Bayerns wichtigster Mann

Die Bundesliga startet heute in die Rückrunde. Im Mittelpunkt steht ein Torhüter, der dafür nicht vorgesehen wäre: Sven Ulreich.

Sven Ulreich: Der ehemalige Stuttgarter steht auch zum Rückrundenstart im Bayern-Tor.

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In den vergangenen Tagen war Torhüter Sven Ulreich plötzlich zum wichtigsten Mann im Bayern-Universum geworden. Das will etwas heissen, denn die Baju­warenwelt ist über die Jahre gross geworden, das zeigt einmal mehr auch die alljährliche Winterreise in die bekömmliche Wärme Katars zwecks Trainings­lager. Kontakte in der Welt wollen gepflegt werden.

So bestand der Mittelpunkt des Bayern-Universums Anfang Jahr aus Doha, dem Ort, und Ulreich, der Person. Der Torhüter ist seit der mühsamen Rekonvaleszenz von Nummer 1 Manuel Neuer in den Fokus geraten – positiv, ist man geneigt anzufügen. «Mann des Jahres» nennt ihn Uli Hoeness und weist daraufhin, dass die Wende ohne ihn nicht möglich gewesen wäre. Tatsächlich, der Club hat geschwächelt und der 29-Jährige später solid gehalten, manchmal sogar etwas mehr als das.

Er machte Neuer fast vergessen. Die schönen Worte von Hoeness verfolgen freilich auch einen Plan: Der Präsident will mit seinem ­Angestellten den Arbeitsvertrag verlängern, der Gelobte möchte sich das aber noch ein bisschen überlegen. Denn wenn Neuer zurückkommt – die Meisterschaft wird dann wohl bereits entschieden sein –, muss Ulreich zurück auf die Bank. Will er sich das antun, oder will er noch einmal richtig Fussball spielen?

Kaum Alternativen

Zum wichtigsten Mann im Bayern-Universum ist Ulreich dann definitiv geworden, als er in Doha von einem Ball getroffen wurde, später mit bandagierten Fingern herumspazierte und diese in einem selbst gebastelten Kühl­system in Form eines Colabechers kühlte. Es sah für einen Moment bös aus, einerseits, weil die Finger mächtig geschwollen waren, andererseits, weil der dritte Mann im Tor, der 17-Jährige Christian Früchtl, ebenfalls verletzt ist.

Als Alternative gäbe es da noch Tom Starke (36) und Ron-Thorben Hoffmann (18). Alternativen, die man sich im Bayern-Universum lieber ersparen möchte. Doch Ulreich legte eine Genesung hin, die Neuer neidisch machen könnte und die ihm den Einsatz zum Start der Rückrun­de ge­gen Leverkusen erlauben wird. Die Finger schwollen ab, Ulreich wird ­dabei sein.

So gibt es zum Start der zweiten Saisonhälfte wenig Fragezeichen beim Meister, die Mannschaft hat sich gefangen und kann erneut das Triple holen. Champions League, Meisterschaft und Pokal, etwas, das 2013 gelang, damals unter Trainer Jupp Heynckes, der nach Ancelottis Rausschmiss eingesprungen ist, um Gleiches zu schaffen.

BVB-Probleme mit Aubameyang

In Deutschland kann mit den Bayern niemand mithalten. Leverkusen ist zwar wieder erstarkt, hat jedoch wie Dortmund 13 Punkte Rückstand. Der BVB muss sich unter Neu­trainer Peter Stöger finden und Pierre-Emerick Aubameyang in den Griff bekommen. Der Gabuner hat doch tatsächlich im Trainingslager Vater und Brüder im Teamhotel einquartiert. Das fanden sie in Dortmund mässig toll.

Die Pott-Rivalen aus Schalke sind mit elf Punkten Rückstand erster Verfolger, doch um die Bayern zu fordern, fehlt dem Kader die Breite. So müssen die ­Zuschauer Trost finden in der Spannung im Mittelfeldfeld: Zwischen dem Zweiten Schalke und dem Elften Hannover liegen nur sieben Punkte. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.01.2018, 19:07 Uhr

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