«Absolut hoffnungslos»

Die Umfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet nach dem Bulgarien-Spiel spricht eine deutliche Sprache: Es war falsch, den Vertrag mit Nationalcoach Hitzfeld vorzeitig zu verlängern.

Allein gelassen: Ottmar Hitzfeld hat unter den Fans kaum noch Bewunderer.

Allein gelassen: Ottmar Hitzfeld hat unter den Fans kaum noch Bewunderer. Bild: Keystone

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Peter Gilliéron, der Präsident des Schweizerischen Fussball-Verbandes (SFV), steht auch nach der Nullnummer von Sofia hinter Ottmar Hitzfeld. «Der Entscheid, mit dem Trainer bis 2014 weiterzumachen, ist richtig. Wären wir nicht davon überzeugt, hätten wir nicht verlängert», sagte er dem «Tages-Anzeiger». Die Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet sehen dies mit grosser Mehrheit anders: 65 Prozent sind der Meinung, dass die Vertragsverlängerung ein Fehler war.

«Die Schweiz hat leider keine Mannschaft mehr, und Hitzfeld ist schon lange der falsche Trainer. Seine Vorstellungen vom Fussball sind veraltet, er spürt die Mannschaft in keiner Weise», schreibt René Bättig. «Absolut hoffnungslos. In dieser Konstellation kann es nicht mehr weitergehen. Hilflos, völlig überhöhte Selbsteinschätzung. Streller, Frei und Hitzfeld sofort raus», gibt Klaus Hoppe zu Protokoll.

Erinnerungen an Kuhn, Ruf nach Yakin

Piero Gros glaubt, dass Hitzfeld die Verlängerung seines Engagements nur seinem klangvollen Namen und seinem eindrücklichen Palmares zu verdanken hat. «Köbi Kuhn hat den Einzug in die WM-Achtelfinals geschafft, wurde trotzdem stark kritisiert und musste gehen. Hitzfeld schied an der WM bereits in der Vorrunde aus, dazu kommt nun auch das Aus für die EM. Unverständlich, dass man nun den Vertrag verlängert», resümiert er.

Neben Hitzfeld stehen aber auch die viel zu unkreativen Mittelfeldspieler im Kreuzfeuer der Kritik. «Das ganz grosse Problem ist das Mittelfeld, da kommt rein gar nichts von vorne, und man muss Hitzfeld erneut die Frage stellen, warum er es immer und immer wieder fertig bringt, auf den genialsten Spielmacher der Schweiz teilweise und nun in einem Schlüsselspiel ganz zu verzichten», schreibt Georg Fischer. Er spricht damit die Tatsache an, dass Hakan Yakin gegen die Bulgaren 90 Minuten auf der Ersatzbank schmoren musste.

«Ein Fussballzwerg wie die Schweiz»

Marco Lardi geht besonders mit den Legionären im Schweizer Team hart ins Gericht. «Ich sehe das Problem bei den vielen Söldnern. Im Ausland spielen sie gross auf, in der Nati gehen sie unter», findet er. «Warum? Weil sie in der Liga-Mannschaft die viel besseren Mitspieler haben, da werden sie mitgezogen. In der Nationalmannschaft sollten sie selbst Leistung bringen, versagen aber kläglich.» Zur Ehrenrettung der Legionäre muss man festhalten, dass nach den Einwechslungen der Bundesliga-Profis Eren Derdiyok und Mario Gavranovic gegen die Bulgaren wenigstens eine Spur von Offensivgeist ins Schweizer Spiel kam.

Beat Müller zählt zur Minderheit jener, die den Niedergang nicht an der Person von Ottmar Hitzfeld festmachen wollen. «Seht endlich mal ein, dass ein Fussballzwerg wie die Schweiz auch mit einem international sehr erfolgreichen Trainer, mit Geld und Gloria nicht viel ausrichten kann. Es gibt einfach nicht genug gute Spieler in einem so kleinen Land», lautet sein Votum.

Erstellt: 28.03.2011, 11:13 Uhr

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