Berns Siegestor im Video

Die Erlösung kam in der 52. Minute. Nach dem Schlusspfiff brachen beim SCB und seinen Fans alle Dämme.

Der hüpfende Meistergoalie Jakub Stepanek feiert mit seinen Teamkollegen den 14. SCB-Titel. Foto: Tatiana Scolari (EQ Images)

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Als um 22.34 Uhr die ersten Gegenstände aufs Eis der Resega flogen – ein paar harmlose Papierflieger – da war dieses fünfte Finalspiel schon vorbei. Da lagen sich SCB-Trainer Leuenberger und Assistent Bayer schon in den ­Armen. Da ­jubelten die Berner Spieler vor der Curva Nord, als habe es vor dieser ­Partie nie Sicherheitsbedenken gegeben. 3:2 gewann der SC Bern, holte zum 14. Mal den Schweizer Meistertitel, zum 4. Mal bereits im Südtessin.

Die Szene, die das möglich machte, ereignete sich in der 52. Minute. Luganos Lapierre passte in Überzahl ­zurück zu Ulmer, dieser vermochte die Scheibe nicht zu kontrollieren – und verlor sie als letzter Mann an Berns Roy. Der Kanadier zog allein los und schoss das 3:2.

Ein Unterzahltor zum Titel: Das passt zu diesem SCB, der in jeder Situation mit unnachgiebigem Kampf vorwärtsstrebte, keinen Puck verloren gab und bis aufs 1:7 in Davos in jeder Partie bis zum Schluss engagiert war. Nicht weniger als 11 seiner 12 Siege in diesem Playoff hat der SCB mit nur einem Treffer Differenz geholt. «Wir mussten diese Saison viele Widrigkeiten wegstecken», zeichnete Matchwinner Roy das grosse Bild nach, «es war wie eine Achterbahnfahrt.» Seine Leichtigkeit beim Siegtreffer erklärte er damit, dass er nach 12 Minuten auf der Strafbank noch frische Beine ­gehabt habe. «Ein Shorthander als ­Gamewinner – unglaublich», freute sich auch Leuenberger.

«Ein Hitchcock-Krimi»

«Wir wackelten, aber wir fielen nicht», beschrieb der scheidende Trainer seinen ersten und vorerst auch letzten Meistertitel als SCB-Verantwortlicher. «Es war wieder ein Hitchcock-Krimi.»

In der Tat mussten sich die Berner den Meistertitel in diesem fünften Finalspiel noch einmal hart verdienen. Sie ­gerieten nach fünf Minuten in Rückstand, als Stepanek einen Schuss Vau­clairs unglücklich passieren liess.Sie hatten Glück, dass weder Klasen und Pettersson (6.) noch Sannitz (16.) ihre Kapitalchancen zum 2:0 verwerteten, dass der schwedische Topskorer kurz vor Ende des Startdrittels erneut scheiterte. So lautete das Resultat nach zwanzig Minuten nur 1:0. Und so brauchte es eben nur wenig für die Wende – ein paar Unsicherheiten von Goalie Merzlikins etwa, dem bisher so überzeugenden Goalie, der sich im Mitteldrittel innert fünf Minuten zweimal bezwingen lassen musste. Nach 25 Minuten war das, und die Resega, ungewohnt ­gesittet in diesem Hochsicherheitsspiel, verstummte.

Sheddens Gratulation

Zwar brachte Fazzinis Ausgleich in der 45. Minute noch einmal die Hoffnung zurück – aber eben nur für sechs Minuten. Nur bis zu Ulmers Aussetzer. Danach fruchtete alles Anrennen nichts mehr. Vielleicht hätte ein Skorer wie Brunner genützt, der nach dem Zusammenstoss am Samstag mit Bodenmann nicht einsatzfähig war. Doch es war ja nicht mangelnde Qualität, die bei 50 Sekunden doppelter Überzahl den Torerfolg verhinderte. Es waren Pech, der Pfosten, wohl auch die Müdigkeit nach sechs Wochen Playoff. Und es war auf jeden Fall ein ­Gegner, der nicht nur an diesem Abend eine der eindrücklichsten Teamleistungen der jüngeren Zeit ab­lieferte. «Bern ist ein würdiger Champion», gratulierte denn auch Lugano-Trainer Doug Shedden dem neuen Meister. Es war ein in jeder Beziehung würdiges Schlusswort einer Serie, in welcher der Kanadier zuvor als verbaler Brandstifter aufgefallen war. Etwa, als er für Bodenmann 20 Spielsperren forderte. Zwar ­rekurrierte Lugano noch gegen das angeblich zu milde Urteil von nur einer Strafpartie. Doch das interessierte gestern um 22.34 Uhr keinen mehr. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.04.2016, 23:21 Uhr

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