«Blatter reist nirgendwohin»

In Kanada startet am Samstag die Fussball-WM der Frauen – mit Sepp Blatter an der Eröffnung? Fifa-Mediendirektor Walter de Gregorio nimmt Stellung.

Schwere Tage für Fifa-Präsident Sepp Blatter und Mediendirektor Walter de Gregorio. (Archiv, 2012)

Schwere Tage für Fifa-Präsident Sepp Blatter und Mediendirektor Walter de Gregorio. (Archiv, 2012) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Sepp Blatter wird vorerst bestimmt nirgendwohin ausreisen.» Das hat Fifa-Mediendirektor Walter de Gregorio heute Morgen auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet gesagt. Der Fifa-Präsident folgt damit Generalsekretär Jérôme Valcke, der schon vor Blatter ins Visier der amerikanischen Justiz geraten war und seine Teilnahme an der Frauen-WM in Kanada, die am Samstag in Kanada beginnt, ebenfalls abgesagt hat.

Blatters Entscheid hat gemäss de Gregorio nicht primär damit zu tun, dass offenbar auch er in den Fokus des FBI geraten ist. «Wenn ihn die Polizei verhören will, kann sie das auch in Zürich machen.»

Fifa bildet ein Krisenmanagement

Man müsse nach der Rücktrittsankündigung Blatters als Präsident der Fifa jetzt aber vielmehr sofort ein Krisenmanagement auf die Beine stellen. Und dazu müssten alle wichtigen Leute und Entscheidungsträger in Zürich auf der Kommandobrücke stehen. «Auch ich habe für mich persönlich sämtliche Reisen abgesagt.»

«Ich will nur das Beste für die Fifa»: Die Kernaussagen von Sepp Blatters Rücktrittsrede.

In der Schweiz hat Blatter vorerst wenig zu befürchten. Weder eine Auslieferung in die USA (die Schweiz liefert keine eigenen Staatsbürger an andere Staaten aus), noch juristische Probleme. Kurz nach dem Rücktritt von Blatter meldete die Bundesanwaltschaft (BA) gestern Abend, dass Blatter kein Beschuldigter in ihrem Verfahren sei. Das Verfahren der BA wurde wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung sowie des Verdachts der Geldwäscherei gegen unbekannt eröffnet. «Der Rücktritt von Blatter hat keinen Einfluss auf das Strafverfahren der Bundesanwaltschaft.»

Probleme hat Blatter nicht in der Schweiz, Probleme hat er in den USA. Die «New York Times» hat sich in der vergangenen Woche als jenes Medium mit den besten Quellen zu den amerikanischen Justizbehörden erwiesen. Gestern Abend nun meldete die Zeitung, dass das FBI auch gegen Blatter ermittle.

Die Anschuldigungen in den USA dürften massgeblich für den Rücktritt von Blatter verantwortlich gewesen sein. Ein hochrangiger Fifa-Funktionär sagte gegenüber der «New York Times», dass Blatters Anwälte ihm zu diesem Schritt geraten hätten. Seine Position als Chef des Verbandes hätte es schwierig gemacht, sich in künftigen Verfahren zu verteidigen. Als Präsident des Verbandes hätte Blatter Kommentare zu den beiden Untersuchungen in den USA und in der Schweiz abgeben müssen. Kommentare, die für Blatter zusätzliche juristische Probleme hätten ergeben können. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.06.2015, 09:47 Uhr

Artikel zum Thema

Blazer-Protokoll belastet Fifa-Präsidenten Sepp Blatter nicht

Die US-Justiz veröffentlichte die Aussagen von Chuck Blazer, Kronzeuge im Korruptionsskandal. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtet laufend. Mehr...

Das sind die Kandidaten für die Blatter-Nachfolge

Infografik Wer wird der nächste Fifa-Präsident? Ehemalige Weltstars und Funktionäre bringen sich in Stellung. Eine Übersicht über die aussichtsreichsten Kandidaten. Mehr...

Die vier grossen Blatter-Fragen und ein SRF-«Club» in Not

Kurz vor der Aufzeichnung des «Clubs» sagte Fifa-Mediendirektor Walter de Gregorio die Teilnahme ab. SRF stellte um – eine starke Runde ging in die Details. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Studieren, ohne hinzugehen

Mit der «Virtuellen Klasse» geht die FFHS neue Wege in der E-Didaktik.

Blogs

Wettermacher Warum unser Schnee trotz Wärme bleibt

Geldblog Wie der Depotcheck als Lockvogel dient

Die Welt in Bildern

Schöner Lärm: Ein Flugzeug fliegt in der Nähe von Pfaffhausen vor dem Supermond durch. (20. Februar 2019)
(Bild: Leserbild: Peter Schwager aus Fällanden) Mehr...