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FIFA sperrt Suarez nach Beiss-Attacke für neun Partien

Luis Suarez ist für seine Beissattacke im Spiel gegen Italien wie erwartet hart bestraft worden. Neun Pflichtländerspiele darf er nicht für Uruguay spielen, bis Oktober ist er für Liverpool gesperrt.

Skandal-Stürmer Luis Suarez hat die ganze Härte der Fussball-Gesetze zu spüren bekommen und ist für seine skandalöse Beissattacke mit einer Rekordstrafe in der WM-Geschichte belegt worden. Für vier Monate darf der 27-Jährige nicht mehr auf Torejagd gehen. Für Länderspiele Uruguays wurde der Angreifer zudem für neun Partien gesperrt und verpasst nach seinem sofortigen WM-Aus zumindest auch den Anfang der Copa America 2015 in Chile. Die Zeitsperre bis in den Herbst hinein bedeutet, dass Suarez für den FC Liverpool weder in der englischen Premier League noch in der Champions League spielen darf.

Angesichts dieser konsequenten Bestrafung ist die zusätzlich Geldbusse von 100 000 Schweizer Franken (etwa 82 000 Euro) nur eine Randnotiz. "So ein Verhalten kann auf keinem Fussball-Platz toleriert werden", sagte der Chef der FIFA-Disziplinarkommission, Claudio Sulser, am Donnerstag in Rio de Janeiro. Unter Berufung auf Artikel 124 der FIFA-Gesetze ist ein Einspruch zwar möglich, hätte aber keine aufschiebende Wirkung. Suarez oder der uruguayische Verband können also ein Mitwirken im Achtelfinal gegen Kolumbien am Samstag nicht durch einen Gang durch die Instanzen der Sportgerichtsbarkeit erwirken.

Suarez hatte am Dienstag im letzten Gruppenspiel seinen Gegner Giorgio Chiellini bei einem Zweikampf im Strafraum unbemerkt vom Schiedsrichter in die Schulter gebissen. Die FIFA-Richter bewerteten das Vergehen nun nachträglich dem Reglement entsprechend auch nach Ansicht der TV-Bilder.

Die bisherige Rekordstrafe bei einer WM waren acht Spiele für den Italiener Mauro Tassotti für einen Ellenbogenschlag gegen Spaniens Luis Enrique im WM-Viertelfinal 1994. Der Kroate Josip Simunic wurde wegen rassistischer Vergehen nach dem WM-Playoff gegen Island sogar für zehn Spiele gesperrt und verpasste die WM in Brasilien.

Der umstrittene Suarez hatte bereits 2010 bei Ajax Amsterdam und im Vorjahr beim FC Liverpool Gegenspieler gebissen und Sperren von sieben beziehungsweise zehn Spielen von den nationalen Verbänden erhalten. Wegen seiner rassistischen Bemerkungen gegen den Franzosen Patrice Evra von Manchester United - die Suarez bis heute bestreitet - wurde er 2011 für acht Spiele verbannt. Bei der WM 2010 hatte er mit einem absichtlichen Handspiel im Viertelfinal gegen Ghana und anschliessenden arroganten Bemerkungen über sein unsportliches Verhalten für Wirbel gesorgt.

Sein derzeitiger Klub FC Liverpool wollte vor einem Kommentar zunächst den Bericht der FIFA-Disziplinarkommission abwarten, erklärte Vorstandschef Ian Ayre.

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