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Deutsche Legende und Wahlschweizer feiert runden Geburtstag

Günter Netzer feiert am Montag seinen 65. Geburtstag. Er ist die schillernde "Nummer 10" des deutschen Fussballs geblieben.

Als Spieler war er ein genialer Regisseur, als Fernsehkommentator gilt er als kreativer Kritiker und Analytiker, als TV-Rechtehändler zieht er die Fäden und als Mensch ist er ein Lebenskünstler.

"Ich bin auf der Sonnenseite des Lebens, bin privilegiert und habe viel Glück gehabt", sagte Netzer in einem Gespräch mit der deutschen Nachrichtenagentur dpa. Der seit 20 Jahren in der Schweiz lebende Netzer hat mit dem Altwerden keine Probleme: "Ich kann damit verdammt gut umgehen. Weder 40, 50, 60 noch 65 Jahre sind eine Schwelle für mich. Das ist mein Naturell."

Von Ruhestand kann bei ihm keine Rede sein. Mit Gerhard Delling wird er über 2010 hinaus für die ARD die Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft kommentieren. Und in Zug nahe seines Wohnsitzes Zürich wirkt er bei der Sportrechte-Firma Infront auch in Zukunft im Aufsichtsrat. "Ich habe mein ganzes Leben lang keine Pläne und Strategien gehabt", sagt Netzer, der wegen seiner tiefgründigen Spielanalysen zum "Chefideologen des deutschen Fussballs" gekürt wurde. Anfang der 90er Jahre hatte Netzer noch beim Schweizer Fernsehen bei den Spielen der Schweizer Nationalmannschaft als Co-Kommentator gewirkt -- ebenfalls mit durchschlagendem Erfolg.

Ein Querkopf kann der Mann mit Schuhgrösse 47, der über 70 Meter millimetergenaue Pässe schlagen und Freistösse mit höllischem Effet schiessen konnte, jedoch allemal sein. "Ich setze mich Tag für Tag kritisch auseinander und opponiere auch", sagt Netzer. "Ich habe immer gemacht, was ich wollte und damit meinen Frieden gefunden." Dies galt auch für seine Spielweise, mit der er als Captain der legendären "Fohlen-Elf" von Trainer Hennes Weisweiler 1970 und 1971 deutscher Meister wurde. "Meine Art Fussball zu spielen, war mit grossem Risiko behaftet. Weisweiler hat mich aber aufgefordert, dieses Spiel zu spielen und zu mir gesagt: 'Wenn deine ersten 30 Pässe nicht ankommen, versuche es mit dem 31.'"

Schwer zurechtfinden konnte sich Netzer bei Real Madrid, wo er zwischen 1973 bis 1976 zweimal spanischer Meister wurde. "Der Wechsel hat mir sehr viel gebracht. Da habe ich erst die Realität kennengelernt", erzählt Netzer, der später seine Karriere bei den Grasshoppers ausklingen liess. Als Manager beim HSV (1978 bis 1986) wurden die Norddeutschen unter seiner Ägide dreimal Meister und einmal Meistercup-Sieger. Nach einer gewissen Zeit habe er aber genug gehabt. Netzer: "Der Job tötete alle mein Lebenslust. Dies war der Grund, warum ich nie wieder eine Aufgabe im Fussball-Management übernommen habe."

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