Ankunft von Gross setzt YB unter Hochdruck

Alle gegen YB und Christian Gross – so heisst das Motto der neuen Super-League-Saison. Mit dem ambitionierten Trainer haben die Berner eine Reizfigur engagiert.

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Der FC Basel galt in der Super League viele Jahre lang als Nonplusultra und helvetische Version des FC Bayern. Wer gegen den FCB antrat, spielte um mehr als nur drei Punkte. Es ging um die Wonnen eines Triumphes über den selbstbewussten Goliath, um einen der grössten Reize im Fussball. YB und der FCZ lebten quasi im Windschatten der Basler. Die Zürcher taten dies selbst dann noch, als sie unter Lucien Favre und Bernard Challandes als Meister in die Saison stiegen.

Mit dem Engagement des früheren FCB- und GC-Meistermachers Christian Gross haben sich die Berner Young Boys aber aus dem Windschatten begeben. Freiwillig und ungewohnt vorlaut. Gross sei ein «Titelgarant», sagte YB-CEO Ilja Kaenzig bei der Präsentation seines leitenden Angestellten, der beim VfB Stuttgart nach einer glänzenden Rückrunde im Frühling 2010 im Herbst Opfer interner Machtkämpfe und ausbleibender Erfolge geworden war.

Kein Trainer kommt gegen das eigene Publikum an

Seit seiner Zeit bei den Grasshoppers arbeitete Gross im Schweizer Fussball immer dort, wo Macht und Geld waren – und bald darauf auch Titel. Den Schönheitspreis gewann der Mann mit dem markanten kahlen Schädel aber nicht. So stark sein Rückhalt in der Chefetage der Young Boys auch sein mag, so wenig dürfte das fachkundige Berner Publikum eine allzu rustikale Spielweise goutieren.

Gross muss wohl nicht nur erfolgreich sein, um in der Bundeshauptstadt zu bestehen, sondern auch eine Mischung zwischen der von den Fans gewünschten Offensive und seinem «resultatorientierten Fussball» finden. Gegen die Wünsche des eigenen Anhangs kommt letztlich kein Trainer an. Auch Gross nicht. In Basel musste er nicht zuletzt deshalb gehen, weil das Publikum sich nach mehr Spielkultur sehnte.

Finks grosse Verdienste in Basel

Beim FCB ist diese Spielkultur inzwischen zum Gütesiegel von Gross' Nachfolger Thorsten Fink geworden. Der clevere Stil spricht jenseits der nackten Resultate ebenso für den zunächst argwöhnisch beäugten Deutschen wie seine Verdienste um den Nachwuchs. Unter Fink reifte Xherdan Shaqiri zum international begehrten Transferobjekt und U-17-Weltmeister Granit Xhaka zum jüngsten Nationalspieler der Ära Hitzfeld. Für den früheren Bayern-Profi wäre es ein weiterer Imagegewinn, sollte er Gross und die Young Boys in die Schranken weisen. Das erste Zeichen kann er schon am Samstag setzen, wenn YB und der FCB in der ersten Runde der Super League die Klingen kreuzen.

Erstellt: 13.07.2011, 12:15 Uhr

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