50'000 schweigen und plötzlich wurde es ganz laut im Stadion

Tränen, Kerzen und Gesänge: Fans hielten im randvollen Atanasio Girardot in Medellín eine emotionale Trauerfeier für die abgestürzten Fussballer von Chapecoense.

Abschied nehmen: Die Trauerfeier für Chapecoense. Video: Tamedia/AFP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eigentlich hätte am Mittwochabend das Hinspiel des Finals um die Copa Sudamericana stattfinden sollen. Stattdessen versammelten sich Zehntausende Menschen im Stadion Atanasio Girardot von Medellín, um den verstorbenen Mitgliedern des Fussballvereins Chapecoense zu gedenken.

Zum Start wurden 71 Tauben losgeschickt, eine für jedes Opfer des verheerenden Flugzeugabsturzes von Montagnacht. Neben den zahlreichen Fans und der Mannschaft vom eigentlichen Gegner Atlético Nacional waren auch Alejandro Domínguez, der Präsident des südamerikanischen Fussballverbandes Conmebol, sowie Familienmitglieder der Verstorbenen anwesend.

Begleitet von Musik verstummten die 50'000 zur Schweigeminute. Und als diese vorbei war, gab es im Stadion kein Halten mehr. Inbrünstig sangen die Besucher «Vamos, vamos, Chape» und sorgten damit für Gänsehautstimmung. Ein riesiges Banner mit der Aufschrift «Der Fussball kennt keine Grenzen. Kraft an die Familien, Fans und das Volk Chapecoense» stand für das Motto dieses emotionalen Abends. Andere Plakate bezeichnete Chapecoense als «ewige Champions» oder zeigten einfach mit den Worten «Wir sind mit dir, Chape» ihre Solidarität.

Tränen, Schweigen – und plötzlich wirds richtig laut. Video: Youtube.

Während die Mehrheit der Zuschauer ganz in Weiss gekleidet war, standen die Profis von Atlético Nacional in schwarzer Bekleidung und weissen Blumen auf dem Rasen. Viele hatten Tränen in den Augen. Auf dem TV-Sender Fox Sports, der die Partie zwischen Atlético und Chapecoense live hatte übetragen wollen, war ab dem eigentlichen Zeitpunkt des Anspiels nur ein schwarzes Bild zu sehen. Statt dem grössten Highlight des erst 43-jährigen Vereins erlebte Chapecoense im Atanasio Girardot den traurigsten Moment in seiner Geschichte. (fas)

Erstellt: 01.12.2016, 08:16 Uhr

Artikel zum Thema

Vor wenigen Tagen jubelten sie noch

Video Das Unglücksteam Chapecoense war auf bestem Weg, Jahrzehnte der Belanglosigkeit endgültig hinter sich zu lassen. Ein Porträt. Mehr...

Spielt Ronaldinho bald bei Chapecoense?

Beim tragischen Absturz eines Passagierflugzeugs in Kolumbien starben 71 Menschen – darunter Spieler des Fussballclubs AF Chapecoense. Nun erfährt der Club eine Solidaritätswelle. Mehr...

Von Man United bis Torino – die Absturz-Tragödien im Sport

Ein Unglück in den Anden wurde 1972 für Überlebende zur Todesfalle. Das letzte Team-Drama ereignete sich 2011. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Welttheater Big Ben verstummt

Blog Mag Das Auto, dein Partner

Newsletter

Kurz, bündig, übersichtlich

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Absprung auf Befehl: Ein amerikanischer Marinesoldat verlässt sich auf seinen Fallschirm während einer länderübergreifenden militärischen Übung mit der japanischen Northern Viper 17 auf der Nordinsel von Hokkaido, Japan. (15. August 2017)
(Bild: Toru Hanai) Mehr...