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Alex Frei erklärt seinen Rücktritt – per Ende Saison

Nach den Pfiffen hat Alex Frei genug vom Nationalteam: Er wird am Ende der Saison 2010/11 seine Karriere in der SFV-Auswahl beenden.

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Alex Frei hatte die Nase nach dem EM-Qualifikationsspiel am 12. Oktober in Basel gestrichen voll. Der Rekordtorschütze des Nationalteams war im eigenen Stadion gnadenlos ausgepfiffen worden. Der 31-Jährige, der in 80 Länderspielen 40 Tore für die SFV-Auswahl schoss, schwieg sich seither aus, ob er im Nationalteam weitermachen wolle. Doch seine Gestik und seine Äusserungen nach seiner Auswechslung deuteten auf ein vorzeitiges Ende der internationalen Karriere hin.

Die Teamkollegen und vor allem auch Ottmar Hitzfeld überzeugten Frei nun davon, seine Karriere im Nationalteam, die am 24. März 2001 begann, zumindest bis Ende Saison fortzusetzen. Danach will sich der Stürmer auf seine Karriere beim FC Basel konzentrieren.

Kein übereilter Rücktritt

«In meine Entscheidung habe ich die zahlreichen positiven Wünsche, Bitten und Ratschläge jener Menschen mit einbezogen, die mich zu einem Weitermachen im Nationalteam ermunterten. Genau so habe die Signale jener Gruppen berücksichtigt und ernst genommen, die in letzter Zeit keinen Hehl aus ihrer Meinung machten, wonach meine Zeit im Nationalteam abgelaufen sei», fasste Frei in einem Communiqué zwei sehr gegensätzliche Strömungen in der Öffentlichkeit, die er beide vollständig respektiere, zusammen.

Herausgekommen sei nun ein Plan, sagte Frei, der unter dem Strich wohl am sinnvollsten sei: «Einerseits ist es kein übereilter Rücktritt aus der Emotion heraus, dem allenfalls auch der Beigeschmack anhaften könnte, die Nationalmannschaft mit ihren sportlichen Ambitionen im Stich zu lassen.»

Hitzfelds Bedauern und Verständnis

«Ich bedaure die Pläne von Alex, sich per Ende Saison aus der Nationalmannschaft zurückziehen zu wollen, sehr, weil uns damit einer der erfahrensten sowie erfolgreichsten Leistungsträger der letzten Jahre und der torgefährlichste Schweizer Stürmer aller Zeiten verloren geht», sagt Nationalcoach Ottmar Hitzfeld und fügt an: «Auf der anderen Seite respektiere ich den Entschluss von Alex. Er hat sich diese Entscheidung alles andere als leicht gemacht. Umso mehr freue ich mich, dass er dem Nationalteam bis Ende Saison 2010/11 zur Verfügung steht und ich insbesondere in den eminent wichtigen Auswärtsspielen der EM-Qualifikation in Bulgarien und England auf ihn zählen kann.»

Schon ein Monat vor dem Spiel gegen Wales in St.-Jakob-Park war Frei in St. Gallen ausgepfiffen worden. Und vor der EM im eigenen Land war auch Marco Streller in der AFG-Arena ausgepfiffen worden und hatte darauf seinen Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt. Hitzfeld hatte ihn nach der Euro in einem Gespräch aber ebenfalls zur Fortsetzung überreden können. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.11.2010, 16:29 Uhr

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