«Barcelona für Messis Einsatz bitter bestraft»

Die Bayern stellten Barcelonas Superstar Lionel Messi ins Abseits. Doch viel mussten sie dafür eigentlich gar nicht tun.

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Denn es war offensichtlich: Lionel Messi, der argentinische Nationalspieler, ging bei der 0:4-Niederlage in München nicht fit in das Spiel und völlig unter. Sein Einsatz stand bis kurz vor Anpfiff wegen einer Muskelverletzung auf der Kippe. Trotzdem hat er dann gespielt. Doch das war kontraproduktiv. Sein Einsatz hat sich überhaupt nicht gelohnt. Messi hatte keinen Einfluss wie sonst und konnte keinerlei Akzente setzen. Das Fussballgenie, ansonsten der absolute Erfolgsgarant der Katalanen, war eigentlich das schwächste Glied bei Barça. Die Gäste hatten in München zwar 63 Prozent Ballbesitz. Doch das Tiki-Taki-Ballgeschiebe entpuppte sich als brotlose Kunst, weil der Vollstrecker Messi nicht im Besitz seiner Kräfte war.

Ribéry: «Ich spielte Aussenverteidiger»

Die Bayern hingegen spielten mit Leidenschaft, äusserst kampfbetont und effizient. Sogar die beiden Superstars Arjen Robben und Franck Ribéry verrichteten auch in der Defensive aufopferungsvoll ihre Arbeit. «Ich habe eigentlich Aussenverteidiger gespielt, aber es hat Spass gemacht», sagte der französische Nationalspieler Ribéry im «Morgenmagazin» von ARD und ZDF mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht.

«Die Bayern spielten wie Kampfmaschinen, da ackerte jeder für das Kollektiv, keiner war sich zu schade, auch Drecksarbeit zu verrichten», sagte Bayerns ehemaliger Spielmacher Ciriaco Sforza gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Der Schlüssel zum Münchner Erfolg habe bei Lionel Messi gelegen. «Er war nicht fit. Er hätte mit seiner Verletzung niemals in der Startelf stehen dürfen. Er war der Schwachpunkt schlechthin. Barcelona wurde für Messis Einsatz bitter bestraft. Auf Messi hätte man höchstens als Joker für einen Kurzeinsatz von vielleicht 20 Minuten zurückgreifen dürfen.» Der ehemalige Trainer von Luzern und der Grasshoppers hätte mit Messi eine ganz andere Strategie gefahren. «Ich hätte ihn für das Rückspiel geschont und ihn erst gar nicht nach Deutschland mitgenommen.»

«Mit einem inexistenten Messi ist Barcelona eine andere Mannschaft»

Experte Günter Netzer sass am Dienstag in München im Stadion. «Das war technisch und taktisch eine der besten Leistungen, welche die Bayern jemals abgeliefert haben», sagt der deutsche Weltmeister gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Sie sei gegen die bisher beste Clubmannschaft der Welt und auf höchstem internationalen Niveau zustande gekommen. Barcelona sei hingegen nicht so schlecht gewesen, wie es viele Kommentare ausgedrückt hätten. «Das war das Verdienst der Bayern. Sie waren so stark, dass sich Barcelona erst gar nicht entfalten konnte.» Lionel Messi habe nicht stattgefunden. «Das lag an den Bayern, aber auch daran, dass er überhaupt nicht fit war. Wenn Messi in einem Spiel wie in München inexistent ist, dann ist Barcelona eine andere Mannschaft.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.04.2013, 12:25 Uhr

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