Bayerns Millionen-Dilemma wegen Lewandowski

Die Personalakte Robert Lewandowski bereitet dem deutschen Rekordmeister Kopfzerbrechen. Besonders der Führungsetage.

Welche Richtung schlägt Bayerns Goalgetter Robert Lewandowski diesen Sommer ein? Vieles ist in München von seiner Entscheidung abhängig.

Welche Richtung schlägt Bayerns Goalgetter Robert Lewandowski diesen Sommer ein? Vieles ist in München von seiner Entscheidung abhängig. Bild: Sören Stache/Keystone

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Es ist noch kein Dreivierteljahr her, dass Uli Hoeness und Karl-Heinz Rummenigge sich einig waren. Anfang Oktober hatten der Präsident und der Klubboss des FC Bayern den neuen Trainer vorgestellt, und weil sie diesem Jupp Heynckes einen guten Start bescheren wollten, gestanden sie, dass sie sich zuletzt nicht immer einig gewesen seien.

Rummenigge und Hoeness gelobten zwar nicht, fortan immer einer Meinung zu sein, aber sie gelobten, sich zumindest öffentlich nicht andauernd zu widersprechen. Kein Dreivierteljahr später verlässt Heynckes den Club. Kein Dreivierteljahr später vertreten Hoeness und Rummenigge doch wieder verschiedene Ansichten.

Auftrag an Kovac, Botschaft an Rummenigge

«Wir werden nichts mehr investieren, sondern werden unsere Spieler dazu bringen, besser zu spielen», sagte Hoeness am Sonntag auf der Meisterfeier auf dem Münchner Rathausbalkon. Und: «Einen 100-Millionen-Transfer werden wir dieses Jahr nicht machen.» Das war ein Arbeitsauftrag an Heynckes' Nachfolger Niko Kovac, es war aber auch eine versteckte Botschaft an Rummenigge.

Der Clubboss hatte zum Ende der vergangenen Woche gesagt, dass es bei den Transfersummen für den FC Bayern «kein Limit» gebe: «Wenn wir einen Spieler haben wollen und der 80, 90 Millionen kostet, dann werden wir irgendwann springen müssen. Ob das dieses oder nächstes Jahr ist, weiss ich nicht.» Entscheidend ist dafür vor allem, ob Robert Lewandowski dieses oder nächstes Jahr den Klub verlassen will.

Die Zukunft des Angreifers dürfte das spannendste Thema des FC Bayern in diesem Sommer werden. Der 29-Jährige hatte im Winter Pini Zahavi als Berater engagiert, den Mann, der auch am 222-Millionen-Euro-Transfer von Neymar nach Paris beteiligt war. Hartnäckig halten sich die Gerüchte, dass Lewandowski gerne zu Real Madrid wechseln würde, auch Paris Saint-Germain wird genannt.

Rummenigge hat zwar in den vergangenen Monaten betont, dass der Verein den Angreifer nicht abgeben werde - sollte er München dennoch verlassen, würde der Klub schnell das Limit von 80 oder 90 Millionen Euro erreichen. Antoine Griezmann von Atlético Madrid, der auch in München im Gespräch war, wird wohl für 100 bis 120 Millionen nach Barcelona umziehen. Auch Timo Werner von RB Leipzig, der aussichtsreichste Kandidat auf die Lewandowski-Nachfolge, dürfte eine hohe achtstellige Summe kosten.

Spannender und teurer Sommer - oder Lewandowski bleibt

Es gebe «noch keine finale Entscheidung», ob ausser Leon Goretzka (von Schalke 04) und Serge Gnabry (ausgeliehen an Hoffenheim) weitere Spieler verpflichtet werden, hatte Rummenigge gesagt. Handlungsdruck könnte aufkommen, falls Thiago geht. Der Spanier, der bei der Niederlage im Pokalfinale nach seiner Auswechslung geschmollt hatte, soll sich nach einer Planstelle beim FC Barcelona erkundigt haben - er bekam eine negative Antwort.

«Wir brauchen den einen oder anderen Spieler, der in den wichtigen Spielen Höchstleistungen bringt - und nicht, wenn wir gegen die schwachen Gegner spielen. Daran müssen wir arbeiten», sagte Hoeness während der Meisterfeier. Es war eine nicht ganz so versteckte Botschaft an Lewandowski, der sich nach dem Ausscheiden im Halbfinale der Champions League gegen Real viel Kritik anhören musste. Wie der Angreifer mit diesen Worten seines Präsidenten umgeht, davon hängt ab, wie spannend und teuer der Sommer des FC Bayern wird. (Süddeutsche Zeitung)

Erstellt: 23.05.2018, 17:53 Uhr

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