«Vielleicht schaffe ich das noch ein mal, vielleicht nicht. Ich bin kein Guru»

HCD-Coach Arno Del Curto vermisste die Kaltblütigkeit bei seinem Team, lobt aber dessen Moral.

«Diese Mannschaft ist jung, es ist genial, wie sie ­gekämpft hat»: HCD-Coach Arno Del Curto.

«Diese Mannschaft ist jung, es ist genial, wie sie ­gekämpft hat»: HCD-Coach Arno Del Curto. Bild: Keystone

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Was machte den Unterschied in der Serie gegen den EV Zug?
Die Kaltblütigkeit vor dem Tor. Und seltsamerweise hatten wir immer zwei, drei Minuten, in denen wir gleich mehrere Tore herschenkten, für kurze Zeit aus­einanderfielen. Das hat wohl damit zu tun, dass wir anrannten, uns Chancen erarbeiteten, powerten, und das Tor dann gegen uns fiel. Das wollten wir ­sofort wieder wettmachen und verloren den Kopf. Dabei sollte man nach einem Gegentor einen Moment lang ruhig ­bleiben, um dann nach zwei, drei, vier Minuten wieder Fahrt aufzunehmen. Das gelang uns nicht.

Aufwand und Ertrag standen beim HCD in einem Missverhältnis.
Logisch, hatten wir zu wenig Ertrag für unseren Aufwand. Aber bis diese Kaltblütigkeit kommt, braucht es noch zwei, drei, vier Jahre. Es war so: Immer, wenn wir das Messer am Hals hatten, wollten wir Tore schiessen. Und wenn wir das Messer nicht am Hals hatten, wollten wir schöne Tore schiessen. Wir sind noch zu verspielt. Leider schaffte ich es nicht, das auszumerzen. Vielleicht schaffe ich das noch einmal, vielleicht nicht. Ich bin kein Guru, ich bin ein normaler Mensch. Aber man sollte etwas anderes herausstreichen: Diese Mannschaft ist jung, es ist genial, wie sie ­gekämpft hat. Welche Moral sie immer wieder ­bewiesen hat!

Der HCD belegte Rang 5 und ­erreichte den Playoff-Halbfinal. Wie fällt Ihre Saisonbilanz aus?
Mein Ziel war, das Playoff zu erreichen. Aber dann nahmen wir Fahrt auf, und natürlich hätte man dann gerne mehr. Doch wir spielten schon vorher gut, schnürten den Gegner oft ein, hatten einen Haufen Chancen und verloren 0:1. Wir machten vieles gut und lernten viel. Und man muss auch ­sehen: Im Playoff hatten wir angeschlagene Ausländer und Zug viele Ausländertore. Ruutu ist ein Wahnsinniger. Ich weiss nicht, was bei dem alles kaputt ist. Er opferte sich auf für unsere Mannschaft. Lindgren muss sich jetzt operieren lassen (an der Hüfte). Er hatte nicht den Dampf, den er sonst hat. Ich will keine Ausreden ­suchen. Aber das sind Tatsachen.

Wie sieht der HCD in der nächsten Saison aus?
Wir werden noch jünger. Ich werde junge Verteidiger nachziehen. Wie Barandun, der ist 17, oder Buchli, ein 18-Jähriger. Und wir haben noch viele andere. Unter den ­Jungen verteile ich die Einsätze auf die Spiele in der Meisterschaft, in der Champions League, am Spengler-Cup, im Cup, im Playoff oder Playout.

Wie viele neue Ausländer gibt es?
Für diese Frage ist es noch zu früh. Diese Gedanken mache ich mir am ­Montag. Ich muss das nun zuerst verarbeiten. Ich hätte schon gehofft, dass wir einen siebten Match erzwingen können. Das wäre fantastisch geworden. Leider schafften wir es nicht.

Was trauen Sie den Zugern im Final gegen Bern zu?
Es ist ihr Glück, dass sie in sechs ­Spielen durchgekommen sind. So haben sie zwei Tage mehr frei vor dem Final. Ich traue ihnen einiges zu. Ich hätte nicht gedacht, dass die Zuger in der ­Serie gegen uns so mitziehen würden. Klar, sie spielten defensiver, wurden von uns in die Defensive gedrückt, aber wenn sie zurückschlugen, waren sie ­immer gefährlich. Sie haben den Sieg verdient. Sie haben gute Ausländer, standen ­hinten gut, und Stephan im Tor war über­ragend. Ich hoffte, sie würden ­irgendwann ­einbrechen. Aber das passierte nicht. Das sechste Spiel war vom Tempo her nochmals fantastisch. Wenn man bedenkt, dass wir drei Spiele pro Woche hatten. Ich glaube, es gibt einen guten Final.

Erstellt: 02.04.2017, 21:56 Uhr

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