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2:10-Demütigung – jetzt kommts dick für Arsène Wenger

Mit dem jüngsten Debakel von Arsenal steigt der Druck auf den Langzeit-Coach. Die Fans sind gnadenlos.

Die Geduld verloren: Die Arsenal-Fans fordern den Abgang ihres Trainers.
Die Geduld verloren: Die Arsenal-Fans fordern den Abgang ihres Trainers.
Keystone
Vor dem Aus: Arsène Wengers Vertrag läuft noch bis zum Sommer. Gut möglich, dass er nach 21 Jahren die Gunners verlässt.
Vor dem Aus: Arsène Wengers Vertrag läuft noch bis zum Sommer. Gut möglich, dass er nach 21 Jahren die Gunners verlässt.
Keystone
Im Champions-League-Achtelfinal ging Arsenal mit einem Gesamtskore von 10:2 unter.
Im Champions-League-Achtelfinal ging Arsenal mit einem Gesamtskore von 10:2 unter.
Keystone
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Wieder 1:5. Wieder wird Arsenal gedemütigt – mit einem Gesamtscore von 2:10. Es ist der einseitigste Achtelfinal der Champions League, seit die Bayern Sporting Lissabon 2009 mit 12:1 zerzaust hatten. Und draussen sah Arsène Wenger einem Treiben machtlos zu, das am Ende aussah wie eine Arbeitsverweigerung seiner Spieler. Der Elsässer wusste, welches Gewitter nach dem Abpfiff über ihn hereinbrechen würde.

Die Vergangenheit verliert ihren Glanz

Auf der Tribüne hielten Anhänger Plakate hoch, auf denen zu lesen war, dass es nun an der Zeit sei für ihn, den Club zu verlassen. Den Club, den er 18 Jahre in Folge in die Champions League geführt hat. Den Club, den er 2006 in den Final der Königsklasse führte. Den Club, den er in der Saison 2003/04 ungeschlagen zum Titel der englischen Premier League coachte – die 49 Ligaspiele ohne Niederlage sind nach wie vor Rekord auf der Insel.

Doch die Meriten der Vergangenheit verlieren ob der letzten Resultate ihren Glanz. Seit 2010 ist Arsenal nicht über die Achtelfinals der Champions League hinausgekommen. Seit den legendären «Invincibles» haben die Gunners keinen Ligatitel mehr feiern können.

Es droht sogar eine Saison ohne Champions League

Natürlich, Arsenal musste in der Vergangenheit immer wieder Leistungsabträger wie Cesc Fabregas, Thierry Henry, Robin van Persie, Samir Nasri oder Aleksandr Hleb abgeben. Allerdings hat Arsenal in den letzten Jahren Hochkaräter wie Alexis Sanchez oder Mesut Özil für viel Geld ins Emirates Stadium holte. Auch deshalb glaubten die Fans immer wieder, dass die nächste Saison nun aber wirklich eine erfolgreiche sein werde.

Doch nun hat Arsenal in der Premier League schon 16 Rückstand auf Leader Chelsea, fünf der letzten sieben Spiele gingen verloren. Der Club droht sogar, die nächste Champions League zu verpassen. Und dann hatte Wenger beim 1:3 gegen Liverpool am Wochenende auch noch freiwillig auf Alexis Sanchez verzichtet, was sofort für weitere Unruhe sorgte. Die Medien berichteten von einem Streit im Training, davon, dass Sanchez die Einheit vorzeitig verlassen und sich danach mit Teamkollegen in der Garderobe gezofft haben soll.

«Alles erfunden», hatte Wenger vor der Partie gegen die Bayern gemeldet. Und doch war zu sehen, wie sich Sanchez nach seiner Auswechslung auf der Ersatzbank scheinbar ein Lächeln nicht verkneifen konnte. Wengers Vertrag läuft im Sommer aus, ihm soll ein Angebot für zwei weitere Jahre vorliegen. Aber der Elsässer hat sich noch nicht entschieden, ob er nach 21 Jahren im Club noch einmal verlängern will. Kaum vorstellbar, dass seine Lust auf Arsenal nach einem Abend wie diesem gestiegen ist. Insbesondere weil nach dem 1:1 und der roten Karte das Team derart auseinander fiel, dass es den Anschein machte, als würde gegen den Trainer spielen.

Fans haben die Nase voll

Obwohl: Wenger sah das anders, wie er an der anschliessenden Pressekonferenz sagte: «Die Spieler haben mich nicht im Stich gelassen. Es war der Schiedsrichter, der uns im Stich gelassen hat.» Der umstrittene Penalty und der daraus resultierende Platzverweis für Captain Laurent Koscielny war dem 67-Jährigen ein Dorn im Auge.

Endgültig die Nase voll scheinen die Fans zu haben. Die Rücktrittsforderungen der Fans werden immer lauter. Auf zahlreichen Transparenten waren nette («Alles Gute kommt mal zu einem Ende») und weniger herzliche («Genug ist genug. Zeit zu gehen») Botschaften an den letzten Trainer-Dinosaurier der Premier League zu lesen.

Gewohnt angriffig schrieb «The Sun»: «Diese 10:2-Demütigung der Bayern ist ein Beweis dafür, dass Arsène Wenger den Club tötet und gehen muss.» In Flügelstürmer Theo Walcott fand das britische Boulevardblatt «die perfekte Zusammenfassung» von Wengers vergangenen zehn Jahren: «Viel Potenzial, aber wenig gezeigt.» Auch Arsenal-Legende Ian Wright sagte gegenüber dem TV-Sender BT Sport, es sei endgültig der Moment für Wenger gekommen, um abzutreten.

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