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Drei FIFA-Exekutivmitglieder empfingen Schmiergelder

Die Namen von weiteren mutmasslichen Schmiergeldempfängern in der FIFA-Exekutive sind bekannt.

Gemäss 'Tages-Anzeiger' sollen Ricardo Teixeira, Nicolas Leoz und Issa Hayatou von der früheren FIFA-Vermarktungsagentur ISL Zahlungen erhalten haben.

Der 'Tages-Anzeiger' stützt sich auf eine ihm vorliegende Zahlungsliste aus den Büchern der 2001 Konkurs gegangenen ISL. Die in Zug ansässige Firma hatte mit den TV- und Vermarktungsrechten der FIFA für WM-Endrunden gehandelt. Zudem hatte auch der britische TV-Sender BBC für den Montagabend in der Sendung "Panorama" weitere Enthüllungen angekündigt.

Die neuste Entwicklung dürfte keine Auswirkungen haben auf die Vergabe der WM-Endrunden 2018 und 2022 am Donnerstag in Zürich. Es ist weder anzunehmen, dass die FIFA die drei Mitglieder aus der Exekutive ausschliesst, noch dass die Vergabe verschoben wird.

Das Schwergewicht unter den drei mutmasslichen Schmiergeldempfängern ist der Brasilianer Ricardo Teixeira. Der 63-Jährige ist Präsident des brasilianischen Verbandes und einer von sieben FIFA-Vizepräsidenten. An seine Briefkastenfirma in Liechtenstein soll die ISL gemäss 'Tages-Anzeiger' umgerechnet rund 12 Millionen Franken gezahlt haben.

Um weniger Geld geht es in den Fällen von Nicolas Leoz (Par) und Issa Hayatou (Kam). Der Südamerikaner, Präsident des kontinentalen Verbandes Conmebol, soll etwas mehr als eine Million Franken erhalten haben. Hayatou, der 2002 gegen Sepp Blatter in der Wahl zum FIFA-Präsidenten antrat und verlor, kassierte gemäss Liste knapp 25 000 Franken.

Die Enthüllungen sind im Umfeld der Vergabe für die WM-Endrunden 2018 und 2022 vom kommenden Donnerstag gut platziert, stehen aber sachlich nicht im Zusammenhang mit dieser. Die Zahlungen sind in den Neunzigerjahren getätigt worden.

Anders war es bei den Mitte November suspendierten FIFA-Exekutivmitgliedern Amos Adamu (Nig) und Reynald Temarii (Tahiti), welche sich gegenüber den als Vermittler getarnten Journalisten der Zeitung 'Daily Mirror' käuflich zeigten. In ihren Fällen ging es konkret um den Kauf von Stimmen bei der WM-Vergabe.

Die WM-Vergabe betreffen die Aussagen des Exekutivmitglieds Mohamed Bin Hamman aus Katar gegenüber den deutschen TV-Sendern ARD und WDR. Er bestätigte indirekt, dass es eine Absprache mit dem spanischen FIFA-Vizepräsidenten Angel Maria Villar Llona gab, wonach sie sich gegenseitig die Stimmen geben würden.

Katar bewirbt sich für die WM 2022, Spanien zusammen mit Portugal für die WM 2018. "Wenn es einen Deal gibt, so sehe ich das nicht als Problem. Vielleicht ist es das aus europäischer Perspektive." Schuld sei das System, das die Vergabe von zwei WM-Endrunden am gleichen Tag vorsehe.

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