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Franzosen fordern Welt- und Europameister Spanien

Der Kracher am heutigen WM-Qualifikationsabend steigt im Vicente-Calderon-Stadion in Madrid. Dort empfängt Welt- und Europameister Spanien im Spitzenkampf der Gruppe I Frankreich.

Knapp vier Monate sind vergangenen, seit sich die beiden Schwergewichte an der EM begegnet sind. Auf dem Weg zum Titel bezwangen die Spanier die Franzosen im Viertelfinal in Donezk mit 2:0. Beide Tore erzielte Xabi Alonso. Frankreichs Trainer hatte damals noch Laurent Blanc geheissen. Er ist unterdessen durch Didier Deschamps abgelöst worden. Dieser kann auf einen gelungenen Start in die WM-Qualifikation zurückblicken, steht doch die "Equipe Tricolore" wie Spanien noch ohne Punktverlust da.

Allerdings haben die Iberer die Hauptprobe für das heutige Gipfeltreffen besser hinter sich gebracht. Während sie am Freitag in Weissrussland einen souveränen 4:0-Sieg feierten, bei dem Pedro Rodriguez mit drei Toren auf sich aufmerksam gemacht hatte, musste Frankreich zuhause im Test gegen Japan eine vermeidbare 0:1-Niederlage einstecken.

Spanien möchte eine eindrucksvolle Serie verlängern. Die letzten 24 Qualifikationsspiele hat die "Furja Roja" allesamt gewonnen. Der letzte Punktverlust datiert aus der Ausscheidung für die EM 2008; im September 2007 hatte man sich auf Island mit einem 1:1 begnügen müssen. Bei Frankreich will Karim Benzema in der Stadt seines Arbeitgebers Real Madrid beweisen, dass er in der Nationalmannschaft torgefährlich sein kann. In der Landesauswahl ist er zuletzt nicht immer auf Touren gekommen.

Marcel Koller unter Druck

In Deutschland haben sich die Wogen nach dem 6:1-Kantersieg in Irland wieder ein wenig geglättet. Mit einem weiteren "Dreier" zuhause gegen Schweden könnte sich die DFB-Auswahl früh vorentscheidend von der Konkurrenz absetzen. Die Skandinavier ihrerseits haben am Freitag auf den Färöern (1:2) eine Blamage knapp verhindert. Die Partie zeigte auf, wie wichtig Captain Zlatan Ibrahimovic nach wie vor für die Schweden ist - Extravaganzen hin oder her. Er war an beiden Toren direkt beteiligt. Bei den Deutschen ist Sami Khadira wegen Muskelproblemen fraglich. Dies könnte dazu führen, dass Toni Kroos eine Chance in der Stammformation erhält. Der Mittelfeldspieler von Bayern München hatte sich in der jüngeren Vergangenheit über sein Reservistendasein in der Nationalelf beklagt. Gegen die Iren erzielte er als Einwechselspieler zwei Tore.

In der gleichen Gruppe muss Marcel Koller mit Österreich gegen Kasachstan Wiedergutmachung betreiben. Vier Tage nach der enttäuschenden Nullnummer in Astana sinnt die ÖFB-Equipe nach Revanche. Rot-Weiss-Rot hatte sich nach dem Hinspiel massiv über das Zeitspiel der Kasachen beklagt. Die Österreicher dürften in Wien mit Wut im Bauch auflaufen. Nur bei einem Sieg wird Marcel Koller Ruhe haben in der bevorstehenden Pause in der WM-Qualifikation.

"CR7" knackt 100er-Marke

Vor einem Jubiläum steht Cristiano Ronaldo. Der Superstar von Real Madrid dürfte heute in Porto im Duell mit Nordirland sein 100. Länderspiel absolvieren. Noch mehr Einsätze für Portugal haben bisher bloss Luis Figo (127) und Fernando Couto (110) bestritten. Für den 27-jährigen "CR7" dürfte es nur eine Formsache sein, auch diese beiden in dieser Statistik noch zu überholen, waren doch beide älter als er, als sie die 100er-Marke geknackt hatten. Bezüglich Anzahl Tore für seine Landesauswahl hat Cristiano Ronaldo mit 37 Treffern lediglich noch Pauleta (47) und Legende Eusebio (41) vor sich.

Viel Spannung garantieren die Affichen in der Gruppe B. Jene vier Teams, die sich berechtigte Hoffnungen auf die WM-Teilnahme machen dürfen und in der laufenden Qualifikation noch ungeschlagen sind, sind unter sich. Italien empfängt Dänemark und Bulgarien gastiert in Tschechien. Die "Squadra Azzurra" kann voraussichtlich erstmals seit dem verlorenen EM-Final in einem Ernstkampf auf Mario Balotelli zählen. Zu Beginn der WM-Ausscheidung hatte der umstrittene Stürmer wegen einer Augen-Operation gefehlt, und am vergangenen Freitag beim 3:1-Arbeitssieg in Armenien meldete er sich mit einer Grippe ab. Balotelli kehrt heute an seine alte Wirkungsstätte Giuseppe-Meazza-Stadion zurück. Vor seinem Transfer zu Manchester City hatte er für Inter Mailand gespielt. Die Italiener bangen um den angeschlagenen Stammkeeper Gianluigi Buffon. Sollte er wegen Oberschenkel-Problemen Forfait erklären müssen, dürfte Morgan de Sanctis von Napoli in die Bresche springen.

In der Gruppe D muss Holland eine schwierige Aufgabe meistern. "Oranje" hat bei den punktgleichen und formstarken Rumänen anzutreten. Wie sein Vorgänger Bert van Marwijk muss auch der neue Bondscoach Louis van Gaal mit einem Luxusproblem in der Offensive umgehen - obwohl nicht einmal alle Cracks im Vollbesitz ihrer Kräfte sind. Einem Goalgetter wie Klaas-Jan Huntelaar droht die Rolle des unzufriedenen "Bankdrückers".

England bietet sich in Warschau die Chance, einen ernsthaften Konkurrenten zurückbinden zu können. Den "Three Lions" steht zwar in Polen der zuletzt gesperrte Captain Steven Gerrard wieder zur Verfügung, anderseits muss Roy Hodgson auf Frank Lampard und Theo Walcott verzichten.

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