Europäischer Olympia-Chef tritt nach Verhaftung zurück

Pat Hickey soll in einen Ticket-Skandal in Rio verwickelt sein. Der Präsident der Vereinigung der Nationalen Olympischen Kommitees Europas hat seine Ämter abgegeben.

In seinem Hotel verhaftet: Pat Hickey, hier bei einer Veranstaltung in Lausanne. (Video: Twitter)


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Pat Hickey ist gemäss Medienberichten in Rio verhaftet worden. Dem 71-jährigen ehemaligen Judoka und IOK-Mitglied wird die Verwicklung in einen Olympia-Ticket-Skandal vorgeworfen. Hickey sei in einem Hotel nahe des Olympia-Parks in Rios Stadtteil Barra in Gewahrsam genommen worden und wegen seines Gesundheitszustandes dann in ein Spital gebracht worden, so die Medienberichte.

Wie die Polizei mitteilte, soll er an einem illegalen internationalen Tickethandel beteiligt sein. Es sei Untersuchungshaft angeordnet worden auf Basis von neuen Beweisen, die man erhalten habe, hiess es. Hickey drohen bis zu sieben Jahre Gefängnis. Wie die Polizei mitteilte, wurden unter anderem belastende Emails gefunden.

Überhöhte Preise

Das Internationale Olympische Komitee (IOK) erklärte auf Anfrage, es sei dabei, die Fakten zu überprüfen. Das Nationale Olympische Komitee von Irland teilte mit, es kenne die Berichte zur Festnahme seines Präsidenten, wolle sich aber vor weiteren Stellungnahmen zunächst Klarheit verschaffen. Der ehemalige Judoka Hickey ist seit 2012 Mitglied der IOK-Exekutive und zudem Präsident der einflussreichen Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees Europas (EOK). Der Ire ist inzwischen von all seinen Ämtern zurückgetreten.

Hickey soll über eine Firma Tickets vertrieben und diese an THG Sports weitergereicht haben, das die Karten zu überhöhten Preisen weiterverkaufte – zudem wurde THG Sports in Zusammenhang mit vielen gefälschten Tickets gebracht. Die Firma erklärte am Dienstag, die Vorwürfe entbehrten jeglicher Grundlage.

In der vorigen Woche hatte die Polizei in Rio de Janeiro den aus Irland stammenden Chef der britischen Ticketfirma mit falschen Eintrittskarten ertappt und festgenommen. Er soll bis zu 1000 Olympia-Tickets zu überhöhten Preisen gehandelt haben. Auch eine Mitarbeiterin, die auch als Übersetzerin während der Olympischen Spiele arbeite, sei festgenommen worden. Die Firma soll bereits in einen Schwarzmarkt-Skandal bei der Fussball-WM 2014 verwickelt gewesen sein. (woz/fal/sda)

Erstellt: 17.08.2016, 20:03 Uhr

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