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767-mal Xavi

Beim Espresso trägt Bruno ein Fussballtrikot.

Luca schüttelt seinen Kopf. Er ist sich zwar einiges gewöhnt von seinem Freund Bruno, der ein anerkannter Werber ist und schon einige Preise gewonnen hat, aber oft auch kindliche Züge zeigt, trotz seiner leicht ergrauten Haare, und die Welt nicht immer so ernst sieht. Luca hätte allerdings gewarnt sein müssen. Bruno hatte am Abend zuvor angerufen, für einmal sollen sie sich nicht im Bistro treffen, sondern unten am See, auf einer Bank direkt über dem Wasser, es sei schönes ­Frühsommerwetter angesagt und den Espresso könne er im nahen Starbucks holen, der schmecke auch wunderbar.

Aber der Anblick erstaunt Luca dann doch. Bruno sitzt bereits da, als er kommt, er trägt zu den blauen Jeans ein Fussballtrikot, ziemlich verwaschen ist es, und die Grösse passt nicht mehr ganz zu Brunos Oberkörper, obschon der keineswegs die Rundungen zeigt, wie sie sonst bei Männern in seinem Alter üblich sind. Eine «16» ist auf dem Rücken des Leibchens aufgedruckt, blau-karminrot ist es, längs gestreift, auch Luca erkennt sofort den Club, es hat keine Werbung drauf, was zeigt, dass es ein älteres Modell sein muss, denn selbst dieser Verein kann inzwischen nicht mehr auf diese Einnahmequelle verzichten. Und über der «16», die Buchstaben sind vergilbt – «Xavi». Xavier Hernández i Creus, wie er richtig heisst, aber nur bekannt als Xavi, von Barcelona, immer von Barcelona, nur von Barcelona, die «16» trug er in seinen ersten Jahren, als noch ein Figo, Guardiola oder Rivaldo seine Mitspieler waren, inzwischen hat er längst die «6».

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