«Angreifen, sobald sich die Chance bietet»

Brünig-Sieger Matthias Sempach (25) aus Alchenstorf äussert sich über die Bedeutung seines Triumphs, die Leistung der Berner und den «Sempach-Spezial».

Der Oberaargauer Matthias Sempach lässt sich nach dem gewonnenen Schlussgang gegen Bruno Müller von seinen Verbandskollegen auf den Schultern tragen.

Der Oberaargauer Matthias Sempach lässt sich nach dem gewonnenen Schlussgang gegen Bruno Müller von seinen Verbandskollegen auf den Schultern tragen.

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Wie viele Reaktionen haben Sie nach Ihrem Triumph auf dem Brünig erhalten?
Matthias Sempach: Es war und ist gewaltig. Sei es per SMS, E-Mail oder via Facebook – enorm viele Leute haben mir gratuliert, das freut mich sehr.

Und wie stufen Sie Ihren sonntäglichen Erfolg ein?
Nach dem «Eidgenössischen», dem Unspunnen- sowie dem Kilchberg-Schwinget ist ein Sieg auf dem Brünig für mich das Höchste, was man erreichen kann. Als Berner Schwinger sowieso, weil zuvor seit 1997 nur zwei Berner gesiegt hatten. Auf dieser Liste nun verewigt zu sein, das macht mich stolz.

Die Feier danach dürfte entsprechend ausgefallen sein.
Sie verlief im gemütlichen Rahmen. Ich habe mit meinen Schwingerkollegen Kilian Wenger und Martin Grab ein bisschen gefeiert, wie erwähnt, gemütlich.

Vor dem Schlussgang hatte es eine längere Pause gegeben. Und als Sie und Bruno Müller dann im Sägemehl bereit standen, folgte ein erneuter Unterbruch, weil die Notenblätter fehlten. Was ging Ihnen in dieser wichtigen Phase durch den Kopf?
Eigentlich gar nichts (schmunzelt). Ich habe versucht, mich nicht abzulenken zu lassen, die Konzentration beizubehalten. Dies ist mir ganz gut gelungen, dieses «Abschalten» gehört zu meinen Stärken.

Mit welcher Taktik sind Sie in den Schlussgang gestiegen?
Ich schwang gegen Bruno das fünfte Mal. Ich wusste, dass mir ein Gestellter reichen würde, aber es ist viel schöner, mit einem Sieg ein Fest zu gewinnen. Meine Taktik war deshalb: Angreifen, sobald sich die Chance bietet.

Was Ihnen mit einem Überwurf-artigen Schwung gelingen sollte. Sie wandten diesen Spezialschwung auf dem Brünig gleich dreimal erfolgreich an.
Ich habe bereits gegen mehrere Gegner auf diese Weise gewonnen. Am St.Galler «Kantonalen» beispielsweise ebenfalls dreimal.

Im «Sportpanorama» war vom «Sempach-Spezial» die Rede. Gefällt Ihnen die Bezeichnung?
Ich finde schon, dass man dem Schwung einen Namen geben sollte. Ob es gleich «Sempach-Spezial» sein muss, weiss ich nicht (schmunzelt).

Die Berner Equipe stellte auf dem Brünig sechs Schwinger in den ersten zehn. Wie beurteilen Sie diese Mannschaftsleistung?
Das Team war sehr stark. Auch weitere Schwinger wie Niklaus Zenger und Alexander Kämpf, welche den Kranz knapp verpassten, zeigten eine Topleistung. Das hat mich gefreut, es beweist, dass wir auch im Mittelfeld sehr gut besetzt sind.

Was gab in Anbetracht der starken Konkurrenz den Ausschlag zu Ihren Gunsten?
An solchen Festen ist der Vormittag von grosser Bedeutung. Mir gelang ein reibungsloser Start, und im weiteren Verlauf profitierte ich von meiner guten Form.

Apropos «gute Form»: In fünf Wochen ist Unspunnen...
...ich weiss, wie es laufen kann. Im vergangenen Jahr war ich fünf Wochen vor dem «Eidgenössischen» in Frauenfeld ebenfalls in einer Topverfassung, konnte die Leistung am Tag X aber nicht abrufen. Insofern beteilige ich mich nicht an Spekulationen und nehme es einfach, wie es kommt.

Nach dem «Kantonalen» vom nächsten Wochenende legen Sie bis zum Unspunnen eine Wettkampfpause ein. Weshalb?
Ich hatte eine intensive Zeit mit sechs Festen in Folge. Vor dem Unspunnen folgen noch harte Trainings in den Zusammenzügen mit den Verbandskollegen. Zudem bin ich kein Schwinger, der vor einem Saisonhöhepunkt wirklich Wettkämpfe braucht, damit er weiss, wo er steht.

Wie oft trainieren Sie eigentlich noch mit der Kugelstoss-Olympiasiegerin Valerie Adams?
Noch rund einmal pro Woche.

Vor kurzem trainierten Sie auch mit der Skifahrerin Lara Gut. War das primär eine PR-Aktion, oder haben Ihnen die Einheiten tatsächlich etwas genützt?
Generell ist es so, dass man von jedem Trainer und von jeder Athletin etwas mitnehmen kann. Aber ich muss spezifisch aufs Schwingen Übungen machen und denke nicht, dass ich enorm viel profitieren könnte, würde ich öfter mit Lara trainieren. Aber es war eine wertvolle Erfahrung.

Erstellt: 02.08.2011, 08:57 Uhr

Stuckis Sturz mit Folgen

Für Christian Stucki endete der Brünigschwinget, ehe er richtig begonnen hatte. Der Festsieger von 2009 schlug im ersten Gang gegen Benno Studer (Schüpfheim) nach einem Angriff mit dem Kopf nahe des Sägemehlrandes am Boden auf und konnte den Wettkampf nicht mehr fortsetzen. Der Seeländer verspürte Schmerzen im Nacken- und Wirbelsäulenbereich und liess sich im Spital in Interlaken einer Computertomografie unterziehen. Am Nachmittag kehrte Stucki zurück und gab, wenn auch nur halbwegs, Entwarnung: «Es ist nichts gebrochen. Aber im Nackenbereich habe ich mir eine muskuläre Verletzung zugezogen. Etwas ist gezerrt oder gar angerissen.» Des Kilchberg-Siegers Teilnahme am Berner «Kantonalen» vom kommenden Wochenende in Oberdiessbach ist fraglich.rek

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