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Der Traum vom alten Glanz

Indy 500 statt GP von Monaco? Fernando Alonsos Entscheid sagt viel darüber aus, wo McLaren hin will.

Keine Podestplätze mehr: Fernando Alonso vor dem Grand Prix in Melbourne. (20. März 2016)
Keine Podestplätze mehr: Fernando Alonso vor dem Grand Prix in Melbourne. (20. März 2016)
Jason Reed, Reuters

Die Meldung irritierte viele: Fernando Alonso verzichtet auf den prestigeträchtigen GP von Monaco und fährt stattdessen die 500 Meilen von Indianapolis. Der Ende vergangene Saison zurückgetretene Jenson Button vertritt ihn beim Rennen im Fürstentum. Doch die Meldung irritiert nicht nur – sie sagt vor allem viel aus über die Stellung des Spaniers im Team und darüber, wie sich McLaren nach dem Weggang von Geschäftsführer Ron Dennis verändert hat.

McLaren war einst ein grosser Name im Motorsport. Nicht nur in der Formel 1 waren die Autos am Start, sondern auch in den nordamerikanischen Canam- und Champ-Car-Serie. 53-mal startete McLaren in der Formel 5000, und neunmal fuhr ein McLaren in Indianapolis aufs Podest.

Doch von diesen Zeiten ist McLaren heute weit weg. Den letzten Sieg feierte das Team 2012. Seit im Auto ein Honda-Motor verbaut ist, waren drei 5. Plätze von Alonso das beste Ergebnis. Doch etwas hat sich auf diese Saison bei McLaren geändert: Es steht ein neuer Mann an der Spitze.

Eine neue Ära

Im November 2016 wurde Ron Dennis, Firmenchef der McLaren Group, beurlaubt. Geschäftsführer ist neu Zak Brown. Der Amerikaner gründete Mitte der 1990er-Jahre eine Motorsport-Marketing-Firma. Brown weiss, wie wichtig Alonso für die Marke McLaren ist. Der Vertrag des Spaniers läuft Ende Saison aus, und für den Rennstall ist es bedeutend, einen grossen Namen in seinem Auto zu haben.

Und Brown weiss auch, dass es wichtig ist, die Marke McLaren wieder im Motorsport zu etablieren. «Ich glaube nicht, dass wir einen genügend guten Job gemacht haben, die McLaren-Geschichte zu erzählen. Unsere Marke ist stärker als die Resultate, die wir von Woche zu Woche liefern», sagte er kürzlich in Shanghai.

Mitbesitzer Mansour Ojjeh liess durchblicken, dass McLaren vielleicht ganz in die Indycar-Serie einsteigen könnte. Und auch über Le Mans machen sie sich Gedanken. Klar ist: Die neue Leitung will die Marke McLaren wieder etablieren. Und für das brauchen sie mehr als die Formel 1.

Greift Alonso nun nach der Triple Crown?

Und Fernando Alonso? Dass er mit dem Honda-Motor nicht glücklich ist, ist bekannt. Die Tatsache, dass aber sein Indycar ebenfalls von Honda angetrieben werden wird, zeigt, dass es nicht nur am Auto liegt. Alonso fährt mittlerweile seine 17. Saison in der Formel 1. Er stand schon 97-mal auf dem Podest und wurde 2005 und 2006 Weltmeister. Mit McLaren ist er zurzeit nicht konkurrenzfähig, so schaut sich der Spanier nach anderen Herausforderungen um.

Eine solche ist die sogenannte Triple Crown – der Sieg beim GP von Monaco, den 24 Stunden von Le Mans wie bei Indy 500. Den GP von Monaco hat Alonso schon zweimal gewonnen (2006 und 2007). Fahrer, die in mehreren Klassen am Start stehen, sind in der heutigen, spezialisierten Zeit eine Seltenheit. Der Letzte, der sich für die Triple Crown aufdrängte, war Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer gewann 2003 in Monaco, in Indianapolis siegte er 2000 und 2015.

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