien ausgetragen.
2022 werden die Olympischen Spiele zum dritten Mal in Folge in Asien ausgetragen.
Keystone

Wieso wollen demokratisch geführte Staaten keine Olympischen Spiele mehr organisieren?

Professor Müller: Die Spiele sind ökonomisch schlicht unattraktiv geworden, und die Auflagen des IOK sind derart streng, dass den Ländern nahezu kein Handlungsspielraum mehr bleibt. Weil die Kosten-Nutzen-Rechnung für die Staaten mit autoritärer Führung eine geringere Rolle spielt, wird bei diesen Anlässen geklotzt, schliesslich geht es dabei primär um die Selbstdarstellung. Dadurch steigen die Erwartungen. London beispielsweise musste sich für seine Sommerspiele im Vergleich mit Peking 2008 dauernd rechtfertigen. China brannte an der Eröffnungsfeier damals ein pompöses Feuerwerk ab, die Stadien waren hochmodern, während in London das Budget bedeutend kleiner war.

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