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Eishockey-Welt solidarisiert sich mit Jaroslawl

Einen Tag nach dem Flugzeugabsturz mit dem russischen Team Lokomotive Jaroslawl ist die Betroffenheit in der Eishockey-Welt gross. Der Verein soll mit Spielern aus anderen Klubs die Saison bestreiten.

"Ausnahmslos jeder Klub der KHL hat uns kontaktiert und Jaroslawl jede Unterstützung zugesagt", sagte Alexander Medwedew, der Präsident der Kontinental Hockey League (KHL). Eine neue Mannschaft soll in den nächsten Tagen gebildet werden. Die neue Equipe soll bereits am neuen Starttermin der Saison, der auf dem 12. September verschoben worden ist, aufgestellt sein. "Die Klubs sind bereit, auch ihre besten Spieler nach Jaroslawl zu senden", so Medwedew. "Viele Spieler aus Russland und der ganzen Welt stammen aus dieser Stadt. Fast alle haben den aufrichtigen Wunsch geäussert, zurückzukehren und für Lokomotive zu spielen." Eigene Junioren sollen zudem das neue Team komplettieren. Der Saisonstart in der KHL wurde auf den 12. September verschoben.

Cheftrainer der neuen Mannschaft wird nach Angaben der KHL Pjotr Worobjow. Der ehemalige lettische Nationaltrainer hatte Jaroslawl 1997 zum Meistertitel geführt und bis zum Ende der letzten Saison an der Bande des Traditionsklubs gestanden. Diesen Sommer wechselte er in den Nachwuchs des Klubs und machte Brad McCrimmon Platz. Der Kanadier verstarb der beim Absturz ebenfalls.

Es wäre nicht das erste Mal, dass nach einem Unglück eine Sportmannschaft mit Akteuren anderer Vereine weiterspielt. Nachdem 1979 die Fussballer des damaligen sowjetischen Spitzenteams Pachtakor Taschkent bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren, gaben die übrigen Vereine Akteure ab. Zudem war beschlossen worden, dass Taschkent drei Jahre lang nicht absteigen konnte.

Nach dem Unglück haben die Rettungskräfte alle 43 Personen aus der Maschine, die kurz nach dem Start in Jaroslawl in den Fluss Wolga abgestürzt war, geborgen. Die zwei Überlebenden, der Spieler Alexander Galimow (26) und ein Crewmitglied, wurden nach Moskau in Spezialkliniken geflogen. Ihr Zustand wird als "stabil", aber "weiterhin kritisch" angegeben. Die Opfer sollen am Samstag in einer öffentlichen Zeremonie im Stadion von Jaroslawl beerdigt werden, gab das russische Sportministerium bekannt.

Die Tragödie versetzte die russische Sportwelt in einen Schockzustand. In Jaroslawl und Minsk, wo die Mannschaft am Mittwoch zum ersten Meisterschaftsspiel hätte antreten sollen, sowie in zahlreichen anderen Städten versammelten sich die Menschen in Eishockey-Stadien, Kirchen und an öffentlichen Plätzen. Es wurden Gottesdienste abgehalten und Kondolenzbücher aufgelegt.

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