0:2: Die YB-Offensive versagte

Die Young Boys scheiterten in der 1. Uefa-Cup-Runde aufgrund eines 0:2 beim belgischen Traditionsklub FC Brügge.

Au weia, YB: Europacup-Aus in Brügge nach einer schwachen Leistung in der Offensive.

Au weia, YB: Europacup-Aus in Brügge nach einer schwachen Leistung in der Offensive. Bild: Keystone

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Die Berner hätten nach dem 2:2 im Hinspiel einen Auswärtssieg oder ein Remis mit vielen Toren gebraucht. Stattdessen verloren sie das Ziel Weiterkommen bald aus den Augen. Die beiden Brügge-Stürmer Joseph Akpala (17.) und Wesley Sonck (29.) sorgten mit ihren Treffern in der ersten halben Stunde für ein komfortables Polster. Da YB dem gegnerischen Goalie Stijn Stijnen offenbar einen ruhigen Abend gönnen wollte, wich die Spannung früh. Die Niederlage im Jan-Breydel-Stadion hätte sogar klarer ausfallen können.

YB war schon 1993, bei der letzten Teilnahme an einem Europacup- Hauptwettbewerb, in der 1. Uefa-Cup-Runde ausgeschieden. Damals scheiterte man knapp an Celtic Glasgow. Nun war die Hürde Brügge zu hoch - nach zwei Siegen in der Qualifikation gegen den VSC Debrecen (Un). Vor YB hatten bereits der FC Zürich (1970) und der FC St. Gallen (2000) gegen Brügge den Kürzeren gezogen. Die Mannschaft von Vladimir Petkovic kann sich jetzt auf die Meisterschaft konzentrieren. Nach dem 2:1 in Basel bestehen wieder Hoffnungen auf den Anschluss an die Tabellenspitze. Nächster Gegner ist am Sonntag der FC Sion.

Oft wie «Grünschnäbel»

Petkovic hatte in der Startformation im Vergleich zum Spiel gegen Basel eine Änderung vorgenommen. Im Drei-Mann-Sturm gab er dem erfahrenen Thomas Häberli den Vorzug gegenüber dem aufstrebenden Marco Schneuwly. Häberli, der von Carlos Varela und Alberto Regazzoni flankiert wurde, übernahm gleich auch die Captainbinde. Auf der linken Abwehrseite kam der erst 17-jährige François Affolter zu seinem Europacup-Debüt. Er wirkte anfangs nervös, lieferte jedoch eine solide Leistung ab. Eine weitere Premiere: Die Young Boys spielten erstmals in hellgrünen Trikots. Und in vielen Szenen agierten sie tatsächlich wie «Grünschnäbel».

Brügge musste auf den angeschlagenen Routinier Philippe Clement verzichten, er hatte im Hinspiel das 2:1 geschossen. Die Belgier konnten den Ausfall Clements aber mühelos wegstecken. Sie dominierten von A bis Z und besassen fast ein Dutzend gute Chancen, deren zwei nützten sie aus. Akpalas Führungstreffer haftete allerdings der Makel an, dass sich der nigerianische Internationale knapp im Offside befand, als er von Nabil Dirar bedient wurde. Diesem 1:0 war ein verlorener Zweikampf von David Degen im Mittelfeld vorausgegangen. Nicht nur in dieser Aktion bewies Brügge, dass es unheimlich schnell umschalten und kontern kann. Sonck traf kurz darauf mit einem präzisen Abschluss von der Strafraumgrenze aus.

Ganz anders die Berner: Sie bekundeten enorme Abstimmungsprobleme in der Offensive. Das durchaus vorhandene Potenzial wurde nicht ausgeschöpft. Kein Tempo, keine Überraschungsmomente, kein Durchsetzungsvermögen - ergo keine Torgefahr. Varela und Häberli fanden nie in den Tritt. Und auch die Defensive vermochte nicht zu glänzen.

Einige YB-Fans verhaftet

Spezielles hatte sich in der 23. Minute auf den Zuschauerrängen ereignet, als die Brügge-Fans lautstark dem im Frühling bei einem Autounfall verstorbenen Spieler François Sterchele gedachten. Deshalb zu diesem Zeitpunkt, weil Sterchele die Nummer 23 trug. Negativer hatten vor der Partie drei YB-Anhänger auf sich aufmerksam gemacht. Sie wurden wegen ungebührlichen Verhaltens von der Polizei verhaftet. (fal/si)

Erstellt: 03.10.2008, 09:28 Uhr

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